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So machen es andere StädteIn Düsseldorf wird der Schulhof zum Spielplatz – in Köln verschlossen

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Anders als in Köln sind die Schulhöfe in Düsseldorf grundsätzlich für Kinder zum Spielen nach der Unterrichtszeit geöffnet.

Anders als in Köln sind die Schulhöfe in Düsseldorf grundsätzlich für Kinder zum Spielen nach der Unterrichtszeit geöffnet.

In Düsseldorf und München sind Schulhöfe nach der Unterrichtszeit für Kinder als Spiel- und Sportplätze geöffnet. Die Stadt Köln prüft seit einem Jahr Möglichkeiten.

Nach Schulschluss noch auf dem Klettergerüst kraxeln, ein paar Bälle schießen, Freunde treffen. Für viele Kinder in einer Großstadt ist der Schulhof der nächstgelegene Ort, an dem das überhaupt möglich ist. In Düsseldorf bleiben deshalb mehr als 170 Schulhöfe auch nach Unterrichtsende geöffnet. In Köln ist das nicht möglich, hier stehen Kinder vor verschlossenen Toren. Auf keinem der mehr als 260 städtischen Schulhöfe dürfen Kinder derzeit nach Schulschluss spielen.

Dabei hatte ein Pilotprojekt bis Ende 2024 an neun Schulhöfen über drei Jahre gezeigt, dass die Öffnung werktags nach Unterrichtsschluss und am Wochenende gut ankommt. Der Kölner Schulausschuss des Stadtrates hatte dann vor einem Jahr einstimmig dafür votiert, wieder mindestens einen Schulhof pro Stadtbezirk (insgesamt neun) nachmittags und am Wochenende zu öffnen. Wenige Monate später stellte der Rat dafür auch einmalig 100.000 Euro bereit.

Ein Hinweis an der Gemeinschaftsgrundschule Spoerkelhof in Merkenich verkündete 2024 das Ende des Pilotprojekts „Offene Schulhöfe“ in Köln.

Ein Hinweis an der Gemeinschaftsgrundschule Spoerkelhof in Merkenich verkündete 2024 das Ende des Pilotprojekts "Offene Schulhöfe" in Köln.

Doch sichtbar passiert ist seitdem nichts: Wie berichtet, teilte die Stadtverwaltung diesen März mit, sie prüfe aktuell die Möglichkeiten „zur Umsetzung technischer Lösungen, die eine dauerhafte Schulhoföffnung ermöglichen“. Die Stadt Köln befrage auch andere Kommunen nach ihren Erfahrungen.

In Düsseldorf sind Schulhöfe seit den 1970er Jahren geöffnet

Das hat diese Redaktion auch gemacht und aus Düsseldorf gehört, dass die flächendeckende Öffnung der Höfe schon lange Usus ist. Eine Sprecherin antwortete: „Die Stadt Düsseldorf in ihrer Funktion als Schulträger der städtischen Schulen hat seit den 1970er-Jahren gute Erfahrungen mit dem Betrieb von Schulhöfen als Spielhöfe.“

In der Vergangenheit seien knapp 100 Schulhöfe teilweise für die Öffentlichkeit geöffnet gewesen. Zunächst waren Schulhöfe im Einzelfall freigegeben, wenn der Schulbetrieb um 14 Uhr endete. Der Düsseldorfer Stadtrat weitete den Zugang dann mit einem Beschluss aus dem Jahr 2024 noch weiter aus: Er änderte die Benutzungsordnung für Schulhöfe, die es in Düsseldorf gibt, sodass seit dem 1. Januar 2025 gilt: „Demnach sind nun grundsätzlich alle Schulhöfe als Spielhöfe geöffnet, sofern keine konkreten Hindernisse dem entgegenstehen.“ Das sind mehr als 170 Schulen, darunter Grundschulen, Realschulen, Gesamtschulen, Gymnasien und Berufskollegs.

Anders als in Köln sind die Schulhöfe in Düsseldorf grundsätzlich für Kinder zum Spielen nach der Unterrichtszeit geöffnet. Auf den Schildern vermerken die Schulen, wann die Öffentlichkeit die Höfe betreten darf. „Schulhof Spielhof“.

Anders als in Köln sind die Schulhöfe in Düsseldorf grundsätzlich für Kinder zum Spielen nach der Unterrichtszeit geöffnet. Auf den Schildern vermerken die Schulen, wann die Öffentlichkeit die Höfe betreten darf. „Schulhof Spielhof“.

Für diese Schulen ließ Düsseldorf Schilder anfertigen, auf denen steht: „Schulhof Spielhof“. Mit einem Magnetstreifen können die Schulen individuell Öffnungszeiten angeben. Sollte der Hof etwa für eine eigene Veranstaltung der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehen, können sie den Streifen abziehen. Dann würde auf dem Schild stehen, dass der Hof geschlossen ist. Grundsätzlich dürfen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre auf die Höfe, die nach Schulschluss montags bis freitags bis 18.30 Uhr oder bis zur Dämmerung offen sind, sowie an Samstagen von 9 bis 18.30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen dürfen sie nicht genutzt werden, es gilt ein Glas- und Alkoholverbot.

Keine Mehrkosten laut Stadt Düsseldorf außer für Schilder

Auf die Frage, ob die Öffnung der Stadt Düsseldorf Mehrkosten verursache, antwortete die Sprecherin: „Die Kosten pro Schild liegen aufgerundet bei 100 Euro. Darüber hinausgehende Kosten, die mit der konkreten Öffnung der Schulhöfe als Spielhöfe verbunden sind, entstehen nicht.“

Die Kosten sind aber der Grund, wieso die Stadt Köln ihre Höfe nicht öffnet. Das Kölner Pilotprojekt „Offene Schulhöfe“ hatte die Stadt nach drei Jahren im Dezember 2024 plötzlich beendet, weil es laut Stadt zu teuer sei. Mehr als 500.000 Euro im Jahr habe sie für die länger offengelassenen Höfe gezahlt. Laut Stadt verteilen sie sich auf Reinigungskosten in Höhe von 233.236 Euro und Schließungskosten von 265.499 Euro. Das wären 152 Euro pro Schulhof pro Tag bei einer Öffnung von 365 Tagen pro Jahr.

Es gibt noch mehr Beispiele an Städten, die ihre Höfe öffnen. Darunter kleinere Städte im Kölner Umland, die ihre Schulen zum Teil gar nicht erst umzäunen. Aber auch München mit 1,6 Millionen Einwohnern, arbeitet daran, zunehmend Plätze „vom Schulhof zum Spielhof“ zu wandeln. Das Programm verfolgt die bayerische Landeshauptstadt seit 1993. Zuletzt waren mehr als 40 Schulhöfe nach Unterrichtsschluss geöffnet, zu variierenden Zeiten: teils ganzjährig, teils nur von Mai bis Oktober, teils nur von Montag bis Donnerstag, teils auch am Wochenende und manche sogar bis 22 Uhr.