Im neuen Jahr 2026 ist wieder einiges los in der Stadt. Auch zukunftsweisende politische Entscheidungen stehen an. Eine Auswahl
JahresausblickWas 2026 in Köln wichtig wird

Neben Köln-Marathon, Wiedereröffnung der Oper und Olympia-Bewerbung soll 2026 auch eine weitere Ausgabe der „Kölner Lichter“ stattfinden.
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Schaugewächshäuser sollen öffnen: Im Frühjahr sollen die Schaugewächshäuser im Botanischen Garten endlich öffnen, nachdem sich der Termin immer wieder wegen technischer Probleme verzögert hatte. Palmen, Mangobäume, Ananas und Kakteen sind hier schon 2023 eingezogen und gut angewachsen – aber zuletzt machte vor allem die Justierung des exotischen Klimas Schwierigkeiten. Die alten Häuser waren 2013 wegen Baufälligkeit geschlossen worden, der Bau der neuen hatte 2018 begonnen.

Der Marathon ist eine der sportlichen Großveranstaltungen, die auch 2026 wieder Athletinnen und Athleten nach Köln locken wird.
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Köln bleibt sportlich: Auch in diesem Jahr wird Köln wieder Sportlerinnen und Sport-Fans diverser Disziplinen anziehen: Vielleicht sogar mehr als je zuvor, denn Laufen und Rennen boomt. Der Marathon verzeichnete 2025 seine Rekord-Teilnehmerzahl von mehr als 37.000. 2026 findet er am 4. Oktober statt. Der Radklassiker „Rund um Köln“ am 17. Mai 2026 dürfte erneut Monate im Voraus ausgebucht sein und der Köln-Triathlon hat sich bundesweit allein wegen des Schwimmens im Rhein in kürzester Zeit einen Namen gemacht. 2026 findet er am 6. September statt. Handball-Fans wird das DHB-Pokal Halbfinale der Männer am 18. und 19. April in der Lanxess-Arena anziehen. Am 13. und 14. Juni folgt das „EHF Final4“ der Männer der europäischen Handballliga. Das Pokalfinale im Fußball der Frauen wird am 14. Mai im Stadion ausgetragen, dann findet das größte Einzelspiel im deutschen Frauenfußball zum 17. Mal in Köln statt.
Dezernenten scheiden aus dem Amt: Zwei der neun Dezernenten werden dieses Jahr aus dem Amt scheiden, wenn alles planmäßig läuft: Sowohl Baudezernent Markus Greitemann als auch Ordnungsdezernentin und Stadtdirektorin Andrea Blome erreichen das Rentenalter und scheiden Mitte des Jahres aus. Ob danach Dezernate zusammen gelegt werden, soll sich noch zeigen. In das letzte ihrer acht Amtsjahre geht Kämmerin Dörte Diemert, die seit Januar 2019 die städtischen Finanzen im Blick hat. Ob der Rat Diemerts Amtszeit ausdehnt, entscheidet sich dieses Jahr. Sie ist Jahrgang 1974.
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Köln hat kein Geld: Die Haushaltslage der Stadt Köln bleibt „dramatisch“ (O-Ton Oberbürgermeister Burmester) – das bekommen auch ihre Einwohner zu spüren: Grundsteuer und Gebühren sind gestiegen, der Ausbau von Infrastruktur wie die Erweiterung der Hohenzollernbrücke um einen Rad- und Fußweg auf Eis gelegt. Besserung ist nicht in Sicht. Und spätestens Ende des Jahres, wenn der Haushalt für 2027/28 im Rat diskutiert wird, werden Vereine wieder um Förderungen und Existenz bangen.

Aufgrund diverser Sanierungen am Schienennetz rund um Köln werden sich Pendler 2026 auf Schienenersatzverkehr einstellen müssen.
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Pendeln wird hart: 2026 wird ein sehr hartes Jahr für Bahnpendler. 30 Großbaustellen wird es im Raum Köln geben, bei denen Strecken teils über Monate komplett gesperrt werden: ab Februar zwischen Köln, Wuppertal und Hagen für fünf Monate, ab Juli zwischen Troisdorf und Koblenz. Ab August bis kurz vor Weihnachten wird es zwischen Köln und Düsseldorf keinen Tag mit Normalbetrieb geben. Mal wird auf der Leverkusener Rheinseite, mal auf der Trasse über Dormagen gearbeitet. Wer täglich auf fahrende Regionalzüge angewiesen ist, für den wird 2026 das Schienenersatzverkehr-Jahr.
Kölner Messen: IMM Cologne, Fibo, Gamescom: Das Jahr lässt sich in Köln auch anhand wichtiger Messen unterteilen. Im Januar steht traditionell die Möbelmesse IMM an. Nachdem sie 2025 abgesagt werden musste, findet sie vom 19. bis 23. Januar mit verändertem Konzept statt. Sie richtet sich ausschließlich an Fachpublikum. Die Bildungsmesse Didacta kommt 2026 wieder nach Köln. Vom 10. bis 14. März können sich pädagogische Kräfte bei einer der größten Bildungsmessen Europas über neue Entwicklungen informieren. Die Fitnessmesse Fibo steht vom 16. bis 19. April an. Sie ist eine der größten Messen weltweit für Gesundheit, Fitness und Wellness. Ende August, vom 26. bis 30. August, wird Köln wieder zum Epizentrum des Gamings. Dann ist traditionellerweise Gamescom. Am Wochenende gibt es dazu das City Festival auf den Ringen. Im Zeichen der Kunst steht Deutz mit der Artcologne vom 5. bis 8. November 2026.
E-Sports-Kathedrale: Im Juni findet in Köln eines der wichtigsten Counter-Strike-Major-Turniere weltweit statt. Vom 18. bis 21. pilgern Gamer dafür in die Lanxess-Arena, dann genannt „Cathedral of Counter-Strike“. Köln baut damit international seine Bekanntheit als Standort der Gaming-Branche aus.

