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Historisch, aber unebenVerwaltung soll Abschleifen von Kölner Pflaster prüfen

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21.01.2026 Köln. Auf dem Heumarkt ist keine Baustelle zu sehen. Foto: Alexander Schwaiger

Viele historische Orte Kölns wie der Heumarkt sind von Kopfsteinpflaster geprägt.

Um Kopfsteinpflaster sicherer zu machen, soll nach dem Vorbild der Stadt Münster der Einsatz einer 30 Tonnen schweren Steinfräse getestet werden. 

Im August hat die Stadt Münster mehrere Tage lang im Hansaviertel ein Verfahren getestet, das sich Grinding nennt und dazu dient, historisches Kopfsteinpflaster ebener und sicherer zu machen. Zum Einsatz kam eine 30 Tonnen schwere Steinfräse, die die Oberfläche des Natursteinpflasters in zwei Straßen mit diamantbesetzten Schleifwalzen bearbeitete.

Nach dem Wunsch der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Innenstadt soll dieses Verfahren auch in Köln geprüft werden. In der jüngsten Sitzung des Gremiums hat ein entsprechender Antrag einhellige Zustimmung gefunden.

Kopfsteinpflaster prägt vielerorts das Stadtbild

Zur Ausgangslage heißt es darin, dass an vielen Stellen Natur- und Kopfsteinpflaster das historische Erscheinungsbild der Innenstadt prägen. Dies gelte vor allem für das Umfeld von Kirchen und anderen denkmalgeschützten Bauwerken, wo der Bodenbelag aus gestalterischen Gründen erhalten bleiben soll.

Dem stehe entgegen, dass unebene Pflasterflächen und hervorstehende Kanten „ein erhebliches Sicherheits- und Komfortproblem“ darstellen würden. Für gehbehinderte Menschen, die zum Beispiel einen Rollstuhl oder Rollator benötigen, Personen mit Kinderwagen sowie sehbehinderte Menschen sei es schwierig, solche Flächen zu nutzen. Unebenes oder bei Nässe glattes Pflaster berge auch für Radfahrer Risiken. Darüber hinaus werde die Anwohnerschaft durch Lärm und Erschütterungen gestört, wenn Fahrzeuge die buckeligen Straßen befahren.

Stadt Münster als Vorbild

Die Verwaltung wird beauftragt, geeignete Flächen für ein Pilotprojekt ähnlich demjenigen in Münster auszuwählen und dort durch das Abschleifen Unebenheiten und Stolperkanten zu verringern. Die Methode habe den Vorteil, dass das Pflaster nicht vollständig herausgerissen oder durch Asphalt ersetzt werden müsse. 

Die Verwaltung soll Kontakt zur Stadt Münster aufnehmen, um von deren Erkenntnissen zu profitieren. Seit 2020 wird das Schleifverfahren im Rahmen des Forschungsprojekts „Reallabor für interkommunale Radverkehrsförderung“ erprobt und weiterentwickelt. Erste Tests fanden in Brandenburg und Berlin statt.

Verfahren verspricht Kostenersparnis

In Münster erstreckten sich die Arbeiten, die mehrere Tage dauerten, auf annähernd 125 Meter Länge. Die Kosten gab die Stadt kurz vor dem Start des Tests mit rund 95.000 Euro an und fügte hinzu, die beiden betroffenen Straßenabschnitte konventionell zu erneuern, würde nach aktuellen Schätzungen rund 140.000 Euro kosten. Zur Kostenersparnis komme hinzu, dass das Abschleifen schneller als herkömmliche Umbauverfahren sei und sich Verkehrseinschränkungen so verkürzen lassen.

Die SPD-Fraktion nahm vor der Abstimmung Vorschläge aus einem Änderungsantrag der Grünen auf. Danach wird die Verwaltung aufgefordert, zu prüfen, wie bei den anstehenden Tiefbauarbeiten zur Kommunalen Wärmeplanung sichergestellt werden kann, Kopfsteinpflaster-Straßen barrierefrei wiederherzustellen. Auch soll geklärt werden, ob das Grinding sogar als Standard etabliert werden kann.

Überdies sei zu überlegen, mit welchen Anreizen Bauunternehmen dazu bewegt werden könnten, das Abschleifen selbst in Auftrag zu geben. Eine Möglichkeit wäre, bei der Abnahme zu kontrollieren, wie eben das Pflaster geworden ist. Komplette Glätte sei nicht beabsichtigt. Zwar werde durch das Schleifverfahren die Oberfläche gleichmäßiger, doch die Struktur des Pflasters bleibe leicht rau und sorge weiterhin für guten Halt, auch bei Nässe.