Das Kölner Studierendenwerk ist Teil der Wohngenossenschaft von Wohnwerk Cologne geworden. Studierende können durch Betreuung von beeinträchtigten WG-Mitgliedern Geld dazuverdienen.
Artilleriehalle in Köln-Ehrenfeld40 neue Plätze für Studierende entstehen in inklusivem Wohnprojekt

An der Alpener Straße entsteht ein inklusives Wohnprojekt mit 120 Wohneinheiten, 40 Studierende sollen dort ebenfalls unterkommen.
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Das Kölner Studierendenwerk plant 40 neue Wohneinheiten in der Alpener Straße 4-6 in Ehrenfeld. Als Teil eines neuen inklusiven Wohnprojekts ist das Studierendenwerk der Wohngenossenschaft von Wohnwerk e.V. beigetreten. Der Kölner Verein setzt sich seit seiner Gründung 2020 dafür ein, inklusive Wohnformen umzusetzen. Insgesamt sind 120 Wohneinheiten an der ehemaligen Artilleriehalle in Ehrenfeld geplant.
Ein Drittel ist für Studierende vorgesehen. Das teilt das Studierendwerk mit. Von den 40 Wohneinheiten, sei „ein Teil als sogenannte Cluster-WGs gestaltet. Diese Wohnform ermöglicht Studierenden nicht nur ein gemeinschaftliches Leben, sondern auch soziales Engagement: Durch die Betreuung von WG-Mitgliedern mit Beeinträchtigungen können Studierende einen Zuverdienst erzielen“, heißt es in der Mitteilung.
Für Studierende ist es in Köln besonders schwierig, ein WG-Zimmer, eine Wohnung oder ein Studentenwohnheimsplatz zu finden. Das Studierendenwerk unterhält rund 4640 Plätze, von denen 380 derzeit wegen Sanierungsmaßnahmen am Spoho-Turm in Müngersdorf ausfallen. Das Studierendenwerk betreibt 91 Objekte, 87 davon sind in ihrem Besitz. Zum Start des Wintersemesters ist die Not besonders groß, Richtung Sommersemester entspannt sich die Lage für gewöhnlich. Im Winter bekommt nur etwa jeder fünfte Bewerber einen Platz in einem Studentenwohnheim.
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Wohnwerk Cologne wird die Artilleriehalle für ihr inklusives Wohnprojekt umbauen. (Archivbild)
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Kölner Studierendenwerk will in den nächsten Jahren 600 Plätze schaffen
Selber bauen ist aufgrund knapper Grundstücksflächen und langwieriger Baugenehmigungsverfahren für das Studierendenwerk zunehmend schwierig. Daher kooperiert es seit geraumer Zeit, wenn möglich, auch mit Dritten, um neuen Wohnraum zu schaffen wie zum Beispiel mit der Evangelischen Kirche am neuen Campus Kartause in der Südstadt. In den nächsten drei bis fünf Jahren sollen knapp 600 Plätze, inklusive der 40 in Ehrenfeld, hinzukommen, teilte Sprecher Klaus Wilsberg mit.
Die Artilleriehalle wurde 1879 als Teil des Äußeren Festungsrings, den die Preußen um Köln gezogen hatten, errichtet. Jahrzehntelang war es das Lager der Bühnen der Stadt Köln. In einem Wettbewerb setzte sich der Verein Wohnwerk mit seiner Idee des „Dorfs im Veedel“ durch: Ein inklusiver Wohn- und Arbeitsort für 120 Menschen mit und ohne Behinderungen, Jung und Alt, für WGs, Singles und Paare soll entstehen. Dabei soll das Äußere der Halle weitgehend erhalten bleiben, auch Gewerbe soll hier Platz finden. Pläne für den Umbau sollen bis 2027 stehen, für 2029 ist die Fertigstellung angesetzt.

