Baumhöhle, Baumschaukel und Rückepferd Bruno: Eine neue Ausstellung wurde jetzt im Haus des Waldes eröffnet. Sie bringt Besuchern die Natur vor der Haustür nahe.
Museum in Köln-EilNeue Ausstellung zeigt den Wald als gemeinsames Erlebnis

Bei der Eröffnung konnten die Gäste sich in der neuen Ausstellung mit Personen bekannt machen, die beispielhaften Einsatz für den Wald gezeigt haben.
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Die Baumhöhle in der neuen Ausstellung war sofort die Attraktion für Kinder, Erwachsene nutzten gern die Baumschaukel, beteiligten sich an einer Wunschliste für mehr Grün in Köln oder erweiterten mit eigenen Wald-Gedanken das Kunstwerk, das sich über den Raum spannt. Am Internationalen Tag des Waldes wurde die neue Ausstellung „Wald schützen – Mach mit!“ im Waldmuseum auf Gut Leidenhausen eröffnet. Gäste aus Politik, Stiftungen und dem ehrenamtlichen Naturschutz würdigten in Ansprachen und durchs Mitmachen das Projekt, das den Wald als Lebensraum und als gemeinschaftliche Aufgabe in den Mittelpunkt stellt.
Jürgen Hollstein, Vorsitzender des Freundeskreises Haus des Waldes, erinnerte in seiner Ansprache an die lange Geschichte des Museums. Seit 1982 habe die damalige Ausstellung über Jahrzehnte hinweg vielen Menschen den Wald nähergebracht. „Sie hat Generationen von Besucherinnen und Besuchern begeistert, war aber inzwischen deutlich in die Jahre gekommen“, sagte Hollstein. Erst durch die Unterstützung mehrerer Förderer sei es gelungen, ein neues Konzept zu entwickeln und schrittweise umzusetzen.
Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen unterstützt
Zu den wichtigsten Unterstützern zählen die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, vertreten durch Vorstand Karsten Möring, sowie die NRW-Stiftung, deren Vizepräsidentin Barbara Schock-Werner an der Eröffnung teilnahm. Hinzu kamen eine namhafte Spende einer Kölner Familie sowie weitere Zuwendungen. Gemeinsam ermöglichten sie die Konzeption und Realisierung der Ausstellung, die nun als erster Abschnitt eines umfassenden Waldmuseums der Zukunft präsentiert wird.
Der Porzer Bezirksbürgermeister Lutz Tempel gratulierte zu dem sichtbaren Erfolg nach den langen Aus- und Umbauarbeiten. „Das Haus des Waldes ist ein wichtiger Ort für Umweltbildung – nicht nur für Porz, sondern für ganz Köln und darüber hinaus“, betonte Tempel. Besonders dankte er den vielen Ehrenamtlichen, die mit großem Engagement beteiligt sind und waren. Ohne ihre Arbeit wäre ein solches Vorhaben nicht möglich gewesen. Karsten Möring hob die Strahlkraft des Projekts hervor. Die Ausstellung verdeutliche auf anschauliche Weise die Bedeutung des Waldes und seiner nachhaltigen Nutzung. Sie zeige, dass Naturschutz nicht abstrakt sei, sondern von Menschen gestaltet werde.
Konrad Adenauer berichtet über den Kölner Grüngürtel
Genau diesen Ansatz verfolgt die neue Ausstellung. Unter dem Titel „Wald schützen – Mach mit!“ werden persönliche Geschichten von Menschen aus aller Welt erzählt, die sich für den Schutz von Natur und Wald einsetzen. Acht lebensgroße Figuren berichten von ihrem Engagement – darunter der frühere Kölner Oberbürgermeister und erste Bundeskanzler Konrad Adenauer, der die Schaffung der Kölner Grüngürtel maßgeblich vorantrieb. Weitere Beispiele reichen von der Kölner Schülerin Ida, die Bäume für das Aufforstungsprojekt „Ein Wald für Köln“ pflanzte, bis zur australischen Lehrerin Miranda Gibson, die durch einen spektakulären Protest in einer Baumkrone den tasmanischen Urwald schützen wollte.
Neben diesen Geschichten bietet die von der Agentur ÖkoRausch konzipierte Schau zahlreiche Mitmach- und Entdeckungsstationen. Die Ausstellungsmacherinnen Tatjana Krischik und Dunja Karabaic führten die Gäste durch die Stationen. Ein großes Wandpuzzle informiert über das Projekt „Ein Wald für Köln“, eine Baumhöhle lädt Kinder dazu ein, die Welt der Kleinlebewesen im Wald zu erkunden. In einer Mitmachecke können Besucherinnen und Besucher zudem das Kunstwerk der Bühnenbildnerin Cordula Körber weiterentwickeln – eine Konstruktion aus miteinander verbundenen Ästen, die sich durch das offene Holzgiebeldach des Saales zieht.
Die Ausstellung ist zugleich flexibel gestaltet, denn der rund 150 Quadratmeter große Raum dient auch als Veranstaltungsort. Einige Elemente sind deshalb beweglich und können für Vorträge, Konzerte oder Sonderausstellungen umgestellt werden. Mit der jetzigen Präsentation ist erst der erste Schritt getan. Für 2027 planen die Verantwortlichen die vollständige Eröffnung des Waldmuseums. Dann soll eine weitere Ausstellung im Dachgiebelraum entstehen, die sich besonders mit der Zukunft des Waldes und seiner Bedeutung für kommende Generationen beschäftigt.
Die Ausstellung „Wald schützen – Mach mit!“ ist ab sofort jeden Sonntag von 11 bis 16 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

