Nachdem sich die Schüler der Max-Ernst-Gesamtschule erfolgreich gegen die Rodung ihres Schulwalds gewehrt haben, bekommen sie jetzt noch mehr Bäume.
Max-Ernst-GesamtschuleBeton-Schulhof in Bocklemünd wird grün

Mehr Grün für die Stein- und Betonwüste: Greta Adam, Niklas Merkel, Hannah Althaus und Ralf Emmermann (v.l.) sind mit den geplanten Veränderungen vor dem künftigen Oberstufentrakt sehr zufrieden.
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Cool, auf dem Schulhof des künftigen Oberstufentrakts, der heute hauptsächlich durch Beton und Stein geprägt ist, soll eine kleine Grünfläche entstehen. Der zunächst geplante Streetball-Platz fällt weg, dafür werden dort im Zuge der Erweiterung der Max-Ernst-Gesamtschule (MEG) 13 Bäume mehr angepflanzt, als eigentlich vorgesehen waren: „Das könnte ein echt gemütlicher Vibe werden“, meint Hannah Althaus von der Schülervertretung (SV) des MEG anerkennend.
Proteste vor dem Historischen Rathaus waren erfolgreich
Stolz sind die Schülervertreter auch, weil erst eine vereinte Kraftanstrengung von Schülerschaft, Lehrern und Eltern dieses Zugeständnis der Verwaltung ermöglicht hat. Ursprünglich sollten dem Neubau eines pädagogischen Zentrums inklusive Mensa 51 ältere Bäume auf dem Schulgelände weichen – ein kleiner Schulwald also, den die Kinder und Jugendlichen gern zur Entspannung in den Pausen, aber auch für ihre Bienenzucht nutzen.
Als diese Pläne bekannt wurden reagierte die Schulgemeinschaft mit Petition, Flashmob und vehementen Protestaktionen, teilweise vor dem Historischen Rathaus. „Wir wissen gar nicht mehr, wer die Idee dazu hatte, Schüler oder Lehrer, aber wir haben uns gegenseitig motiviert“, verrät SV-Mitglied Niklas Merkel lächelnd. Mit Erfolg: Die Verwaltung verzichtet nun darauf, alte Versorgungsleitungen zu entfernen, sodass immerhin 29 der 51 von Fällung bedrohten Bäume stehen bleiben können.
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„Es gibt natürlich Schüler, die damit nicht zufrieden sind, die gern alle Bäume erhalten hätten“, erzählt Greta Adam, ebenfalls Mitglied der SV. „Aber die meisten sind froh, dass wir durch unseren Einsatz einen guten Kompromiss herausgeholt haben.“ Auch, weil einige der alten Bäume marode sind und ohnehin hätten entfernt werden müssen. Und weil die Verwaltung jene 13 zusätzlichen Bäume auf dem Schulhof für die Oberstufe noch draufgelegt hat - macht unterm Strich 42 erkämpfte Bäume. „Bei der Verwaltung hat man mir auch versichert, dass keine kleinen Bäume neu angepflanzt werden, sondern dass die schon recht groß sein werden“, ergänzt MEG-Schulleiter Ralf Emmermann.
Bemerkenswert ist auch, dass die jetzigen Oberstufenschüler von ihren Protesten selbst nicht viel haben werden. Denn die MEG-Erweiterung ist frühestens Mitte 2029 abgeschlossen, dann sitzen im neuen Oberstufentrakt mit Grünbereich heutige Unter- und Mittelstufen-Schüler. „Da kann man schon neidisch werden“, sagt Hannah Althaus nachdenklich.

