Nach sechs Jahren Pause begeisterten die Kölner Lichter wieder Tausende am Rhein. Doch die Zukunft des Feuerwerk-Spektakels ist ungewiss.
Comeback nach sechs JahrenMehr als 100.000 Menschen feiern die Rückkehr der Kölner Lichter

Tausende Menschen besuchten im Kölner Rheinpark das größte musiksynchrone Feuerwerk Europas.
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Die Kölner Lichter haben am Samstagabend (30. August) nach sechsjähriger Pause ihr gelungenes Comeback gefeiert. Schätzungsweise 150.000 Menschen verfolgten das musiksynchrone Feuerwerk am Rheinufer bei herrlichen Temperaturen und fast wolkenlosem Himmel.
Für die 20. Ausgabe des Spektakels wurden fast fünf Tonnen Feuerwerk von zwei 120 Meter langen Schiffen zwischen der Hohenzollernbrücke und der Bastei in den Himmel geschossen. Während der knapp 30-minütigen Show brandete am Ufer mehrfach Jubel auf.
Feuerwerk unter dem Motto „Das Phönix-Projekt“
Die Show stand unter dem Motto „Das Phönix-Projekt“ und sollte für Neubeginn, Hoffnung und Zuversicht stehen. Die Inspiration dazu stammte aus der japanischen Stadt Nagaoka, die 2004 von einem Erdbeben betroffen war und jährlich mit einer Feuershow an den mythischen Vogel Phönix erinnert.
Chef-Pyrotechniker Georg Alef erklärte: „Ich habe ein Buch über Heiterkeit in schwierigen Zeiten gelesen. Da passt dieses Event wie die Faust aufs Auge“. Er präsentierte neueste Effekte wie den „Stroboskop-Effekt“ oder die „Trauerweiden“. Musikalisch wurde das Feuerwerk unter anderem von Liedern wie „Do kanns zaubre“ von BAP, „Zu Asche, zu Staub“ aus der Serie „Babylon Berlin“ und „Who wants to live forever“ von Queen untermalt.

Die Menschen begrüßten die Schiffe mit ihren Handylichtern.
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Das Finale fand ohne Pyrotechnik statt: Zum Lied „Mir singe Alaaf“ von Brings sollte an die Corona-Pandemie erinnert werden, begleitet vom traditionellen Hupen der Schiffe.
Polizei zieht positive Bilanz
Die Polizei zog ein positives Zwischenfazit und sprach von einer „friedlichen und fröhlichen“ Stimmung. Der organisatorische Aufwand war im Vorfeld enorm: Zufahrtssperren, Zäune, ein Glasflaschenverbot und eine Einbahnstraßenführung für Fußgänger und Fußgängerinnen gehörten zum Sicherheitskonzept.
Veranstalter Werner Nolden merkte an, dass der Andrang unmittelbar vor Beginn des Feuerwerks besonders groß wurde. „Viele hatten wohl nicht richtig mitbekommen, dass wir eine Stunde früher abschießen als früher. Der Druck war stellenweise schon enorm“, so Nolden.
Im Vorfeld des Feuerwerks wurde zudem der 90. Kölner Stadtachter ausgetragen. Erstmals in der Geschichte der Regatta wurde diese als Mixed-Rennen mit je vier Ruderinnen und Ruderern pro Boot durchgeführt. Der Neusser Ruderverein siegte vor der Bonner Ruder-Gesellschaft, der Kölner Ruderverein belegte den dritten Platz.
Eine leichte Verzögerung im Zeitplan entstand durch den Schiffskonvoi, der mit etwas Verspätung eintraf. Das Hauptfeuerwerk begann dadurch mit acht Minuten Verspätung.
Veranstalter unsicher über Fortsetzung
Trotz des gelungenen Abends ist die Zukunft der Kölner Lichter offen. Veranstalter Werner Nolden zeigte sich erleichtert über den reibungslosen Ablauf, äußerte sich zur Zukunft aber zurückhaltend. „Grundsätzlich sage ich niemals nie. Aber ich warte erst einmal die Wahlen ab und suche dann das Gespräch. Es bleibt abzuwarten, ob eine 21. Ausgabe politisch überhaupt noch gewünscht ist“, so Nolden.
Moderator Henning Krautmacher zeigte sich begeistert: „Da hat sich Georg selbst übertroffen. Ich hatte mehrmals Gänsehaut.“