Auf dem Köln-Kitzbüheler Wirtschaftsgipfel diskutierten Experten in Kitzbühel über „Sport und Tourismus“ und Kölns olympische Ambitionen.
Wirtschaftsdialog in den AlpenKölsche Flönz und ein Halver Höhner in Kitzbühel

Veranstalter Jürgen Schwarz, Wolfgang Bosbach, Henning Krautmacher und Mario Kotaska auf dem Gipfel an der Streif.
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Sollte sich Köln als Olympiastadt behaupten? An einem dafür recht ungewöhnlichen Ort, im österreichischen Kitzbühel, oben an der legendären Hahnenkammabfahrt, der Streif, wurde beim Köln-Kitzbüheler Wirtschaftsgipfel über „Sport und Tourismus“ diskutiert. Bereits zum zweiten Mal hatte der Rodenkirchener Veranstalter Jürgen Schwarz von Blackevents, in den bekannten Skiort, ins Q!Hotel Maria Theresia, zum Rodenkirchener Hotelier Wolfgang Loock, eingeladen.
Moderiert von Christian Kerner vom Kölner Wirtschaftsclub, wurde im Starthaus an der Streif nicht nur über Köln schwadroniert. Vertreterinnen des Köln- und Kitzbühel-Tourismus, Politiker Wolfgang Bosbach, Henning Krautmacher, Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler, Ratsmitglied Ralph Elster (CDU) und Christian von Thien (RTL-Sport) ergriffen das Mikrofon. Gemeinsamkeiten wurden festgestellt, etwa die Zugkraft des Tourismus, in Kitzbühel, im Sommer wie im Winter, und in Köln, insbesondere durch „Köln als Marke“, wie Köln-Tourismus-Sprecherin Claudia Neumann erklärte. Etwa der Dom, Karneval, Messen und Großveranstaltungen.
Prominente werben für Olympia‑Bewerbung
„Köln ist nicht schön, aber es ist schön, in Köln zu leben“, resümierte Politiker Bosbach. 2006 habe die Stadt die Fußball-WM organisiert. „Ich vermisse, dass man ein ganzes Land begeistern kann für ein ganz besonderes Ereignis“, sagte Bosbach und zeigte auf München, eine Stadt, die heute noch von den olympischen Spielen profitiere. „Mutig“ fand RTL-Reporter von Thien die Bewerbung. Als Medienschaffende habe man natürlich eine Verpflichtung. Von Thien: „Meine Stimme ist dafür, aber wenn, dann mit voller Kraft.“ Henning Krautmacher, ging auch kritisch mit seiner Stadt um: „Köln hat Fehler, so wie ich!“, zitierte der Ex Höhner-Frontmann eine Zeile aus dem Musical „Himmel und Kölle“ und unterstrich die Bedeutung der Musikszene für die Stadt.
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„Köln und Kitzbühel, das passt, weil die Menschen auch hier ein offenes Herz haben“, war die einhellige Meinung. Als Resümee für Olympia ließ sich festhalten, dass es Leidenschaft und Wille für eine Bewerbung braucht und insbesondere die Bevölkerung, die als Bewerberin für die Stadt dahintersteht. Für alle Skifahrer, die sich trauten, ging es im Anschluss mit dem österreichischen Olympiasieger Fritz Strobl auf der Streif in den Ort zurück. Seit 1997 hält Strobl den Streckenrekord. Die Abfahrt am Hahnenkamm gilt als eine der schwierigsten Abfahrten der Welt.
Neben einer Köln-Kitzbüheler Curling-Weltmeisterschaft, dem Besuch des Weihnachtsmarkts mit anschließender Einkehr zum Hüttenabend, bildete der erste Kölner Winterabend zum Jubiläum, erstmalig in Kitzbühel, den Höhepunkt. Mit Co-Moderator Roberto Campione (Ratsmitglieder der KSG) moderierte Schwarz den Abend in Rosi’s Sonnbergstuben. Doch zunächst gab es ein besonderes Schmankerl: Der Rondorfer TV-Koch Mario Kotaska ließ es sich nicht nehmen, mit Rosis Sohn, Friedl Schipflinger, draußen am Feuer eine echte kölsche Spezialität zu kredenzen: einen Flammkuchen mit Apfel und Flönz. Nach dem obligatorischen Kölschfass-Anstich, Köln-Kitzbüheler Orden für alle Gäste, griff Gastwirtin Rosi mit Krautmacher zum Mikrofon.
Krautmacher, ehemaliger Frontmann der Kölner Band Höhner, stand für die kölsche Seele dabei klar im Mittelpunkt. Auch als DKMS-Botschafter und Buchautor, besonders aber, als der Sänger die Hymne des 1. FC Köln anstimmte. Da wurden zwar keine Schals, aber mindestens 90 Prozent aller Servietten, unter den über 100 Gästen aus Köln, geschwungen. Rund 4000 Euro wurden an dem Abend überdies für die DKMS-Stiftung aus einer Tombola gesammelt.

