Peter Möltgen von der Parfümerie Möltgen und der deutsche Moderator Thomas Hackenberg sind Teil einer neuen Kunstaktion, die Farbe ins Stadtbild bringen soll.
„So viel Hässlichkeit in Köln“Parfüm-Unternehmer und Künstler wollen Ehrenstraße verschönern

Aktion „Kölner Kunst Momente“ auf der Ehrenstraße: Mit Moderator Thomas Hackenberg (m.) ("Quiz Taxi") alias Thomas von Klettenberg, Kurator Roderik Helms (l.), Jean Nejadi (2.v.l. ), Künstlerin Lucie Albrecht (2.v.r.) und Peter Möltgen von der Parfümerie Möltgen.
Copyright: Alexander Schwaiger
Aus anderen Städten kennt man es bereits: Laternenmasten sind nicht nur Lichtspender, sondern Flächen, auf denen man etwas Schönes zeigen kann. Moderator Thomas Hackenberg („Quiz Taxi“) muss zum Beispiel an eingestrickte Laternen oder bunte Minikacheln an Hauswänden in anderen Großstädten denken. In Köln hängen seit Dienstag drei A1-Plakate an Laternen gegenüber der Parfümerie Möltgen an der Ehrenstraße: bunte Gesichter, lustig bis skurrile Fratzen, goldeingerahmt, die ein bisschen Freude ins graue Stadtbild bringen sollen.
Der Kölner Moderator ist einer von drei Künstlern. Die Idee stammt von Unternehmer Peter Möltgen, der deutsch-iranischen Künstlerin Jean Nejadi und Kurator Roderik Helms: Zusammen haben sie bereits eine übergroße Parfümflasche vor das Parfüm-Geschäft platziert, einen Strauß aus Kunstblumen hat der Unternehmer am Morgen noch frisch einparfümiert. „Ich sehe so viel Hässlichkeit in Köln. Mit der Aktion wollen wir es in etwas Positives umwandeln und das Stadtbild aufwerten“, sagt Möltgen.

Drei A1-Plakate von Kunstwerken hängen nur an Laternenkronen auf der Ehrenstraße
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Kunstaktion auf der Ehrenstraße in Köln
Angeregt worden sei die Aktion auch durch die Serie „100 Ideen“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“, so die Initiatoren: 100 Kölnerinnen machten Vorschläge, wie Köln ein stückweit besser gemacht werden könnte. „Die Kölner Kunst Momente“, wie die Aktion van der Ehrenstraße heißt, ist ihre Antwort auf eine Zeit, in der Passanten durch die Einkaufsstraße rauschen und auf ihr Smartphone starren. Wer dann doch mal den Blick nach oben wage, könne sich einen kleinen Moment lang freuen, so Hackenberg.
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„Das soll keine laute Aktion à la Netflix-Werbung sein“, sagt der Moderator („Quiz Taxi“), der besondere Kindheitserinnerungen mit der Ehrenstraße hegt. „In den 60er-Jahren war ich immer mit meinem Vater hier, wir gingen erst ins City-Kino und danach nötigte ich ihn, Farben bei Wolkenaer zu kaufen.“ Künstlerin Jean Nejadi ist es wichtig, dass die gezeigten Gesichter unterschiedlicher Herkunft sind. „Die Passantinnen sollen in den Dialog treten und sehen, dass alle Menschen hierhin gehören“, sagt Nejadi, die seit 2013 in Köln lebt.

Lustige Gesichter an Laternenmasten in der Ehrenstraße
Copyright: Roderik Helms
Künstlerin Lucie Albrecht hat ihre Gesichter auf Steine gemalt, Hackenberg mit dem Iphone erstellt und Nejadi auf recyceltes Kartonpapier. Die Motive wurden fotografiert und auf ein A1-Plakat gedruckt. Möltgen und seine Mitstreiter verfolgen zwei Ziele und Visionen: Die Originale sollen in einer Ausstellung zu sehen sein und die Aktion auf möglichst die gesamte Ehrenstraße ausgeweitet werden. Idealerweise sollen auch andere stark frequentierte Einkaufsstraßen mehr Farbe bekommen. „Wir haben uns sogar schon bei der Stadt Köln versucht zu informieren, wer für die Genehmigung für Kunst an Laternen zuständig ist; bisher erfolglos“, sagt Möltgen.

