AntisemitismusStadt Köln bezieht Stellung vor Konzert von Roger Waters – weiterer Protest kündigt sich an

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Roger Waters steht auf der Bühne und schaut zur Seite.

Umstritten: Roger Waters, dessen Köln-Konzert für den 9. Mai in der Lanxess-Arena geplant ist.

Vor dem umstrittenen Konzert von Roger Waters lädt die Stadt Köln zu einer Podiumsdiskussion ein. Indes kündigt sich weiterer Protest an.

Über kein anderes Konzert 2023 in Köln wird im Vorfeld so viel gesprochen und geschrieben wie über den Auftritt des Bassisten und Komponisten Roger Waters am 9. Mai. Am Tag vor dem Konzert des Gründungsmitglieds der englischen Rockgruppe „Pink Floyd“ in der Lanxess-Arena lädt nun auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu einer Podiumsdiskussion ein. Grund sind die antisemitischen Äußerungen des Künstlers, der zudem seit Jahren öffentlich als Anhänger der Israel-Boykott-Bewegung (BDS) auftritt. 

Mit der öffentlichen Veranstaltung am 8. Mai im Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums bezieht die Stadt nach eigenen Angaben Stellung gegen Antisemitismus. Von 11 bis 13 Uhr diskutieren Stella Leder vom Institut für Neue Soziale Plastik aus Potsdam/Berlin, der Kölner Kulturdezernent Stefan Charles sowie Abraham Lehrer, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Roger Waters in Köln: Lanxess-Arena droht bei Absage hohe Vertragsstrafe

Antisemitismus in Kunst und Kultur sei kein Einzelfall, heißt es in der Einladung. So werde unter anderem der Frage nachgegangen, wie weit Kunstfreiheit gehen darf, auch geht es um rechtliche Hürden. Stefan Löcher, Geschäftsführer der Lanxess-Arena, hatte den Vertrag mit dem „Dirk Becker Entertainment“, das vom eigentlichen Veranstalter „FK Scorpio“ mit der Abwicklung in Köln beauftragt worden ist, durch eine Anwaltskanzlei prüfen lassen. Das Ergebnis: Eine rechtliche Basis für eine außerordentliche Kündigung des Mietverhältnisses wird nicht gesehen. Im Falle einer Absage drohen der Arena durch eine hohe Vertragsstrafe finanzielle Schwierigkeiten.

Schon vor Monaten hatte ein Großteil des Kölner Stadtrats eine Absage des Konzerts gefordert. Gegen den Auftritt sprechen sich auch mehrere zivilgesellschaftliche Kölner Organisationen aus. So ruft das „Rheinische antifaschistische Bündnis“ gegen Antisemitismus für den 8. Mai zu einer Kundgebung ab 17 Uhr auf dem Roncalliplatz auf. Der Verein„ Klare Kante“ demonstriert am 9. Mai ab 17 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz vor der Lanxess-Arena.

Ende Februar hatten die Stadt Frankfurt und das Land Hessen das für den 28. Mai geplante Waters-Konzert in der Frankfurter Festhalle verboten. Dagegen geht der Musiker nun gerichtlich vor. Eine Entscheidung soll noch im April fallen.

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