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Bauliche Veränderung angestrebtDie Hälfte der Zugänge am Kölner Ebertplatz ist schon bald gesperrt

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Einer der Zugänge auf den Ebertplatz.

Einer der Zugänge auf den Ebertplatz. 

Um die Sicherheit zu erhöhen, sollen drei der sechs Abgänge zum Ebertplatz geschlossen werden. Nun steht fest, ab wann.

Ab dem 4. März sollen drei der sechs Abgänge zum Kölner Ebertplatz gesperrt werden, um die Bauarbeiten für die dauerhafte Schließung der unterirdischen Gänge zu starten. Das hat ein Sprecher der Stadtverwaltung dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mitgeteilt.

Demnach beginnen die Arbeiter ab dem 4. März, die Baustelle einzurichten und ab diesem Zeitpunkt sind die Treppen nicht mehr nutzbar. Durch die Sperrung will die Stadt die Sicherheit am Ebertplatz erhöhen. Dealer nutzen die Treppen als Verkaufsplatz. 

Zunächst werden die zwei Abgänge am Sudermanplatz und an der Bäckerei Heinemann abgedeckt, ab 23. März folgt die Ecke Ebertplatz/Neusser Straße. Wann die Arbeiten abgeschlossen sind, ließ die Verwaltung offen. Der Sprecher sagte: „Die Umleitungen für den Fuß- und Straßenverkehr werden entsprechend ausgeschildert.“

Mutmaßliche Dealer treffen sich am Zugang zum Ebertplatz.

Mutmaßliche Dealer treffen sich am Zugang zum Ebertplatz.

Wie berichtet, führen die drei Zugänge auf die rund 200 Meter lange, relativ dunkle Westpassage. Sie liegt unter Straßenniveau. Die Zugänge haben Treppen und seit rund 20 Jahren defekte Rolltreppen, die teils zu Kunstwerken umgestaltet worden sind, weil sich im Stadtrat nie eine Mehrheit dafür fand, sie reparieren zu lassen.

Stadt hat Baufirma gefunden

Zunächst will die Verwaltung die defekten Rolltreppen und Kunstwerke demontieren lassen. Später werden die Abgänge mit einer Stahlbetonplatte abgedeckt, darauf der Bürgersteig einheitlich gepflastert und die Gänge unten mit einer Wand verschlossen.

Mittlerweile hat die Stadt laut des Sprechers eine Firma gefunden, die die Arbeiten erledigt. Voriges Jahr hatte sie die Arbeiten ausgeschrieben (wir berichteten) und war von einer Fertigstellung am 6. März ausgegangen. Das war aber nur eine vorläufige Einschätzung.

Die Zugänge führen in die dunkle Westpassage.

Die Zugänge führen in die dunkle Westpassage.

Als der Stadtentwicklungsausschuss des Rates vergangenen März die 175.000 Euro für die Schließung der drei Zugänge genehmigt hatte, gab die Verwaltung im Optimalfall noch Juli 2025 als möglichen Termin der Schließung an. Das hat nicht funktioniert.

Die Verwaltung hatte damals der Politik mitgeteilt: „Trotz großem Ressourceneinsatz ist es bisher nicht gelungen, die Sicherheit am Ebertplatz dauerhaft zu verbessern.“

Übersicht über die gesperrten Zugänge.

Übersicht über die gesperrten Zugänge.

Unter anderem wird der Platz seit Jahren durch den Einsatz öffentlicher Gelder wieder bespielt, zum Beispiel durch einen Gastro-Container. Auch der einst defekte Brunnen sprudelt wieder.

Nur: Das hat laut Verwaltung die Kriminalitätsstatistik nicht verbessert. Sie schreibt: „Auch wenn die Zwischennutzung zu keiner Zeit positive Auswirkung auf Kriminalitätsstatistiken hatte, wurden die belebenden Maßnahmen für den Platz durch die Bevölkerung positiv wahrgenommen.“ Also schlug sie die Sperrung der Abgänge vor, um die dunklen Ecken zu beseitigen.

Auf lange Sicht soll der Ebertplatz dauerhaft verändert werden: In welchem Umfang steht weiterhin nicht fest, obwohl das Vorhaben seit etwa 20 Jahren diskutiert wird. Die Verwaltung machte voriges Jahr erneut keine Hoffnung auf Tempo. „Eine dauerhafte bauliche Veränderung ist bei optimalem Projektverlauf frühestens ab dem Jahr 2030 möglich.“