Die Übergangsphase ohne Strafen ist vorbei: Mit dem guten Wetter stellt die Stadt Köln auch das Badeverbot mit seinen Strafen „scharf“.
„Der Rhein ist saugefährlich“Stadt Köln will bei Verstoß gegen Badeverbot hart durchgreifen

Am Rheinufer stehen neue Schilder, die auf das Badeverbot im Rhein hinweisen.
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Einsatzkräfte retten Menschen vor dem Ertrinken im Rhein und hundert Meter weiter planschen Eltern arglos mit ihren Kindern trotzdem im Fluss: Für Alexander Lustig, stellvertretender Leiter des Kölner Bezirks der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), ist das keine neue Erfahrung.
Deshalb hatte sich Lustig schon vergangenen August gegenüber dieser Redaktion für ein Badeverbot auf den 67,3 Kilometern Rheinufer auf Kölner Stadtgebiet ausgesprochen.
Auch Edgar Muth von der Wasserschutzpolizei sagte im Vorjahr bei einem Termin am Rheinufer: „Wie oft sehen wir, dass Kinder unbeaufsichtigt im Wasser spielen, während die Eltern 20, 30 Meter entfernt sitzen und auf ihren Handys daddeln. Dabei ist der Rhein saugefährlich.“

Edgar Muth von der Wasserschutzpolizei am Rheinufer in Rodenkirchen (Bild von September 2025)
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Anfang September hatte der Kölner Rat deshalb nach einigen Todesfällen das Badeverbot im Rhein beschlossen. Auch andere Städte wie Düsseldorf und Neuss erließen Verbote. Als Baden im Rhein gilt in Köln das planmäßige Verweilen in mehr als knöcheltiefem Wasser. Das Verbot trat am 17. September in Kraft, also erst nach dem Sommer.
Deshalb will Lustig derzeit noch nicht bewerten, ob sich das Badeverbot gelohnt hat, weil es eben über den Winter galt, in dem ohnehin weniger Andrang herrscht. „Dafür müssen wir die warmen Tage abwarten“, sagte Lustig.
Stadt kündigt stärkere Kontrollen an
Das Pfingstwochenende mit den sommerlichen Temperaturen dürfte der Anfang sein. Die Verwaltung versendete am Freitag deshalb eine Mitteilung mit der Überschrift: „Abkühlung im Rhein kann tödlich enden.“
Ein Sprecher kündigte an, dass die Stadt ab sofort stärker kontrolliert, konsequent ahndet und auch Bußgelder von bis zu 1000 Euro verhängt, wenn Menschen das Badeverbot im Rhein missachten.

Die Stadt Köln informierte im vergangenen Jahr bei einem Rundgang zum Badeverbot im Rhein.
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Laut des Sprechers ist damit die achtmonatige Übergangsphase beendet, in der die Stadt bei ihren Kontrollen die Badenden nur mündlich verwarnte. Diese Phase galt seit der Einführung. Laut des Sprechers gibt es keine besonderen Hotspots, als beliebter Abschnitt gilt aber etwa die sogenannte Rodenkirchener Riviera.
Lustig hatte schon im Vorjahr über das Badeverbot gesagt: „Es ist kein Allheilmittel, aber ein zusätzlicher Fingerzeig in der Hoffnung, dass es uns weiterbringt bei dem Thema.“ Mittlerweile hat die Verwaltung am Rheinufer 60 mehrsprachige Schilder aufgestellt. Laut Lustig sollte nun jeder verstehen, dass das Baden verboten ist.

Alexander Lustig, stellvertretender Leiter des Kölner Bezirks der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
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Die Stadt teilte mit: „Die Bundeswasserstraße Rhein zählt zu den verkehrsstärksten Wasserstraßen der Welt. Was vom Ufer aus oft wie eine harmlose Erfrischung aussieht, entpuppt sich im Wasser schnell als tödliche Falle. Die Strömungen des Flusses sind unberechenbar und selbst für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer nicht zu bewältigen.“
Das betonte auch Feuerwehrsprecher Ulrich Laschet vorigen September. Laut seiner Aussage war die Kölner Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt 30 Mal im Jahr 2025 ausgerückt, weil Menschen im Rhein untergegangen waren, 21 Mal habe sie Schwimmer aus dem Fluss gezogen. „Wir wissen nicht, wo die übrigen neun geblieben sind. Vielleicht sind sie selbstständig an Land gekommen, vielleicht wurden sie als Leiche irgendwo angespült“, sagte Laschet damals.

An der Rodenkirchener Riviera liegen vorigen Sommer Menschen im Rhein. Damals galt das Badeverbot noch nicht.
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Landesweit waren von Mai bis Mitte September 2025 aber weniger Menschen ertrunken als im selben Zeitraum des Jahres 2024 (wir berichteten). In der Zeit zählte die DLRG 27 Badetote in nordrhein-westfälischen Gewässern und Bädern. Im Vorjahreszeitraum waren es 34.
Ausgenommen vom Badeverbot in Köln sind behördliche Maßnahmen und Rettungsmaßnahmen einschließlich Übungen von Wasserrettungsdiensten oder der Feuerwehr, das Ein- und Aussteigen beim An- und Ablegen von Wasserfahrzeugen, Kanufahren, Rudern, Angelsport sowie genehmigte Veranstaltungen mit ausdrücklicher Erlaubnis der Stadt Köln. Dazu zählen unter anderem auch Taufen im Rhein.
Als der Rat das Badeverbot beschlossen hatte, beauftragte er die Verwaltung zusätzlich, „die Öffnung und bessere Zugänglichkeit weiterer Badeseen im Stadtgebiet sowie in erreichbarer Nähe zu prüfen und dem Rat hierzu Vorschläge zu unterbreiten“. Das ist bislang nicht passiert.


