Im Rechtsrheinischen feiern Jecke Kasalla, Domstürmer und Bläck Fööss, und Mitsingkönig Björn Heuser präsentiert erstmals live einen alten, neuen Ostermann-Song
Rund 8000 FeierndeSchlamm, Schunkeln, Singen – Jecke trotzen am Tanzbrunnen dem Regen

Björn Heuser bei der Welturaufführung seiner Fassung des alten Ostermann-Songs „Wenn einer jett om Häzze hät (Ich ben der Stadt-Anzeiger)“
Copyright: Michael Bause
Der Tanzbrunnen-Satz des Tages steht schon um 11 Uhr fest: „Da habt ihr aber übles Wetter bestellt.“ Er fällt beim Einlass und später in Variationen – es schüttet wie aus Kübeln. Das Accessoire des Tages bei der Weiberfastnachtsparty von Radio Köln und Kölner Stadt-Anzeiger Medien stand daher schon vorher, weit vorher fest: Regenponcho. Transparent, in Gelb oder Pink, unter der Kapitänsmütze und dem Karnevalsmaus-Kostüm. Wer ohne unterwegs ist, kann sich noch so schön verkleidet haben – er oder sie sieht dennoch schnell nach begossenem Pudel aus. Richtig gemacht hat es die Frau, die auf dem Kopf einen Käseigel und einen Rückenpanzer aus Mett trägt, die dennoch tiptop aussieht.
Karneval macht alle gleich
Der Karneval macht alle gleich. Wer sich an Weiberfastnacht im Tanzbrunnen vor der Bühne einfindet, der muss in diesem Jahr hart gesotten sein, ultrajeck oder am besten beides.

Sarah Brasack (stellvertretende Chefredakteurin des KStA, l.), der „Sitzungspräsident“ Volker Weininger und die Kölner Lokalchefin Kendra Stenzel
Copyright: Michael Bause
Die Räuber machen den Opener auf der extra neu gebauten Bühne auf dem Tanzbrunnen-Areal, das angesichts der Sanierungsarbeiten einer Baustelle gleicht. Kasalla bringen die tapferen Jecken trotz des teils schlammigen Untergrundes zum Springen, dann kommen die Domstürmer. Um 11.35 Uhr schimpft Sänger Micky Nauber kurz auf der Bühne. „Ich habe es geschafft, in die einzige Pfütze hier oben zu treten“, ruft er, jammert über nasse Socken bei allen nächsten Auftritten und beschwört mit seiner Band den Zusammenhalt der Jecken trotz des Wetters: „Zesamme sin mer Fastelovend.“
Alles zum Thema Flughafen Köln/Bonn
- Der Kölner „Fluchthafen“ Surfen statt Feiern – darum machen wir an Karneval lieber den Abflug
- Rund 8000 Feiernde Schlamm, Schunkeln, Singen – Jecke trotzen am Tanzbrunnen dem Regen
- Crewstreiks Lufthansa-Streik in NRW: Ausfälle vor allem in Düsseldorf
- Hinrichtung in Köln Rocker gibt erstmals Beteiligung zu – und beschuldigt seinen Bruder
- Piloten und Flugbegleiter Was Passagiere zum Streik bei der Lufthansa wissen müssen
- Vapes, Potenzmittel, Betrug Stadt deckt massive Jugendschutz-Verstöße an Kölner Kiosken auf
- Im Gepäck Bundespolizei stellt Softair-Waffe am Flughafen Köln/Bonn sicher

Die Herausgeber Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte mit Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester
Copyright: Michael Bause
Drinnen im VIP-Zelt ist inzwischen auch „80-Euro-Waldi“ angekommen. Der aus der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ bekannte Antiquitätenhändler Walter Lehnertz bekommt sofort ein Kölsch von „Express“-Blattmacher Christian Knop serviert. Sichtlich Spaß haben auch „Sitzungspräsident“ Volker Weininger, Ulrich S. Soénius, Direktor des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv, Psychologe und Marktforscher Stephan Grünewald sowie Ralf Schlegelmilch, Präsident der Willi-Ostermann-Gesellschaft, und der stellvertretende Zugleiter Ralf Remmert.

Köche unter sich: der Kölner Stadtvorstand am Tanzbrunnen
Copyright: Michael Bause
Um 12.17 Uhr hört der Regen auf, kurzes Aufatmen und Hoffen darauf, dass es so bleibt. Miljös Song „Wolkenplatz“, den sie in diesen Minuten singen, stimmt dennoch, denn von Sonne ist keine Spur. Dafür ist plötzlich das Festkomitee da: Präsident Christoph Kuckelkorn und einige Vorstandsmitglieder schauen am Tanzbrunnen vorbei, für Kuckelkorn ist jeder Besuch zugleich auch ein Abschied – zumindest in seiner Funktion als Chef der organisierten Jecken der Stadt.

