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Anreise, Bützen, Kostüme10 Dinge, die Touristen zum Karneval in Köln wissen sollten

Lesezeit 4 Minuten
Kostümierte Jecke aus Belgien im Nebel am Dom.

Kostümierte Jecke aus Belgien im Nebel am Dom.

Wer von außerhalb kommt und zum ersten Mal Karneval in Köln feiert, kann vieles falsch machen. Wir geben Tipps, wie man Anfängerfehler vermeidet und die jecken Tage in der Stadt richtig auskostet.

1. Kölle, Alaaf!

In Köln rufen die Jecken während der Session „Kölle, Alaaf!“. Achtung: Wer das „Alaaf“ fälschlicherweise mit dem ebenfalls bekannten „Helau“ verwechselt, begeht sozusagen ein närrisches Kapitalverbrechen – schließlich ist das der Schlachtruf der rheinischen Rivalen aus Düsseldorf. Warum wir in Köln „Kölle, Alaaf!“ rufen, können Sie hier nachlesen.

2. Schunkeln im Zug

Wer in Köln Karneval feiern will, dem empfiehlt sich die Anreise mit dem Zug. Schließlich sind während der tollen Tage in Köln viele Straßen gesperrt und die Parkplatzsuche gestaltet sich noch schwieriger als sie an normalen Tagen ohnehin schon ist.

Wer mit der Bahn anreist, sollte gute Laune mitbringen: Die Abteile sind meist ziemlich voll, da unzählige Menschen in die Domstadt pilgern. Zudem beginnen viele Karnevals-Touristen schon während der Fahrt mit dem Trinken – dementsprechend kocht die Stimmung schnell hoch, meistens bleibt es aber beim Singen und Schunkeln.

3. Kostüm ist Pflicht

Ohne Kostüm in Köln Karneval feiern? Das lassen Sie lieber bleiben. Dann müssen Sie sich nämlich als Spielverderber und Spaßbremse anprangern lassen. Verkleiden gehört einfach dazu. Welche Kostüme 2024 besonders angesagt sind, lesen Sie hier.  Teuer muss das Outfit auch nicht sein.

Schließlich gibt es zahlreiche Tipps, wie man Kostüme selber machen kann – und zwar ohne viel Geld auszugeben. Ohnehin lohnt es sich nicht, an Karneval zu teure Kleidung zu tragen – im Eifer des Gefechts wird gewiss das ein oder andere Bier verschüttet und auch Schuhe bleiben im Getümmel gewiss nicht sauber. Zu geizig sollte man in Sachen Stoff aber nicht sein.

4. Mitsingen gehört dazu

Haben Sie sich einmal in einer der unzähligen Kneipen eingefunden, in denen Karneval gefeiert wird, werden Sie schnell merken, dass nicht nur überall kölsche Karnevalslieder laufen, sondern dass auch die meisten Jecken die Texte kennen.

Mitsingen gehört beim Kölner Karneval einfach dazu und die Feiernden liegen sich bei Hits wie „Drink Doch Ene Met“ nur allzu gerne in den Armen. Wer nicht unangenehm auffallen will, sollte sich vorab vielleicht ein paar typische Karnevalslieder anhören – so gelingt das Mitsingen zumindest beim Refrain. Eine Übersicht mit Karnevalsbands, die sie unbedingt kennen sollten, finden Sie hier.

5. In Köln wird Kölsch getrunken

Auch wenn Köln inzwischen sogar sein eigenes, helles Altbier hat, wird in der Domstadt noch immer vor allem eines getrunken: Kölsch. Das gilt vor allem an Karneval. Wer in einer Kneipe nach Altbier fragt, könnte vom Köbes (Wirt) schnell darauf hingewiesen werden, dass er dafür nach Düsseldorf gehen kann. Die besten Kneipen, um in Köln Karneval zu feiern haben wir für Sie zusammengestellt.

6. Getränke in Plastik umfüllen

Sie wollen auch unterwegs ein Kölsch trinken? Kein Problem! Allerdings sollten sie kein Flaschenbier kaufen, sondern auf Getränke in Dosen, Pappkartons oder Plastikflaschen zurückgreifen. Glas ist an Karneval in der Altstadt und im Zülpicher Viertel nämlich verboten. Genauso lecker wie ein kühles Kölsch sind bunte Cocktails mit und ohne Alkohol, die man ganz einfach selbermachen kann.

7. Rheinische Herzlichkeit

Sie kommen aus einer Region, in der die Menschen eher zurückhaltend sind? Dann wird der Karneval in Köln für Sie eine Umstellung. Die Rheinländer gelten ohnehin als besonders offen und herzlich – während der tollen Tage kommt diese Eigenschaft besonders zum Vorschein.

Die Kölner „Bützen“ gerne. Da kann es schnell mal ein kleines Wangenküsschen von einem völlig Fremden geben. Das sollten Sie nicht direkt als billige Anmache falsch verstehen.

8. Ins Getümmel stürzen – auch abseits der Altstadt

Aufgrund der Nähe zum Hauptbahnhof tummeln sich viele Touristen während der tollen Tage in der Altstadt. Es lohnt sich dennoch, ein paar Stationen mit der Bahn zu fahren – dorthin, wo die Einheimischen feiern: Kölner und Studenten tummeln sich mit Vorliebe auf und rund um die Zülpicher Straße. Viele urige Kneipen mit gemischtem Publikum finden Sie in der Südstadt rund um den Chlodwigplatz.

9. Wertsachen zuhause lassen

Wie die meisten Massenveranstaltungen ist leider auch der Karneval ein beliebtes Ziel für Taschendiebe. Teure Handys, Kreditkarten und andere Wertsachen sollten Sie also am besten direkt zu Hause oder im Hotelzimmer lassen. Ist das nicht möglich, dann achten Sie zumindest darauf, dass Sie diese Sachen sicher und am Körper verstauen.

10. Wildpinkeln kann teuer werden

Auch wenn das Kölsch auf die Blase drückt – entleeren sollte man diese keinesfalls an der nächsten Straßenecke. Wer beim Wildpinkeln erwischt wird, dem droht seit 2015 ein Bußgeld von bis zu 200 Euro. Unser Karnevalsknigge verrät, welche elf Anfängerfehler Sie vermeiden sollten, um ohne Pannen durch die tollen Tage kommen.

11. D'r Zoch kütt

Bunte Umzüge gehören zum Straßenkarneval einfach dazu. Ab Weiberfastnacht zieht mit „Jan und Griet“ der erste Umzug (8.2.24) durch die Straßen der Südstadt. Am Freitagabend organisieren die Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums e.V. den Sternmarsch, bei dem seit 1998 die Kölner Veedelsvereine am späten Karnevalsfreitag auf den Alter Markt einziehen, um dort gemeinsam zu feiern. Hier haben wir 11 Umzüge für Sie zusammengestellt, die Sie sich zwischen Donnerstag und Dienstag anschauen können.

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