Großprojekt für KulturPolitik diskutiert über Abriss der Kölner Stadtbibliothek

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Aussenansicht der Zentralbibliothek am Neumarkt.

Die Zentralbibliothek am Neumarkt.

Die seit Jahren laufenden Planungen für eine Modernisierung des Gebäudes am Neumarkt stehen noch einmal auf dem Prüfstand.

Nachdem sich die CDU am Donnerstag für einen Abriss und Neubau der Zentralbibliothek am Neumarkt ausgesprochen hat, positionieren sich jetzt auch die weiteren Fraktionen im Stadtrat. „Mit den neuen Fakten macht eine Sanierung der Stadtbibliothek überhaupt keinen Sinn mehr“, sagte Bürgermeister Ralph Elster.

Kölner Zentralbibliothek: Weitere Probleme bekannt geworden

Wie berichtet, waren bei der seit einem Jahrzehnt laufenden Planung der Sanierung weitere Probleme bekannt geworden. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ waren Risse in den Decken der Kellergeschosse entdeckt worden.

Unterstützung erhält die CDU von der FDP. „Wir wollen das Gebäude nicht mehr anpacken – für uns kommt nur ein Abriss und Neubau infrage“, sagte FDP-Fraktionschef Ralph Sterck. Da inzwischen ein Geschäftshaus in der Innenstadt als Interim zur Verfügung steht, sei es nicht mehr zwingend notwendig, im Bestand zu sanieren. Grundsätzlich bestehe die große Gefahr, dass während der Bauarbeiten weitere Unwägbarkeiten auftreten könnten, die zu Kostensteigerungen führen würden. „Sobald man anfängt, da die Wände aufzustemmen, werden wir von einer Ohnmacht in die nächste fallen“, sagte Sterck.

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Kölner CDU bringt alternativen Standort ins Spiel

Die Grünen und die SPD zeigen sich noch zurückhaltend. „Wir können uns dazu zurzeit nicht äußern, weil wir zunächst weitere Fakten seitens der Stadtverwaltung benötigen“, sagte ein Sprecher der Grünen auf Anfrage.

SPD-Fraktionschef Christian Joisten sagte, die Sozialdemokraten wollten zunächst an einer Modernisierung der Zentralbibliothek festhalten. „Sollte es aber neue Unsicherheitsfaktoren geben, müssten wir das Projekt noch einmal auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls neu denken“, so Joisten. Ihm sei es aber wichtig, am bisherigen Standort festzuhalten. Die CDU hatte einen alternativen Standort in einer zentralen Lage ins Spiel gebracht.

„Wir stehen einem Abriss kritisch gegenüber und würden nur bei drastischen Schäden am Gebäude davon abrücken“, sagte Linke-Fraktionschef Heiner Kockerbeck. Einen Wechsel des Standorts lehne seine Fraktion ab.

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