Kölns Schuldezernent Robert Voigtsberger will in den kommenden Monaten weitere Flächen der 269 städtischen Schulen öffnen.
Fazit zum Ferienende„Viele glückliche Gesichter“ auf den geöffneten Kölner Schulhöfen

Vorläufige Beschilderung der nach Schulschluss freigegebenen Schulhöfe – hier am Dreikönigsgymnasium in Nippes.
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Nach einem Dringlichkeitsbeschluss des Stadtrates Anfang Juli hatte die Verwaltung zu Beginn der Sommerferien 31 Kölner Schulhöfe für die Nutzung als Spiel-, Sport- und Begegnungsfläche geöffnet. Nach sechs Wochen Ferien zog Schuldezernent Robert Voigtsberger jetzt „ein positives Fazit“. Er sei selbst auf dem einen oder anderen Schulhof gewesen: „Da habe ich in viele glückliche Kindergesichter geblickt. Ich war begeistert, was auf diesen Schulhöfen alles stattfinden kann und auch stattfindet.“
Es ist ein Erfolg nach langem Anlauf. Im Herbst 2021 hatte die Stadt im Rahmen eines Pilotprojektes in jedem der neun Kölner Stadtbezirke einen Schulhof zum Spielen an den Nachmittagen und Wochenenden geöffnet. Der Kostenpunkt: 500.000 Euro pro Jahr für den extra eingerichteten Reinigungs- und Schließdienst. Ende 2024 stoppte die Stadt das Projekt aus finanziellen Gründen – obwohl man in einer Auswertung zu dem Schluss gekommen war, dass es als voller Erfolg zu bewerten sei.
Langer Weg zum Erfolg
Die Entrüstung unter Kölner Kommunalpolitikern und auch in manchen Schulen war daraufhin groß. Anfang 2025 beschloss der Stadtrat, dass die Verwaltung neue Möglichkeiten prüfen solle, die Schulhöfe wieder zu öffnen. Passiert ist dann erst einmal nichts. Ohne Budget hielt man das offenbar nicht für umsetzbar. Nachdem der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet hatte, dass das in anderen Städten sehr wohl möglich ist, teilte Schuldezernent Voigtsberger in diesem Frühjahr mit, nun doch alle Schulhöfe der 269 städtischen Schulen dauerhaft öffnen zu wollen.
Vor den Sommerferien zeichnete sich jedoch ab, dass es wieder nicht recht vorangeht. Daraufhin beschloss eine Mehrheit im Stadtrat in der Sitzung vom 2. Juli per Dringlichkeitsantrag, dass die Verwaltung Schulhöfe „im Rahmen der Möglichkeiten der jeweiligen Schulen“ doch bitte zu Beginn der Sommerferien öffnen solle. Weil danach keine Ratssitzung mehr stattfand, wurde die nötige „Benutzungsordnung für Schulhöfe der Stadt Köln“ zunächst per Entscheidung durch Oberbürgermeister Torsten Burmester und ein Ratsmitglied abgesegnet. Diese muss nun in der Sitzung am Mittwoch noch von einer Ratsmehrheit legitimiert werden.
Die Benutzungsordnung legt fest, dass Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre die freigegebenen Schulhöfe bis 19 Uhr nutzen dürfen. Erlaubt ist die Freizeitgestaltung, insbesondere „zur Befriedigung der Spiel- und Bewegungsbedürfnisse“. Die Benutzung des Schulhofs zu „sonstigen Zwecken“ sei unzulässig, das Betreten von Schulgebäuden verboten, und das Gelände müsse sauber gehalten werden. Es folgt eine Liste mit Unzulässigem: Waffen oder waffenähnliche Gegenstände etwa, Rauchen, Alkohol trinken, motorbetriebene Fahrzeuge, Feuer oder Feuerwerkskörper, das Mitführen von Tieren.
Für die Umsetzung der Schulhoföffnungen stehen einmalig 100.000 Euro bereit – dauerhafte laufende Kosten darf es somit nicht geben. Bei so mancher Schule führt das zu Sorgen vor einer Vermüllung ihres Schulhofs. Voigtsberger sagte jedoch über die in den Ferien geöffneten Flächen: „Sie waren insgesamt in einem guten Zustand: Gefüllte Mülleimer wurden beispielsweise auch wieder geleert.“
Die Stadt hatte vor den Ferien zunächst bei 56 ihrer Schulen wegen einer Öffnung angefragt. Diese mussten über einen direkten Zugang zum Schulhof verfügen, es durften keine aktuellen Baumaßnahmen laufen und kein erhöhtes Gefahrenrisiko vorliegen, wie zum Beispiel ein nicht eingefriedeter Teich.
Gezwungen wurde keine der Schulen, die Leitungen konnten Bedenken anmelden – und 31 wurden schließlich geöffnet. Vorläufige Schilder weisen darauf hin. Nach den aus seiner Sicht erfolgreichen Ferienöffnungen kündigte Voigtsberger an: „Dies ist eine gute Grundlage, um mit den Schulleitungen ins Gespräch zu gehen und weitere Schulhöfe in den nächsten Monaten zu öffnen.“

