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Langfristige SperrungStadt Köln legt neue Details zur Reparatur des Gulliver-Tunnels vor

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Die Stadt Köln hat den Gulliver-Tunnel in der Innenstadt gesperrt.

Die Stadt Köln hat den Gulliver-Tunnel in der Innenstadt gesperrt.

Das Mobilitätsdezernat prüft weiterhin eine Gerüstkonstruktion, unter der Autos durchfahren können. Die Ausschreibung wird vorbereitet.

Die Reparatur des gesperrten Gulliver-Tunnels an der Hohenzollernbrücke wird umfangreicher als bislang bekannt war. Neben den schweren Gewölbeschäden (wir berichteten) müssen voraussichtlich weitere Bauteile der historischen Brückenkonstruktion instandgesetzt werden. Das geht aus einer Mitteilung des Mobilitätsdezernats an die Politik hervor. Die Arbeiten könnten demnach bereits vorhandene Risse verschlimmern.

Erschütterungen während der Sanierung möglich

Konkret geht es um die balkonartigen Vorsprünge an den Widerlagern der Hohenzollernbrücke – also dem Unterbau an den Enden der Brücke – auf beiden Rheinseiten. Dort wurden bei Bauwerksprüfungen Risse entdeckt. Seit rund zwei Jahren überwacht die Stadt die Schäden bereits. Besonders das linksrheinische Bauteil bereitet nun Sorgen: Erschütterungen während der Gewölbesanierung im Gulliver-Tunnel könnten den Zustand verschlechtern. In der Folge wäre möglicherweise auch der Fußweg unterhalb der Hohenzollernbrücke betroffen. Die Stadt will die Vorsprünge deshalb im Zuge der anstehenden Arbeiten ebenfalls instand setzen.

Untersucht wurde zudem das westlich an die Schadstelle angrenzende Gewölbe. Dort stellten Fachleute geringe Durchfeuchtungen fest. Der südliche Geh- und Radweg über den Kurt-Rossa-Platz kann nach aktuellem Stand weiter genutzt werden. Eine später eingezogene Zwischendecke schützt diesen Bereich, heißt es in der Mitteilung.

Besonders aufwendige Gerüste

Aus dem zweiten Teil eines Fachgutachtens, das Mitte August bei der Stadt einging, gehen die notwendigen Reparaturen hervor. Demnach sind umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich. Dafür müssen besonders aufwendige Gerüste aufgestellt werden. Weiter offen ist, ob sich diese so konstruieren lassen, dass darunter wieder Autos durch den Gulliver-Tunnel fahren können. Dafür seien noch umfangreiche Abstimmungen und statische Berechnungen nötig, erklärt das Mobilitätsdezernat. Eine Zwischenöffnung sei deshalb nicht möglich.

Ein Sanierungskonzept für das Gewölbe liegt inzwischen vor. Es wird nun zu einem Leistungsverzeichnis ausgearbeitet, das wiederum die Grundlage für Ausschreibungen bildet, auf die sich Baufirmen bewerben können. In diesem Zuge will das Dezernat auch die konkreten Bautermine festlegen. Vor einer Vergabe muss die Politik allerdings noch die erforderlichen Finanzmittel bewilligen. Die Beschlussvorlage ist in Vorbereitung und soll, wie berichtet, voraussichtlich Ende des Jahres in die zuständigen Gremien eingebracht werden.

Für Autofahrer hat die Sperrung des Gulliver-Tunnels erhebliche Folgen. Immer wieder kommt es zu langen Staus. Wer von der Altstadt aus nach Norden auf die Rheinuferstraße fahren möchte, kann nicht mehr die nördliche Ausfahrt des Gulliver-Tunnels nehmen. Der Verkehr wird stattdessen über die südliche Ausfahrt geführt. Eine Wendemöglichkeit gibt es erst an der Severinsbrücke. Dadurch verlängert sich die Strecke um etwa 1,3 Kilometer.

Vor allem nach Veranstaltungen rund um den Dom oder in der Philharmonie spitzt sich die Verkehrssituation zu. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Trankgasse in westlicher Richtung weiterhin für Autos gesperrt ist.