Köln-MarathonLäufer-Messe kehrt zurück auf den Neumarkt

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Große Nachfrage: Die Startplätze für den Schülerlauf werden auf 2.000 verdoppelt.

Köln – Schluss mit der Wanderbühne. Der Köln-Marathon kehrt mit der Lauf-Messe, auf der die Startunterlagen ausgegeben werden, nach 15 Jahren zurück auf den Neumarkt. Nach wechselnden Stationen wie dem Staatenhaus an der Köln-Messe, der X-Post am Gladbacher Wall, der Lanxess-Arena und der Wassermannhalle in Vogelsang wird sie dort vom 4. bis 6. Oktober öffnen. Am Tag des Rennens (Sonntag, 7. Oktober) wird der Platz mit den Einrichtungen wie üblich für die After-Run-Party genutzt.

„Wir wollen endlich eine dauerhafte Lösung, wollen zeigen, was auf dem Neumarkt alles möglich ist und im Herzen der Stadt Vorfreude auf das Großereignis entfachen“, sagt Marathon-Geschäftsführer Markus Frisch. Die Zahl der Aussteller auf der Läufer-Messe sei wegen des Online-Handels seit Jahren rückläufig. „Wir werden weniger Aussteller haben, dafür aber an einem exklusiven Ort.“

Geplant ist, den Neumarkt zu überdachen und mit Pagoden-Zelten zu bestücken. Mit einem kleinen Bühnenprogramm an den Messe-Tagen und einer Großbild-Leinwand, auf der das Renngeschehen übertragen wird, soll der Marathon mitten in der Stadt verankert werden. „Mit dem alten doppelstöckigen Großzelt vor 15 Jahren hat das alles nichts mehr zu tun“, sagte Frisch am Donnerstag.

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Die Teilnehmerzahlen

In den vergangenen Jahren hatten die Startplätze für den Halbmarathon gerade so ausgereicht, doch 2018 wird der Lauf wohl spätestens Ende August ausgebucht sein. 7.000 der 15.000 Startplätze sind schon weg, ein Plus von 28 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Die Läufer rennen uns die Bude ein. Damit sind wir beim Halbmarathon nach Berlin die Nummer zwei in Deutschland und auf Platz sieben in Europa“, sagt Frisch. „Wir könnten sicher auf 18.000 Meldungen erreichen, aber darunter würde die Qualität der Veranstaltung leiden. Das liegt nicht in unserem Interesse.“

Für den Marathon liegen knapp 3.200 Meldungen vor. Dieses Plus von drei Prozent sei angesichts der stagnierenden Marathonszene in Deutschland ein Achtungserfolg. „Nach dem deutlichen Einbruch im Jahr 2014, der uns richtig weh getan hat, ist das sehr erfreulich.“

Brückenlauf findet statt

Der ASV Köln hat den Termin für den traditionsreichen Kölner Brückenlauf veröffentlicht. Die 38. Auflage des Rennens wird am Sonntag, 9. September, gestartet. Noch gebe es nach dem Rückzug der Hauptsponsors zwar keinen neuen Geldgeber, man sei aber in Verhandlungen, sagte ASV-Sprecher Stephan Ehritt. Die Anmeldung werde in den kommenden Wochen freigeschaltet.

Für den 15. Nachtlauf am Mittwoch, 9. Mai, 21.15 Uhr, über 5 oder 10 Kilometer mit Start und Ziel am Tanzbrunnen kann man sich im Internet anmelden.

www.asv-koeln.de

Beim Staffel-Marathon wird es ebenfalls ein Limit geben. „Mehr als 1.000 Staffeln mit jeweils vier Läufern werden wir aus Respekt vor den Marathonläufern nicht zulassen.“ Die Staffelläufer seien deutlich schneller unterwegs und es „sei schon sehr irritierend, wenn man als Marathonläufer so oft überholt wird“. 271 Staffeln haben sich schon eingebucht, das ist ein Plus von 55 Prozent gegenüber 2017. „26 Wochen vor dem Lauf sind diese Meldezahlen wirklich erfreulich.“

Die Strecke

Der Marathon-Kurs wird sich 2018 nicht verändern und im Süden zum zweiten Mal durch Rodenkirchen führen. „Wir haben sehr viele positive Reaktionen nach unserer Entscheidung bekommen, die Strecke im Norden in Niehl einzukürzen und dafür bis nach Rodenkirchen zu laufen.“ Die Stimmung am Sonntagmorgen sei ausgezeichnet gewesen, so Frisch. An der Halbmarathon-Strecke werde sich ebenfalls nichts ändern. Der Kurs sei sehr beliebt, das beweise die hohe Nachfrage nach den Startplätzen.

Das Ziel

Mehr Stadion-Atmosphäre auf der Komödienstraße schaffen – dieses Ziel haben sich die Organisatoren für den Zielbereich vorgenommen. Überdachte Tribünen sollen dazu beitragen, dass die Läufer auch bei schlechtem Wetter gefeiert werden. Wegen des Ansturms beim Halbmarathon wird der Zieleinlauf verbreitert. Einen Rückstau vor dem Verpflegungsdorf in Höhe des Kölnischen Stadtmuseums wollen die Organisatoren nicht riskieren. „Jeder soll sich wohlfühlen, auch der Letzte, der nach mehr als sechs Stunden ins Ziel kommt.“

Der Schülerlauf

Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr mit 1.000 Teilnehmern wird die Zahl der Startplätze für den 7. Oktober verdoppelt. Die Strecke von Deutz zum Dom ist rund vier Kilometer lang und soll noch leicht überarbeitet werden. „Die Schüler hatten im vergangenen Jahr einen Riesenspaß, selbst die meisten Lehrer konnten wir von dem neuen Angebot überzeugen“, sagt Frisch. 2017 hatte die Geschäftsführung des Marathon entschieden, die Schülerstaffeln aufzugeben, weil das Interesse stark nachgelassen hatte.

Neuer Versandservice

Die Startunterlagen werden in diesem Jahr auf Wunsch erstmals versandt und müssen nicht mehr auf der Läufer-Messe abgeholt werden. „Dieser Service kostet 14 Euro extra, ist aber sicher für Teilnehmer interessant, die weiter entfernt wohnen und wenig Zeit haben“, sagt Markus Frisch. Der Startkarton enthalte alle bestellten Unterlagen und werde früh genug auf die Reise geschickt. „Von den 2.000 Paketen, die wir als Test erstmals anbieten, sind 800 schon gebucht worden. Das Interesse scheint also da zu sein.“

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