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KatholikenausschussVernichtendes Urteil zur Lage der Kirche in Köln

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Kölner Dom Wolken dpa

Das Kölner Erzbistum steht massiv in der Kritik.

Köln – Mit einem vernichtenden Urteil zur Lage im Erzbistum Köln hat sich der Kölner Katholikenausschuss in die laufende Debatte eingeschaltet. Die Kirche in Köln sei „in einer beispiellosen Krise“, die Glaubwürdigkeit massiv beschädigt, das Vertrauen in Kardinal Rainer Woelki und die Bistumsverwaltung „vollständig verloren gegangen“, heißt es in einer Stellungnahme des Vorsitzenden der Kölner Laienvertretung, Gregor Stiels.

„Fassungslos schauen wir auf die Haltung und das autoritäre Selbstverständnis unserer Kirchenleitung, die – gepaart mit einer desaströsen Kommunikation – für diese Krise verantwortlich ist.“ Die öffentliche Wahrnehmung der Kirche sei derzeit katastrophal.

Vorwürfe gegenüber Kölner Erzbischof Woelki

Stiels greift insbesondere Woelkis Rolle bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals an. Er wirft dem Erzbischof unter anderem Befangenheit wegen des nicht nach Rom gemeldeten Missbrauchsfalls eines mit Woelki befreundeten Priesters. vor. Durch den „intransparenten“ Umgang mit dem Rechtsgutachten der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl und das Verhalten gegenüber dem Betroffenenbeirat seien „viel Vertrauen und Glaubwürdigkeit zerstört worden“.

Drei Mitglieder des Betroffenenbeirats hatten das Gremium im November unter Protest verlassen. Sie fühlten sich von der Bistumsleitung für deren Entscheidung instrumentalisiert, das Gutachten unter Verschluss zu nehmen. Für den Katholikenausschuss fordert Stiels nun erneut die Herausgabe, „erst recht, nachdem die Kanzlei die Übernahme aller Risiken zur Veröffentlichung angekündigt hat“.

Weihbischof Ansgar Puff zitiert Goebbels

Stiels greift auch die jüngsten Turbulenzen um ein geistliches Wort von Weihbischof Ansgar Puff auf, in dem dieser sich in Zitat des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels zu eigen gemacht habe, „um die kritische Presse wegen der Wahrnehmung berechtigter Interessen anzugreifen“. Puffs Äußerungen, die der Weihbischof inzwischen bedauert hat, seien „wenig hilfreich“.

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Schließlich beklagt Stiels, dass die Bistumsleitung den Reformprozess des „Pastoralen Zukunftswegs“ in eine Sackgasse manövriert habe. Als Gründe nennt Stiels fehlende Einflussmöglichkeiten für die Gläubigen auf Entscheidungen und die Konzentration auf einen „kleinen, elitären und in erster Linie klerikalen Kreis“.

Die Forderungen des Katholikenausschusses

Als Konsequenz aus der derzeitigen Situation fordert der Katholikenausschuss, „dass es im Missbrauchsskandal endlich die Übernahme von persönlicher und institutioneller Verantwortung gibt, unabhängig davon, was ein Gutachten hervorbringt.“ Es gehe um die Anerkennung persönlicher Schuld für juristisch und moralisch falsches Handeln. „Wir erwarten pastorale Zeichen der Reue, Umkehr und Wiedergutmachung, die bis heute fehlen.“ Für die Erneuerung und eine gute Zukunft der Kirche seien die „Selbstbegrenzung von Macht“ sowie ein angstfreier Diskurs auf Augenhöhe von entscheidender Bedeutung.