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Olympia-EntscheidDas müssen Kölner zur Abstimmung wissen – und das passiert, wenn sie Nein sagen

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Stimmzettel für den Ratsbürgerentscheid zu den Olympischen Spielen in Köln

Stimmzettel für den Ratsbürgerentscheid zu den Olympischen Spielen in Köln

In nahezu jedem Kölner Briefkasten sollten die Wahlunterlagen für die Abstimmung zur Olympia-Bewerbung gelandet sein. So funktioniert es.

Seit Ende der vergangenen Woche liegen sie in den Kölner Briefkästen: die Wahlunterlagen für den Bürgerentscheid zur Kölner Olympia-Bewerbung. Sollen die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 nach Nordrhein-Westfalen kommen? Mit Köln zusammen würden sich 16 andere Städte in NRW bewerben. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie sieht der Stimmzettel aus?

Die Frage lautet: Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Köln an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?

Man muss einfach nur Ja oder Nein ankreuzen.

Warum stehen da drei unterschiedliche Jahreszahlen?

Nordrhein-Westfalen erhofft sich größere Chancen, wenn man mit mehreren Ausgaben ins Rennen geht. Dies betonte auch der Kölner OB Torsten Burmester bei einem Infoabend.

Bis wann läuft der Ratsbürgerentscheid?

Bis zum 19. April, 16 Uhr. Bis dahin müssen die Abstimmungsunterlagen vorliegen. Wer es nicht rechtzeitig zum Briefkasten geschafft hat, kann seine Unterlagen bis 16 Uhr in den Briefkasten am Wahlamt in Kalk, Dillenburger Straße 68-70, 51105 Köln, werfen.

Von 13 bis 16 Uhr kann man den Abstimmungsbrief auch im Auszählzentrum in Deutz abgeben: Hans-Böckler-Berufskolleg, Eitorfer Straße 20, 50679 Köln.

Ab 18 Uhr wird dann ausgezählt. Mit einem Ergebnis kann voraussichtlich im Laufe des Sonntagabends gerechnet werden. Für die Präsentation der Ergebnisse ist die Düsseldorfer Staatskanzlei zuständig.

Kann man am 19. April auch in einem Wahllokal abstimmen?

Nein, es handelt sich um eine reine Briefwahl.

Welche Fristen gelten noch?

Bis zum 3. April kann man noch eine Eintragung ins Abstimmungsverzeichnis beantragen, wenn man sich beispielsweise ohne festen Wohnsitz in Köln aufhält oder nicht der Meldepflicht unterliegt.

Wer darf abstimmen?

Alle Menschen mit Hauptwohnsitz in Köln, die auch an den Kommunalwahlen teilnehmen dürften. Also alle, die am 19. April mindestens 16 Jahre alt sind und die Staatsangehörigkeit eines EU-Landes haben. Das sind in Köln rund 814.000 Personen.

Was passiert in den anderen 16 NRW-Städten?

Ab dem 19. April wird auch in den anderen 16 Kommunen über die Olympia-Bewerbung abgestimmt. Das Prozedere ist wie in Köln eine reine Briefwahl. Stimmberechtigt sind insgesamt rund vier Millionen Bürgerinnen und Bürger. Es handelt sich überall um Ratsbürgerentscheide, bei denen eine konkrete Frage vom Stadtrat an die Bevölkerung übertragen wird.

Abstimmen können Bürgerinnen und Bürger neben Köln in Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal.

Gibt es eine Mindestbeteiligung?

Ja. Damit das Ergebnis gültig ist, muss nicht nur eine Mindestbeteiligung erreicht werden, sondern auch ein bestimmter Zustimmungswert. In Städten mit über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen Beteiligung und Zustimmung bei zehn Prozent liegen. In kleineren Kommunen liegt das Abstimmungsquorum bei bis zu 20 Prozent.

Olympia-Bewerbung: So geht es in Köln weiter

Was passiert, wenn die Kölnerinnen und Kölner Nein sagen?

Dann wäre die NRW-Bewerbung mindestens sehr geschwächt, wenn nicht gar gescheitert, denn Köln soll „Leading City“ sein. In Köln soll das Olympische Dorf entstehen, die Stadt ist auch international am bekanntesten. Problematisch wäre es wohl auch, wenn in Düsseldorf oder Dortmund gegen die Olympia-Bewerbung votiert wird.

Etwas anders könnte es aussehen, wenn in einer kleineren Stadt mit Nein gestimmt wird. Man könnte dann versuchen, alternative Sportstätten zu finden.

Wird die Region Rhein/Ruhr der deutsche Kandidat, wenn hier in NRW alle mit Ja stimmen?

Nein, das ist völlig offen. Denn daneben bewerben sich auch München, Hamburg und Berlin. Die Münchner Bürgerinnen und Bürger haben bereits mit großer Mehrheit Ja gestimmt, die Stadt gilt als Favorit beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Die Hamburgerinnen und Hamburger stimmen Ende Mai ab. Es wird erwartet, dass das Ergebnis hier knapper als in München ausfällt. In Berlin sollen die Bürgerinnen und Bürger nicht befragt werden. 

Wann fällt die Entscheidung des DOSB?

Bis zum Herbst 2026 soll entschieden werden, welche Stadt oder Region sich offiziell für Deutschland um Olympia bewirbt.