Seit einem halben Jahrhundert ist das City-Center in Chorweiler die Einkaufsmeile des Kölner Nordens. Sein Gesicht hat sich in dieser Zeit sehr gewandelt.
„Wir sind ein lebendiger Ort“Das City-Center in Chorweiler wird 50

Das City-Center in Chorweiler ist nicht nur das kommerzielle Herz des Stadtteils.
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Von außen betrachtet scheint es manchmal fast so, als würde das City-Center Chorweiler im Schatten der Hochhäuser, die den flachen Betonbau umringen, ein wenig untergehen. Doch das Einkaufszentrum ist buchstäblich von zentraler Bedeutung für den Kölner Norden: Nirgendwo sonst im Bezirk Chorweiler findet sich eine so breite, urban geprägte Angebotspalette – über 100 Geschäfte und Gastronomien teilen sich hier insgesamt 32.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. In diesem Jahr feiert das City-Center nun bereits seinen 50. Geburtstag – und in den fünf Jahrzehnten seitdem hat sich sein Erscheinungsbild tatsächlich sehr gewandelt.
Als das City-Center 1976 am zentralen Verkehrsknotenpunkt der damaligen „Neuen Stadt“ Chorweiler eröffnete, war das Konzept eines der amerikanischen „Mall“ nachempfundenen Einkaufszentrums, das einzelne Geschäfte unter einem Dach vereint, in Köln noch relativ neu – nur das 1973 eröffnete Rhein-Center in Weiden ist noch älter, wie Horst Huth weiß. Der Pharmazeut führt die Pegasus-Apotheke, eines der wenigen Geschäfte, die bereits seit der Eröffnung im Center vertreten sind. Schon während seines Studiums hatte er sich um ein Ladenlokal in dem damals in Planung befindlichen Center beworben. „Mir war damals klar, dass der Kölner Norden ein guter Standort für ein solches Center sein würde: viele Arbeitsplätze in der Industrie, viele Bürger, die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort brauchten“, sagt er.
Metzgerei Stürmer zog von der Osloer Straße ins City-Center in Chorweiler
Die Metzgerei Stürmer hingegen ist sogar noch älter als das Center selbst – ihre Großeltern hatten zuvor ihren Laden in der Osloer Straße betrieben, bevor sie ins City-Center umzogen, erzählt Eva Stürmer-Bähner. „Die Kundenfrequenz war damals hervorragend, weil jeder wusste, dass man im City-Center alles bekommen kann, von Kurzwaren bis Elektronik“, so Stürmer-Bähner. Zu Beginn war die Innengestaltung noch größtenteils in der Farb- und Formensprache der 1970er Jahre gehalten: Holzvertäfelungen, orangefarbene Leuchtreklamen, braun gekachelte Böden, ein Brunnen in einem der Foyers. Die großen Oberlichter gab es damals noch nicht – in seinen frühen Jahren war das City-Center auch tagsüber auf künstliches Licht angewiesen.

Auf dieser Luftaufnahme von 1980 ist der damals zugängliche Dachgarten mit dem Minigolfplatz zu erkennen.
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Der Branchenmix war damals ein ganz anderer, wie sich Karin Tadiotti erinnert, die mit ihrem Mann Gianpetro seit Anfang der 1980er das Eiscafé Cristallo betreibt: „Es gab ein Geschäft für Damenmode, einen Herrenausstatter, das Spielwarengeschäft Meyer, viele inhabergeführte Läden. Auch Karstadt war vertreten, mit einer großen Möbelabteilung. Neben den Geschäften fanden sich damals auch ein beliebtes chinesisches Restaurant, eine kleine Disco und ein Kino unter dem Dach des City-Centers – das Dach selbst hingegen war damals noch öffentlich zugänglich und beherbergte einen Minigolfplatz. Shoppen war damals also nicht der einzige Grund, seine Freizeit im City-Center zu verbringen.
Erster großer Umbau Anfang der 1990er Jahre brachte mehr Licht
Anfang der 1990er Jahre erfolgte dann der erste größere Umbau: Die Installation der drei jeweils etwa 20 Meter langen Glasdächer ließ Tageslicht hinein und vertrieb das schwummrige Dämmerlicht, um eine freundlichere Atmosphäre zu schaffen. Eine umfassendere Modernisierung folgte 1996, in deren Zuge die Verkaufsfläche erweitert, zahlreiche Ladenlokale umgebaut und die Fassade umgestaltet wurde. Zuletzt erhielt das Center 2015 eine Frischzellenkur, mit einem LED-Lichtkonzept und farbigen Sitzgelegenheiten.
Die Zusammensetzung der Geschäfte hat sich deutlich gewandelt: Inhabergeführte Läden sind in der Minderheit, Filialen großer Ketten prägen hier heute ebenso das Bild wie in typischen Innenstadtbereichen – und eine Reihe besonders preisgünstiger Anbieter lässt auf den hohen Anteil sozioökonomisch schwacher Haushalte unter den Anwohnern schließen. „Der Glanz von früher ist weg“, meint Tadiotti. „Wir sind heute ein reines Versorgungszentrum, wo man zum Einkaufen hingeht, nicht für einen Schaufensterbummel.“ Eine Einschätzung, der sich Center- Managerin Burcu Cekirdek nicht ganz anschließen mag. „Natürlich, der Online-Handel ist auch an uns nicht spurlos vorbeigegangen, aber trotzdem beobachten wir, dass viele Menschen ganz bewusst ins Center kommen, denn es ist ein zentraler Treffpunkt, an dem sich die Menschen aus Chorweiler begegnen und austauschen können“, sagt sie. „Nicht zuletzt auch dank unserer Veranstaltungen, etwa in der Weihnachtszeit. Wir sind ein lebendiger Ort und ein Stück Alltag im Kölner Norden“.
