Abo

Kommentar

Kommentar zum Max-Becker-Areal
In Köln zählt jede neue Wohnung mehr als eine Gaskugel

Ein Kommentar von
2 min
Ein Blick von oben auf das Max-Becker-Areal in Köln-Ehrenfeld

Das Max-Becker-Areal an der Widdersdorfer Straße in Köln-Ehrenfeld

Die Pläne für den Erhalt des Industriebauwerks in Ehrenfeld zeigen, dass viele Entscheidungsträger in Köln nicht in der Realität angekommen sind.

Nur wenige Flächen stehen in Köln zur Verfügung, um dringend benötigten zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Umso wichtiger ist es, sorgfältig mit dem noch vorhandenen Raum umzugehen. Jede Wohnung zählt — eigentlich.

Doch beim Max-Becker-Areal in Ehrenfeld zählen offensichtlich ganz andere Dinge. Dort soll ein Gaskugelbehälter als „Wahrzeichen“ für das neue Wohngebiet erhalten bleiben. Es hat sich sogar eine Bürgerinitiative gegründet, um den nicht mehr benötigten Industriebau aus den 1950er Jahren zu retten.

Der Stadtkonservator beabsichtigt jedenfalls noch nicht einmal, die Gaskugel unter Denkmalschutz zu stellen, weil sie nicht so einzigartig ist, wie manche Menschen es einen glauben machen wollen. Dennoch wollen Teile der Politik eisern daran festhalten, die Gaskugel zu erhalten — um jeden Preis.

Baudezernent Markus Greitemann hat bereits festgestellt, dass die Instandhaltung „ordentlich Geld kosten wird“ — ganz unabhängig davon, wer den Behälter am Ende betreiben werde. Die verantwortlichen Politiker, die sich für die Gaskugel einsetzen, wären sehr gut beraten, jetzt nicht auch noch öffentliches Geld in diese Idee zu investieren.

Köln braucht Sozialwohnungen statt eines Relikts der Vergangenheit

Denn anstatt ein Relikt einer vergangenen Industrie zu bewahren, könnten dort etliche neue Wohnungen entstehen — im Idealfall Sozialwohnungen, von denen es in Köln nach wie vor deutlich zu wenige gibt. Das wäre wesentlich sinnvoller, als viel Geld in unbedeutende Gaskugel zu stecken.

Einen solchen Luxus kann sich diese Stadt angesichts aller möglichen Probleme an allen Ecken und Enden nicht erlauben. So belegt die bisherige Diskussion, dass viele Verantwortungsträger in Politik und Verwaltung noch nicht in der Realität angekommen sind.