Drei Städte konkurrieren bis Oktober um einen Wanderpokal und erhöhte Luft- und Lebensqualität.
Gegen Bonn und DüsseldorfKöln startet Entsiegelungswettbewerb für mehr grüne Flächen

Blick auf Colonius mit vielen Bäumen vom äußeren Grüngürtel aus. (Archivfoto)
Copyright: Martina Goyert
Die Stadt Köln startet gemeinsam mit Bonn und Düsseldorf einen Städtewettbewerb zur Begrünung von versiegelten Flächen. Bis zum 31. Oktober 2026 konkurrieren die drei Städte im Rahmen der Aktion „Grau raus, Grün rein“ darum, wer am meisten Fläche entsiegelt. Die Gewinnerin wird mit dem Wanderpokal „Goldene Gießkanne“ ausgezeichnet.
Das Projekt soll die Zahl der gepflasterten Flächen im Stadtgebiet verringern und für mehr Begrünung und Pflanzen sorgen. Dadurch wird nicht nur das Erscheinungsbild aufgewertet, sondern auch der Hitzeschutz gefördert. An sonnigen Tagen heizen sich versiegelte Flächen – also Flächen, die beispielsweise bebaut, betoniert oder asphaltiert sind – stark auf, da sie luft- und wasserdicht sind. Wasser kann nicht verdunsten und die Hitze in der Luft bleibt bestehen, was insbesondere für Kinder und ältere Menschen eine Belastung darstellt. Gleichzeitig steigern versiegelte Flächen das Risiko zu örtlichen Überschwemmungen, da Regenwasser nicht versickern kann.
Grüne und bepflanzte Flächen kühlen durch Verdunstung und das Spenden von Schatten die unmittelbare Umgebung ab und sorgen für mehr Sonnenschutz, wodurch Mikroklima und Lebensqualität verbessert werden. Zudem werden Artenvielfalt, Hochwasserschutz und Qualität der Bodenfauna erhöht.
Stadt Köln fördert begrünte Flächen
Interessierte Eigentümer privater oder gewerblich genutzter Grundstücke, die Flächen entsiegeln und begrünen wollen, können beim städtischen Förderprogramm „GRÜN hoch 3“ einen Antrag stellen. Wird er bewilligt, zählen die Flächen automatisch für den Wettbewerb.
„GRÜN hoch 3“ fördert Begrünungsmaßnahmen auf dem gesamten Stadtgebiet, darunter Dach- und Fassadenbegrünung, Regenwasserspeicherung oder eben Entsiegelung. Dazu zählen unter anderem der Abbruch von Mauern und Gebäuden, Bodenaufbereitung beziehungsweise Bodenaustausch oder Bepflanzungen und gärtnerische Gestaltung. Pro entsiegeltem Quadratmeter gibt es eine Förderung von bis zu 40 Euro. Einen Bonus gibt es für Flächen, die besonders insektenfreundlich gestaltet werden.
Am Wettbewerb können ebenfalls Menschen teilnehmen, die die Förderung nicht bekommen oder sie nicht wollen. Sie können ihre trotzdem entsiegelten Flächen mit einem Foto und der Quadratmeterangabe per Mail an gruenhoch3@stadt-koeln.de melden. Alle Informationen gibt es auf der Webseite der Stadt Köln und der Webseite „RegenKompass“ der Stadtentwässerungsbetriebe Köln. (jpr)

