Das Römisch-Germanische Museum war ein Publikumsmagnet am Dom. Dann musste es 2018 schließen, weil die Betriebserlaubnis abgelaufen war.
Trotz langer SucheStadt hat noch keine Firma für Museumssanierung am Kölner Dom unter Vertrag

So soll das Römisch-Germanische Museum nach der Sanierung aussehen.
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Sieben Jahre und vier Monate nach der Schließung des Römisch-Germanischen Museums (RGM) am Roncalliplatz Ende 2018 veröffentlichte die Stadt Köln am Mittwoch eine Mitteilung, in der es unter anderem heißt: „Die Sanierung des Museums hat noch nicht begonnen.“ Und dass das Projekt „sehr komplex“ ist.
Derzeit ist das Museum zurückgebaut, also vereinfacht gesagt leergeräumt. Seit 13 Monaten liegt die Baugenehmigung vor, doch die Stadt verhandelt weiter mit dem potenziellen Generalunternehmer. Zur Erinnerung: Die Frist, bis zu der sich Firmen bewerben konnten, endete am 6. Januar 2025.

Das Römisch-Germanische Museum am Dom
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Ursprünglich wollte die Stadt schon zwischen Juli und September des Vorjahres eine Firma beauftragen. So steht es im monatlichen Bericht von der Baustelle aus dem April 2025. Im Dezember hieß es dann: „Das Verhandlungsverfahren befindet sich in der finalen Phase.“
Doch diese „finale“ Phase ist immer noch nicht beendet – und wird nun erneut nach hinten verschoben, wie die Stadt mitteilt. Das hat laut ihrer Aussage zwei Gründe. Zum einen die Komplexität der Sanierung.
Und zweitens: Der Generalunternehmer soll nicht nur das Gebäude von 1974 sanieren, sondern auch anschließend das Museum herrichten, etwa die Vitrinen bauen und die Großexponate schützen. Dafür müssten die Maßnahmen gebündelt werden. Deshalb verzögert sich die Vergabe der Arbeiten an einen Generalunternehmer nun vom zuletzt geplanten ersten Quartal (Januar bis März) ins dritte Quartal (Juli bis September).

So soll das Museum einmal aussehen.
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Demnach wird das Museum auch später eröffnen? Nein, sagt die Stadt. Sie schreibt: „Die Stadt Köln geht jedoch davon aus, dass durch die Umsetzung aus einer Hand im Verlauf der Arbeiten wieder Zeit aufgeholt werden kann. Deshalb wird weiterhin mit einer Fertigstellung im dritten Quartal 2029 gerechnet.“
Aber: Dieses dritte Quartal 2029 hatte die Verwaltung auch schon vor einem Jahr in ihrem Zeitplan als Eröffnungszeitraum genannt, als die Vergabe der Arbeiten noch für ein Jahr früher geplant war.
Betriebserlaubnis war abgelaufen
Wie berichtet, musste die Stadt das RGM Ende 2018 schließen, weil sie das denkmalgeschützte Gebäude von 1974 nicht rechtzeitig saniert hatte, obwohl der Bedarf seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt war. Die Betriebserlaubnis des Museums am Dom war ausgelaufen. In den letzten Jahren vor der Schließung hatte die Verwaltung den Brandschutz immer Jahr für Jahr verlängern müssen.
Für die Sanierung sind 169 Millionen Euro geplant, 20 Millionen Euro davon sind für den Generalunternehmer als Zuschlag vorgesehen. 2026 soll der Bau beginnen, 2029 beendet sein und im selben Jahr eröffnen – elf Jahre nach der Schließung. Baudezernent Markus Greitemann hatte vor vier Jahren noch eine Fertigstellung für 2026 angekündigt.
Erst Ende 2019 hatte das RGM im umgebauten Belgischen Haus interimsweise eröffnet. Das deutlich kleinere Haus steht rund 1,5 Kilometer entfernt an der Cäcilienstraße nahe dem Neumarkt.
Laut eigener Aussage hütet das RGM das „archäologische Erbe der Stadt und des Umlandes“. „Funde von der Urgeschichte bis ins frühe Mittelalter zeigen die Entwicklung und Bedeutung Kölns durch die Jahrhunderte.“
