Der Unternehmer war an der Entwicklung des Ottomotors beteiligt und erfand das System der Schwebebahn.
150 aus 150Eugen Langen gründete die erste Gasmotorenfabrik der Welt

Der kaufmännische Erfolg der Fabrik in Deutz, die durch den von Otto entwickelten Vier-Takt-Motor Weltruhm erlangte, war Langens Leistung.
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 21. Teil der Serie geht es um den Unternehmer Eugen Langen.
Bedeutung
Als einer der wenigen Unternehmer des 19. Jahrhunderts besuchte Eugen Langen als junger Mann eine Hochschule, das Polytechnikum in Karlsruhe, das er aber ohne Abschluss verließ. Anschließend arbeitete er in den Firmen seines Vaters, einer Zuckerfabrik und der Friedrich-Wilhelms-Hütte, wo er zahlreiche Erfindungen machte. Von größter Bedeutung war seine Zusammenarbeit mit dem Kaufmann Nicolaus August Otto, der den Gasmotor weiterentwickelte. Die beiden gründeten 1864 ein Unternehmen, das seit 1867 in Deutz ansässig war. Hier entstand die erste Gasmotorenfabrik der Welt. Durch den von Otto entwickelten Vier-Takt-Motor erlangte sie Weltruhm, aber der kaufmännische Erfolg war Langens Leistung.
Dabei war er nicht vor Fehlentscheidungen gefeit: Eine Zusammenarbeit mit Rudolf Diesel zum Einsatz des nach ihm benannten Motors lehnte er ab. Erfolgreich war die Gründung der Zuckerfabrik „Pfeifer & Langen“ mit Emil und Valentin Pfeifer. In dieser Phase erfand Langen das Verfahren zur Herstellung von Würfelzucker. Er entwickelte Anfang der 1890er Jahre auch das System der Schwebebahn, das im heutigen Wuppertal zur Anwendung kam. Kritisch ist Langens Rolle in der Kolonialbewegung und als Großaktionär der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft zu sehen, die für die Ausbeutung der Menschen in Afrika stand.
Eugen Langen
Geboren: 9. Oktober 1833 in Köln
Gestorben: 2. Oktober 1895 in Elsdorf
Wirken in Köln
Langen war Vizepräsident der Handelskammer, leitete den Verein der Industriellen und war seit 1870 Stadtverordneter. Er setzte sich für den Bau der evangelischen Christuskirche an der Herwarthstraße ein, wollte dafür aber ursprünglich einen prominenteren Platz an den Ringen erhalten.
Bemerkenswert
Menschenmassen säumten den Weg des Trauerzugs von Langens Wohnhaus an der Von-Werth-Straße zum Friedhof Melaten. An seinem Grab, so berichtete die „Kölnische Zeitung“, wurden Hunderte von Kränzen abgelegt.
Spuren in der Stadt
In Marienburg ist eine Straße nach ihm benannt, eine Figur ziert den Ratsturm, und die Unternehmen Deutz sowie Pfeifer & Langen bestehen fort. Langens Nachlass wird in der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln aufbewahrt. Das Otto- und Langen-Quartier an der Deutz-Mülheimer-Straße harrt der Entwicklung.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
