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Schäden seit 2021 bekanntStadt Köln saniert Stadtbahnrampe am Barbarossaplatz erst 2027

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Die Stadt Köln muss die Rampe zum Innenstadttunnel am Barbarossaplatz sanieren.

Die Stadt Köln muss die Rampe zum Innenstadttunnel am Barbarossaplatz sanieren.

Die Schäden an dem 40 Jahre alten Bauwerk stellen laut der Stadt eine potenzielle Gefährdung für die Betriebssicherheit der KVB dar. 

Betonabplatzungen, Hohlstellen, stark korrodierter Betonstahl: Die Stadtbahnrampe am Barbarossaplatz befindet sich in einem schlechten Zustand. Über das 138 Meter lange Bauwerk fahren die Linien 16 und 18 in den Innenstadttunnel hinein und wieder hinaus. Eine längere Sperrung hätte erhebliche Folgen für den Kölner Stadtbahnverkehr.

Erhebliche Verzögerungen drohen

Die Schäden sind der Stadt bereits seit 2021 bekannt. Saniert werden soll die Rampe dennoch erst im Sommer 2027. Damit dieser Zeitplan noch eingehalten werden kann, muss der Stadtrat nun kurzfristig rund zwei Millionen Euro freigeben. Andernfalls drohten laut Verwaltung erhebliche Verzögerungen – und damit ein wachsendes Risiko für eine außerplanmäßige Sperrung.

„Die vorhandenen Schäden stellen eine potenzielle Gefährdung für die Betriebssicherheit des Fahrbetriebs der Stadtbahn dar“, warnt das Mobilitätsdezernat. In den zwei Millionen Euro, die das Projekt kosten soll, ist ein Risikozuschlag in Höhe von zehn Prozent enthalten.

Dass es nach fünf Jahren jetzt plötzlich schnell gehen muss, hängt damit zusammen, dass das Mobilitätsdezernat und die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) bereits eine Sperrpause für die Sommerferien 2027 vereinbart haben. Es sei nicht möglich, diese zu verschieben, heißt es in der Begründung für die Dringlichkeitsentscheidung.

Sollte es am 2. Juli keinen politischen Beschluss geben, könne der Auftrag nicht fristgerecht ausgeschrieben werden, es drohten „erhebliche Verzögerungen“. „Aufgrund des schlechten Bauwerkszustandes und fortschreitender Schadensentwicklung würde eine weitere Verschiebung der Maßnahme die Gefahr einer außerplanmäßigen längeren Sperrung der Stadtbahn erhöhen.“

Bauwerk soll noch 50 Jahre halten

Doch warum hat das Dezernat die Beschlussvorlage dem Stadtrat dann nicht schon viel früher vorgelegt? „Der verwaltungsinterne Prüf- und Abstimmungsprozess gestaltete sich zeitlich aufwendiger als angenommen“, teilt die Stadtverwaltung dazu mit. Zur Beurteilung und Planung der Sanierung sei es notwendig gewesen, neben dem Fachplaner für Betoninstandsetzung einen Tragwerksplaner hinzuzuziehen. Eine genauere zeitliche Aufschlüsselung der Prüf- und Planungsschritte liefert die Verwaltung allerdings nicht.

Bei der Sanierung des Trogbauwerks – einer betonierten Wanne, in der die Gleise verlaufen – muss der beschädigte Beton auf den Innenseiten mittels Hochdruckwasserstrahl abgetragen werden. Anschließend erneuert eine Fachfirma die beschädigte Bewehrung und trägt einen neuen Spritzbeton auf. Für eine längere Haltbarkeit wird die Oberfläche am Ende versiegelt. Das Mobilitätsdezernat geht davon aus, dass die Rampe danach mindestens weitere 50 Jahre halten wird.

Während der Sommerferien 2027 soll der Tunnel am Barbarossaplatz  für die Sanierung vorübergehend gesperrt sein. Geplant ist laut der Verwaltung ein Zwei-Schicht-Betrieb, um möglichst schnell fertig zu werden. Auch die zwei Fahrbahnen für den Autoverkehr an der Neuen Weyerstraße, die unmittelbar neben der Stützwand liegen, müssen in dieser Zeit aus statischen Gründen gesperrt werden.

Eine Diskussion darüber, dass der Barbarossaplatz neu gestaltet werden soll, läuft bereits seit mehr als einem Jahrzehnt. Eine Machbarkeitsstudie soll unter anderem untersuchen, ob eine unterirdische Führung der Stadtbahnlinie 18 sinnvoll wäre. Dann würde die Rampe, die im kommenden Jahr saniert werden soll, überflüssig werden. Doch bislang sind weder die Studie noch eine Planung für eine Neugestaltung in Sicht.

Neben der Rampensanierung plant die Stadt für das kommende Jahr, die Bahnsteige der Linien 16 und 18 am Barbarossaplatz anzuheben, damit die Fahrgäste ebenerdig ein- und aussteigen können. Überdies sollen die Haltestellen-Häuschen begrünt werden.

Mit der Stadtbahnrampe am Barbarossaplatz wird die Liste der sanierungsbedürftigen Betonbauwerke in der Kölner Innenstadt wieder ein Stück länger. Erst im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass die Stadt auch das Brückenbauwerk vor der Universität und den 230 Meter langen Tunnel auf der Tunisstraße zwischen der Enggasse und der Komödienstraße erneuern lassen muss. Ebenfalls stark sanierungsbedürftig ist der Tunnel an der Herkulesstraße in Neuehrenfeld, der auf die Autobahn 57 führt.