Im April 2026 stimmt Köln darüber ab, ob sich die Stadt als Austragungsort für die Olympischen Spiele bewerben soll.
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Bock auf Olympia? Am 19. April stimmen die Kölnerinnen und Kölner darüber ab, ob ihre Stadt Ausrichterin für Olympische Spiele werden soll. Je nach Ausgang des Volksentscheids führt Köln als „Leading City“ dann die Bewerbung mit 15 weiteren Kommunen an Rhein und Sieg für 2036, 2040 oder 2044 beim Deutschen Olympischen Sportbund fort. Der vergibt die Spiele im Herbst an eine deutsche Stadt – sollte Deutschland vom Internationalen Olympischen Komitee ausgewählt werden.
Bye, Moulin Rouge! Der letzte Vorhang fällt voraussichtlich im Juli 2026, Tickets sind aktuell bis zum 18. Juli erhältlich: Dann findet die Derniere des Erfolgsmusicals „Moulin Rouge“ statt. Für Herbst 2026 plant ATG Entertainment im Musical Dome eine neue Produktion. Weitere Details will das Unternehmen Anfang 2026 bekanntgeben. Die Pariser Geschichte lockte über 1,5 Millionen Besucher ins blaue Zelt. Die neue Produktion soll bis Februar 2028 gezeigt werden, da Kölns berühmtestes Provisorium dann abgebaut werden und dem Ausbau des Kölner Hauptbahnhofs weichen soll.

Die Oper und das Schauspielhaus in Köln sollen nach 14 Jahren Sanierung am 24. September 2026 wieder in Betrieb gehen.
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Die Oper soll eröffnen: Nach 14 Jahren Sanierung, geplant waren drei, sollen Oper, Schauspiel, Kleines Haus und Kinderoper zur Spielzeit 2026/2027 eröffnen. Das hat die Stadt im Oktober mitgeteilt. Demnach sollen die vier Häuser am 19. und 20. September mit einem Fest für die Bevölkerung öffnen. Vier Tage später, am 24. September, soll der feierliche Festakt folgen. Zur Erinnerung: Im Juni 2012 fiel der letzte Vorhang, danach startete die Sanierung, die sich zum Debakel entwickelte und Köln bundesweit in die Schlagzeilen brachte. Mittlerweile betragen die Kosten für Bau, Interimsspielstätten, Planung und Finanzierung rund 1,465 Milliarden Euro. Die reinen Baukosten sind mit 798,6 Millionen Euro angegeben, es waren einmal 253 Millionen Euro geplant. Das Opernhaus ist seit Ende Oktober baulich fertiggestellt, das Schauspielhaus sollte laut dem letzten Bericht von der Baustelle im November folgen, Kleines Haus und Kinderoper zum Jahresende. Dass die Häuser baulich fertiggestellt sind, bedeutet aber nicht, dass dort direkt Aufführungen stattfinden können. Ab Anfang des neuen Jahres beginnt die Inbetriebnahme mit den Prüfungen, ob die Technik funktioniert.
Kölner Lichter am 1. August: Auch im Jahr 2026 soll in Köln über dem Rhein das Spektakel „Kölner Lichter“ stattfinden. Am 1. August leuchtet das Feuerwerk ab 22.30 Uhr zwischen Hohenzollernbrücke und Bastei. Das Gelände ist ab 15 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Tribünen, Schiffe und Eventlocations sind kostenpflichtig. Nach Ausbruch der Pandemie musste das Feuerwerk mehrere Jahre pausieren. Ende August 2025 fand es erstmals wieder statt und wurde ein voller Erfolg.
Eric Clapton: Musiklegende Eric Clapton kommt am 15. Mai in die Lanxess-Arena. Zuletzt stand der britische Sänger und Gitarrist 2018 auf dieser Bühne. Er startete seine Karriere mit Bands wie Cream in den 60er-Jahren, ab den 70ern war er solo unterwegs. Unvergessen sind seine Welthits wie „Tears in Heaven“, „Leyla“, „Wonderful Tonight“, „Cocaine“ und „Change the World“.
Darf der FC bauen? Seit 2014 kommt der 1. FC Köln nicht voran mit seinem Plan, drei neue Fußball-Plätze auf der Gleueler Wiese nahe des Geißbockheims zu bauen. Die Gründe sind politisch und juristisch. Eine Frage lautet: Ist der Bebauungsplan rechtens oder nicht? Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte ihn 2022 als unwirksam bezeichnet, doch das Bundesverwaltungsgericht forderte eine erneute Verhandlung. Der Termin ist am 11. Juni 2026. Doch auch danach gilt: Der Klub braucht die Zustimmung des Rates, um die städtische Gleueler Wiese zu pachten.