„Radio Köln“-Chefredakteur David Fernandez (l.) und Psychologe Stephan Grünewald
Copyright: Michael Bause
Stadtrand-Sänger Roman Lob kommentiert den Regen auf seine Art: „Scheiß aufs schlechte Wetter“, sagt er und leitet über zum aktuellen Hit der Band „Papagei“: „Überall, wo wir in diesen Tagen hinkommen, sehen wir bunte, lustige Vögel. Lob dirigiert das Publikum, wie er will, fordert die Menge mit „Findet ihr nicht auch, dass Köln die schönste Stadt der Welt ist?“ zum Mitmachen auf und schmeichelt gekonnt mit „ihr seid so wundervoll.“

Getümmel vor der Bühne
Copyright: Michael Bause
Wenig später begrüßen die Herausgeber Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte die VIP-Gäste im Zelt der Weiberfastnachtsparty, die von „Radio Köln“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ Medien veranstaltet wird, wünschen allen einen wundervollen Fastelovend und eine rauschende Party am Tanzbrunnen.

Arena-Chef Stefan Löcher
Copyright: Michael Bause
Gerald Selch, Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“, stellt im Anschluss die Bedeutung des Jahres 1876 für Köln heraus: Damals wurden Konrad Adenauer und Willi Ostermann geboren, und seit dem Jahr gibt es auch den „Kölner Stadt-Anzeiger“. Aus Anlass dieses 150. Geburtstags hat Musiker und Mitsingkönig Björn Heuser das alte Willi-Ostermann-Lied „Wenn einer jett om Häzze hät (Ich ben der Stadt-Anzeiger)“ überarbeitet und weitergeschrieben: Er war im „Strings’n’Sounds“-Studio von Produzent Ralf Hahn in Bergisch Gladbach, hat den Song zusammen mit KStA-Redakteuren dort eingespielt und eingesungen – und präsentiert ihn jetzt „in einer Welturaufführung“, wie Gerald Selch sagt, dem Publikum. Seit Mittwoch dieser Woche kann der Song auf ksta.de heruntergeladen werden.

KStA-Chefredakteur Gerald Selch und Jochen Ott, SPD-Spitzenkandidat für die kommende Landtagswahl in NRW
Copyright: Michael Bause
Hören Sie hier das Lied „Et Stadt-Anzeiger-Leed“ von Björn Heuser
Heuser, eben noch mit seiner Gitarre und Songs wie „Tommi“ oder „Du bes die Stadt“ auf der sehr großen Bühne im Tanzbrunnen nebenan, steht jetzt schon neben Selch auf dieser intimeren, kleinen Bühne und macht, was er am besten kann: die Menschen zum Mitsingen und Mitschunkeln bewegen.
Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Stadtgesellschaft

Martin Börschel, ehemaliger SPD-Landtagsabgeordneter, und Christian Hümmler, Stellvertreter des KStA-Chefredakteurs
Copyright: Michael Bause
Und – wenig überraschend – es funktioniert: Die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Stadtgesellschaft nehmen die vorab verteilten Textblätter zur Hand und stimmen mit ein – darunter Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD), Jochen Ott, SPD-Spitzenkandidat für die kommende Landtagswahl in NRW, und sein Parteifreund, der Ex-Landtagsabgeordnete Martin Börschel. Zudem schunkelten mit: Lanxess-Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher, Thomas Schulz-Homberg, CEO der Kölner Stadt-Anzeiger Medien, Flughafen-Chef Thilo Schmid, Co-Chef Cenk Özöztürk und die PR-Unternehmerinnen Renate Schmidt und Marie-Christine Frank.
Später am Nachmittag schauten weitere prominente Gäste vorbei: Der Stadtvorstand feierte ebenso mit, wie die Fraktionsvorsitzenden Christian Joisten (SPD), Christiane Martin (Grüne) und Bernd Petelkau (CDU). Auch Staatssekretärin Serap Güler (CDU) und Marcel Grathwohl, Büroleiter von Ministerpräsident Hendrik Wüst, sowie Linda Mai und Frank Bender vom Blau-Gelben Kreuz hatten ihren Spaß bei Kölns größter Wieverfastelovends-Party.

