Die Vorlagen für die Rekonstruktion wurden mit digitaler Hilfe erstellt.
Kölner DomDas rekonstruierte Helena-Fenster trägt den Geist der Klosterfrau

Das Fenster zeigt im unteren Drittel die Heiligen Helena, Monika, Elisabeth und Mathilde – und das Klosterfrau-Emblem (u.l.)
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Dieses Fenster trägt nicht nur in den Ausmaßen beträchtliche Werte in sich: Das Helenafenster im Kölner Dom ist 17 Meter hoch und 6,5 Meter breit. Es gehört zum Zyklus der sogenannten Welter-Fenster, die 1870/1880 zur Domvollendung entstanden und zum Teil im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. 2004 begann die Glaswerkstatt der Dombauhütte Köln mit der Rekonstruktion der nur noch in Teilen erhaltenen Stücke. Am Dienstag segnete Dompropst Guido Assmann das Helena-Fenster, das ins Südquerhaus zurückkehrte. Bei der Messfeier waren zudem Dombaumeister Peter Füssenich und die Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins, Barbara Schock-Werner, dabei.
Das Fenster zeigt im unteren Drittel die vier überlebensgroßen Heiligen Helena, Monika, Elisabeth und Mathilde. Benannt ist es nach der heiligen Helena, die der Überlieferung nach die Reliquien der Heiligen Drei Könige auffand. Die Rekonstruktion des Fensters war für die Dombauhütte eine Herausforderung. Erstmals mussten bei der Rekonstruktion eines Fensters dieses Zyklus neben Ornamenten und Maßwerk auch die Figurendarstellungen vollständig neu erarbeitet werden. Grundlage bildeten historische Entwürfe aus dem Dombauarchiv, die von den Glasmalerinnen der Dombauhütte in aufwendiger Detailarbeit maßstabsgerecht übertragen wurden.
Die traditionelle Techniken der Glasmalerei alleine genügten da nicht, die Vorlagen wurden mit digitalen Verfahren erstellt, etwa bei Aufrissen mittels CAD-Technologie. Die Verbindung aus überliefertem Handwerk und digitalen Planungsmethoden sei die besondere Chance des Projekts gewesen, sagte Dombaumeister Peter Füssenich. „Sie hat es uns ermöglicht, die historische Bildsprache nicht nur präzise nachzuvollziehen, sondern sie auch in eine überzeugende Gesamtwirkung im Raum zu übersetzen.“
„Zeichen von Erneuerung und Heilung“
Das Fenster enthält auch ein Stück Product Placement: das Firmenemblem von Klosterfrau Melissengeist. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr 200-jähriges Bestehen. Die Klosterfrau-Gruppe ermöglichte die Finanzierung der aufwendigen Rekonstruktion. Das Unternehmen, dessen Geschichte in Köln begann, will damit seine enge Verbundenheit zur Stadt unterstreichen. Stefan Koch, CEO der Klosterfrau Healthcare Group, war bei der Messfeier anwesend. Auch die neu gestaltete Darstellung von Heilpflanzen wie Alant, Angelika und Pomeranze sei ein Zeichen von Erneuerung und Heilung, heißt es in einer Mitteilung.
Die heilige Helena (250-330), Mutter des römischen Kaisers Konstantin, zählt zu den bekannten Heiligen der Spätantike. Der Legende nach grub sie im Heiligen Land nach den Spuren des Lebens Jesu. So wird ihr die Auffindung des Kreuzes Jesu zugeschrieben. Reste davon werden heute im Petersdom in Rom verehrt. Helena-Reliquien gibt es etwa in Rom in der Kirche Santa Maria in Aracoeli, im Trierer Dom und im Bonner Münster. Dompropst Assmann betonte in Köln: „Die heilige Helena ist von enormer Bedeutung für unsere Domkirche – und es ist eine große Freude, dass sie gemeinsam mit der heiligen Monika, der heiligen Elisabeth und der heiligen Mathilde nun wieder das rekonstruierte und nach ihr benannte ‚Helenafenster‘ im Südquerhaus ziert.“

