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Geheimnis gelüftetNeues Kölner Dreigestirn führt durch die kurze Karnevals-Session 2027

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Das designierte Kölner Dreigestirn der Session 2027 besteht aus Prinz Marius I., Bauer Alex und Jungfrau Johanna. Die drei Freunde gehören zur Traditionsgesellschaft Kölner Narren-Zunft.

Der Entschluss stand, als Marius Wallenborn neun Jahre alt war. 2004 verbreitete Wallenborns Stiefvater Wolfgang Heckner als Prinz Wolfgang I. Frohsinn auf den karnevalistischen Bühnen der Stadt. Als der kleine Marius seinen Stiefvater im Ornat auf der Bühne sah, war es um ihn geschehen. Um Kinderprinz zu werden, war er da aber schon zu alt. „Dann gab es nur noch die Option, den richtigen Prinz zu machen“, sagt Wallenborn. 13 Jahre später wird der Traum in Erfüllung gehen. Bei der Prinzenproklamation Anfang Januar wird aus Marius Wallenborn aller Voraussicht nach Prinz Marius I.. Gemeinsam mit seinen beiden Freunden Alexander Hagen und Maximilian Roth verkörpert er dann bis Aschermittwoch das Kölner Dreigestirn. Zum dritten Mal innerhalb der vergangenen 30 Jahre stellt die Kölner Narren-Zunft von 1880 das Trifolium.

Das Kölner Dreigestirn 2027 besteht aus Prinz Marius I. (Mitte), Jungfrau Johanna (r.) und Bauer Alex (l.).

Das Kölner Dreigestirn 2027 besteht aus Prinz Marius I. (Mitte), Jungfrau Johanna (r.) und Bauer Alex (l.).

Zur Vorstellung des designierten Dreigestirns hat das Festkomitee in den Meister-Campus der Handwerkskammer in Ossendorf geladen. Rund 3500 Handwerkerinnen und Handwerker werden hier jährlich in 25 Berufen auf die Meisterprüfung vorbereitet. Die drei Männer, die in der anstehenden Session über die Kölner Jecken regieren werden, bahnen sich den Weg zwischen Werkbänken, Holzgerüsten und Dachziegel-Mustern. Die Botschaft ist klar: Das Dreigestirn soll eines sein, das anpackt. „Morje es, wat do drus mähs“ lautet das Sessionsmotto des Festkomitees. Es geht um die Zukunft und wie diese von jedem Einzelnen mitgestaltet werden kann. „Das vergangene Wochenende hat uns aufgezeigt, dass wir alle etwas tun müssen“, sagt Festkomitee-Sprecher Markus Kramp mit Blick auf den Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt.

Ein vergleichsweise junges Dreigestirn, das noch viel dieser Zukunft vor sich hat, soll dabei unter den Jecken die Richtung vorgeben. Der Prinz ist 32 Jahre alt, die Jungfrau 33, der Bauer 34. Hagen und Roth kennen sich, seitdem sie Kinder sind. „Über das Dreigestirn haben wir schon früh gesprochen. Aber es fühlte sich nach einem unmöglichen Ziel an, selbst Teil des Dreigestirns zu sein“, sagt der designierte Bauer, der als Wirtschaftsingenieur in einem Familienbetrieb für Umwelttechnik arbeitet. Als die beiden sich näher mit den Anforderungen beschäftigten, wurde klar: So unmöglich ist das Vorhaben gar nicht.

Ein Bauer, der beim ersten Funken Richtung Weltall fliegt

Was für eine Bewerbung fehlte, war der dritte Mann. In der Narren-Zunft lernten sie Wallenborn kennen, freundeten sich an und fassten den Entschluss, sich zu bewerben. Die Rollenverteilung sei unter den Dreien klar verteilt. „Ich habe einen Bauern an der Seite, der beim ersten Funken Richtung Weltall fliegt und nicht mehr zu stoppen ist. Und eine Jungfrau, die gerne tanzt, aber noch lieber aus der Reihe tanzt“, sagt der designierte Prinz, der als geschäftsführender Gesellschafter im familiären Unternehmen der Orthopädieschuhtechnik arbeitet. „Da braucht es in der Mitte jemanden, der auf die Jungs aufpasst und gleichzeitig für die Jecken sorgt.“

Wie genau die drei den Jecken in Erinnerung bleiben wollen, das werden sie in den kommenden Wochen erarbeiten. Fest steht: „Wir wollen die Menschen in Köln verbinden, die Gemeinschaft in den Vordergrund stellen und in Zeiten, die leider häufig unschön sind, Verbindungen schaffen“, sagt Marius Wallenborn.

Maximilian Roth, beruflich selbstständiger Allianz-Vertreter, wird als Jungfrau Johanna über die Kölner Bühnen wirbeln. Mit dem Namen erinnert der leidenschaftliche FC-Fan an seine Großmutter. „Sie hat mir ganz viel Rückendeckung gegeben, die mich geprägt hat und bis heute begleitet“, sagt Roth. Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern bringt er als Tänzer des Tanzkorps Blaue Jungs der KG Lövenicher Neustädter schon einiges an Bühnenerfahrung mit. „Da kann ich den beiden auf jeden Fall etwas mitgeben“, sagt Roth. Der Plan sei es, eine besonders artistische Jungfrau zu verkörpern.

Premiere auch für Festkomitee-Präsident Lutz Schade

Für Festkomitee-Präsident Lutz Schade ist es die erste Dreigestirn-Verkündung in seinem Amt, das er im April von seinem Vorgänger Christoph Kuckelkorn übernommen hatte. Für ihn liegt in der Kürze der anstehenden Session eine große Herausforderung. Mehr als 400 Termine stehen innerhalb von nur 33 Tagen im Ornat an. „Da kann man viel richtig machen. Aber wenn man etwas falsch macht, kriegt man das eigentlich nicht mehr aufgeholt“, sagt Schade. Die Drei seien die Richtigen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. „Sie zeigen in dieser Session an prominenter Stelle, wie wichtig es ist, junge Jecke im Karneval in die erste Reihe zu stellen“, sagt Schade.

Das sieht auch Thomas Brauckmann so. Vor 30 Jahren war der heutige Präsident der Kölner Narren-Zunft selbst Prinz im Kölner Dreigestirn. Vor zehn Jahren stellte die Traditionsgesellschaft mit Prinz Stefan Jung, Bauer Andreas Bulich und Jungfrau Stefan Knepper zum bisher letzten Mal das Trifolium. „Die drei können sehr gut zuhören, verarbeiten das, was sie entgegennehmen, besonders gut und können spontan wirklich sehr gut antworten“, sagt Brauckmann.

Nachdem das Trio ihren Präsidenten überzeugt hatte und auch im Auswahlverfahren des Festkomitees als Sieger hervorging, wartete eine letzte Hürde. Der „Nickabend“, bei dem Oberbürgermeister Torsten Burmester erstmals seine Zustimmung für ein Dreigestirn geben musste. „Wir waren ein bisschen nervös, aber es war sehr angenehm. Er war sehr interessiert“, sagt Wallenborn. Und selbstverständlich gab auch er seine Zustimmung.

Am Elften Elften werden Marius Wallenborn, Alexander Hagen und Maximilian Roth auf dem Heumarkt erstmals vor die Jecken treten. Am 8. Januar wird der OB die drei Männer der Kölner Narren-Zunft im Gürzenich zu Prinz, Bauer und Jungfrau proklamieren.