Das Geschäft mit Doping-Mitteln der Kölner florierte seit mehr als zehn Jahren, dann flogen die beiden Mitarbeiter einer Werkfeuerwehr auf.
Untergrundlabor im WohnhausFeuerwehrmänner aus Köln flogen mit Doping-Geschäft auf – Landgericht verkündet Urteil

Die beiden Angeklagten kurz vor der Urteilsverkündung im Kölner Landgericht.
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In einem Untergrundlabor im Keller eines Wohnhauses haben zwei Mitarbeiter einer Werkfeuerwehr unfassbare Mengen an Dopingmitteln hergestellt. Das Kölner Landgericht verurteilte die beiden Angeklagten am Donnerstag zu je zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis. Zuvor hatten die Männer umfangreiche Geständnisse abgelegt und auch Abnehmer aus der Bodybuilding-Szene benannt.
Kölner bestellten Doping-Materialien aus China
Vor mehr als zehn Jahren hatten die Angeklagten ihre illegalen Geschäfte begonnen. Einer der Beschuldigten hatte zuvor lange in Fitnessstudios trainiert und war so mit der Szene in Kontakt gekommen. In Internetforen hatte er sich über die Herstellung von Dopingmitteln informiert und mit Testosteron-Präparaten herumexperimentiert. Schließlich hatte er brauchbare Steroide hergestellt.
Der Mitangeklagte war in den Handel eingestiegen. Man bestellte Rohmaterialien aus China, ließ sie zur Vertuschung der eigenen Identität an Bekannte liefern, die sich damit der Beihilfe schuldig machen. Auch Familienmitglieder wurden einbezogen. Der Vater eines Angeklagten zahlte über sein Konto mehrere Paketsendungen, muss laut Urteil wegen Beihilfe nun 3000 Euro Geldstrafe zahlen.
Angeklagte machte 3000 Euro Gewinn pro Monat
„Das System entwickelte sich über Jahre positiv, der Umsatz konnte stetig gesteigert werden“, sagte der Vorsitzende Richter. Die Männer nahmen laut eigener Aussage etwa 6000 Euro pro Monat ein, bei nur 3000 Euro Ausgaben. Das ergaunerte Geld verwendeten sie für sich und ihre Familien, etwa für einen teuren Kindergarten für hochbegabte Kinder.
Alles flog auf, als Fahnder in Bayern ein Paket mit Rohstoffen aus China abfingen – getarnt wurden diese als Lebensmittel- oder Kosmetik-Sendungen – und es den Angeklagten zuordnen konnten. Es folgten Hausdurchsuchungen, bei der Dopingmittel in Ampullen gefunden wurden. Ein erfahrener Ermittler sagte im Zeugenstand, noch nie ein so großes Untergrundlabor gesehen zu haben.
Zehn Monate in U-Haft – Ehe ist daran zerbrochen
Der Richter hob in seiner Urteilsbegründung die gesteigerte kriminelle Energie des Duos hervor. „Wir sprechen von einer exorbitanten Größe und einem langen Tatzeitraum“, so der Vorsitzende. Zugunsten der Angeklagten wertete das Gericht die umfassenden und von Reue getragenen Geständnisse und die Benennung der Kunden, was weitere Ermittlungen ermöglicht habe.
Die Männer hatten zehn Monate in Untersuchungshaft gesessen, daran war eine Ehe zerbrochen. Aufgrund der langen Verfahrensdauer sah das Gericht noch acht Monate Haft als verbüßt an – somit bleiben noch neun Monate Haft, die wohl zur Bewährung ausgesetzt werden. Was bleibt, ist ein Schuldenberg von knapp 400.000 Euro – den Doping-Umsatz müssen die „Hobbyköche“ an den Staat zurückzahlen.
