Wie viele Kölner haben nicht schon Kurse in der Evangelischen Familienbildungsstätte/Melanchthon Akademie am Kartäuserwall belegt und sich schon auf dem Weg in das jeweilige Gebäude und bei jedem Blick aus dem Fenster an der grünen Oase erfreut? Obwohl Parkplatz für viele Autos jagen Eichhörnchen die Baumstämme auf und ab, singen oder kreischen verschiedenste Vogelarten, begegnet dem Besucher in der Dämmerung die Fledermaus. Das alles soll im Auftrag und mit dem Segen der evangelischen Kirche einer Steinwüste weichen. Mindestens 19 eigentlich durch die Baumschutzsatzung der Stadt Köln geschützte Bäume und weitere nicht geschützte sollen gefällt werden. Wo bleibt das Veto unserer grünen Partei? Ganz zu schweigen von SPD und den anderen. Will sich niemand mit der Kirche als Bauherrin auseinandersetzen? Die gute Absicht, neben dem Neubau der Büro- und Veranstaltungsgebäude einige Wohnungen auf dem Gelände zu erbauen, in allen Ehren, darf doch nicht das Bedürfnis der Menschen nach Grün und der Erhaltung eines Restchens Natur, das innerstädtisch noch vorhanden ist, ignoriert und das Grün vollständig dem Bau geopfert werden. Ein neuer Plan muss her mit moderatem Flächenverbrauch beim Bau unter Erhaltung einer Vielzahl der großen geschützten Bäume .
CLAUDIA EIDAM, SÜDSTADT
Die evangelische Kirche plant ein riesiges Bauvorhaben, nimmt die Oberen der Politik und Stadtverwaltung dazu und schiebt diesen Entwurf in Rekordzeit durch alle Gremien. Kritikpunkte der Anwohner und deren Initiative werden nicht gewürdigt. Die Gebäude werden in einem stadtklimatischen Belastungsgebiet höchster Ausprägung, mit vermindertem Luftaustausch und hoher Schadstoffbelastung errichtet. Nebenbei werden große Grünflächen versiegelt und zahlreiche Bäume gefällt. Der Klimanotstand und die Proteste der „Fridays for Future“ Bewegung sind in der Realpolitik und der Stadtverwaltung noch nicht angekommen. Besonders traurig stimmt, dass mit Herrn Bezirksbürgermeister Andreas Hupke ein „Grüner“ diesem klimafeindlichen Entwurf als Preisrichter zugestimmt hat.
MATTHIAS HERMES, KÖLN
Claudia Eidam
Matthias Hermes
