Mit humorvollem Programm und kölscher Musik feiert „Jeckespill“ seit 2010 Erfolg in Kölner Kneipen – Auftakt im Alten Brauhaus an der Severinstraße.
KarnevalTeam und Künstler ziehen durch fünf Kölner Kneipen – „Jeckespill“ begeistert Publikum

„Liebenärrinnenunnnarrn ...“ Der lallende „Sitzungspräsident“ Volker Weininger bei der Jeckespillsitzung.
Copyright: Roland Meurer
Das Team der Kneipensitzung „Jeckespill“ ist wieder op jöck. Mit handgemachter, ballermannfreier Musik, exzellenten Rednern, Sängern und Komikern zieht das Sitzungsteam mit der Kapelle „Botzeraf“ (Andreas Hirschmann, Keyboard und Martell Beigang, Schlagzeug) durch fünf Kölner Kneipen. Die Karten für die zwölf Sitzungen seien innerhalb von Minuten weg gewesen, berichtet Jeckespillpräsident Helmut Frangenberg zum Auftakt der 16. Sitzungsauflage im Alten Brauhaus an der Severinstraße. Was 2010 mit „Krätzjer, Klaaf un Kalverei“ in vier kölschen Gaststätten begann, ist längst Kult.
Als Auftrittsort neu dazugekommen ist das Maybach im Mediapark. Dafür ist die Wagenhalle der Comedia, in der das Team viele Jahre zu Gast war, weggefallen. Das Theater hatte den Vertrag für die Gastronomie nicht verlängert. Gastgeber bei jedem Jeckespill sind die jeweiligen Kneipen und deren Wirte. Das Programm wird vom Team der Kneipensitzung und der Sitzungskapelle gestaltet.
Pointenfeuerwerk im voll besetzten Brauhaus
Zwischen Metthäppchen, Bockwurst und Kölsch feierten die bunt kostümierten Jecke im voll besetzten südstädtischen Brauhaus Redner wie den lallenden „Sitzungspräsidenten“ Volker Weininger, der von Elferratstouren zum Sauerlandstern, vom harten Kirmeswochenende im Ort, von seinen Freunden Manfred und Hermann und von seiner Frau berichtet, mit der er seit fast 30 Jahren verheiratet ist. „Wir haben uns die Aufgaben immer gerecht geteilt“, erzählt er. „Als unser Sohn geboren wurde, hat meine Frau gestillt, weil ich dat ja nit konnte. Dafür hab‘ ich dann jeschlafen, weil sie dat ja nit konnte.“ Herrlich auch die Koblenzer Kult-Rentner Willi und Ernst (Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum), die eine Pointe nach der anderen aus der künstlichen Hüfte schossen. „Wir sind Freunde seit der Grundschule“, sagt Ernst. Darauf Willi: „Ja, das stimmt. Er hat zwei Jahre in der dritten Klasse auf mich gewartet.“
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Mit dem Duo „Knubbelefutz un Schmalbedaach“ alias Renate Heymans und Dieter Schmitz, kündigte Frangenberg einen besonderen Auftritt an. Offiziell hätten sich die beiden vor zwei Jahren vom Karneval verabschiedet. „Aus alter Verbundenheit haben sie sich noch mal überreden lassen, bei uns aufzutreten“, sagt er. „Weil das Jeckespillteam für uns wie eine große Familie ist, haben wir eine Ausnahme gemacht“, erzählt Renate Heymans am Rande der Veranstaltung. Auf der Bühne singen sie vom „Jotschingbon“, vom Gutscheinbon, einem Krätzje, halb kölsch, halb chinesisch. Kölsche Krätzjer präsentierte auch Philipp Oebel, unter anderem mit dem 40 Jahre alten Song von Ludwig Sebus: „Wer uns nit schön fingk“.
In einem Block gegen die Weltuntergangsstimmung kombinierte Helmut Frangenberg anschließend mit den Brauhauselfen Mica Frangenberg, Uli Müller und Esther Chrischilles, die das Publikum zuvor auf die Namen A-grip-pina umgetauft hatte, eine neue Version von Ray Charles‘ Hit „What I’d say“. „Hück es hück“ lautet der kölsche Titel und fordert musikalisch dazu auf, mehr den Moment zu genießen und nicht immer an gestern und morgen zu denken. Zum Schluss überraschte die Band Halvlang, Sieger des letzten Kölschen Musik Bänd Kontest, mit rheinischem Folk und ihrem neuen Welthit: „Frittebud, Fritte schmecke immer jut“. Erstmals beim Jeckespill dabei sind der Komiker Dave Davis als Toilettenmann „Motombo“ sowie Handwerker Peters.

