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Nach jahrelangem LärmstreitBeliebtes Brauhaus in der Südstadt darf nach 22 Uhr öffnen

2 min
Außenfront Johann Schäfer

Das Johann-Schäfer-Brauhaus musste seit seiner Eröffnung das Lokal um 22 Uhr schließen.

Das Johann-Schäfer-Brauhaus in der Kölner Südstadt darf ab Donnerstag um Mitternacht statt wie bisher um 22 Uhr schließen. Grund dafür war die Beschwerde einer Anwohnerin.

Im Johann-Schäfer-Brauhaus in der Südstadt endet eine Regel, die seit der Eröffnung des Lokals vor neun Jahren galt: Bislang musste der Gastraum jeden Abend um 22 Uhr leer sein. Ab Donnerstag, 15. Oktober, darf das Brauhaus auch nach 22 Uhr geöffnet bleiben. Um 23.30 Uhr ist letzte Runde, um Mitternacht dann neuerdings Schluss. Das teilte Betreiber Till Riekenbrauk mit.

Der Gastronom schildert, wie belastend die bisherige verkürzte Schließzeit im Alltag war. „Gerade am Wochenende mussten wir bei einem vollen Laden unseren gut gelaunten Gästen bereits ab 21.30 Uhr die letzte Runde ansagen und die Rechnung fertig machen“, sagt er. „Für Gäste, die gerade einen schönen Abend bei uns hatten, war das verständlicherweise oft schwer nachzuvollziehen.“

Johann Schäfer darf bis 24 Uhr öffnen

Chefkoch Sven Kloppenburg und Gastronom Till Riekenbrauk

Chefkoch Sven Kloppenburg und Gastronom Till Riekenbrauk betreiben das Johann-Schäfer-Brauhaus

Eine Ausweichmöglichkeit gab es bisher direkt nebenan: Die Gastronomen betreiben ebenfalls das Lokal „Schäfchen“, das nach 22 Uhr geöffnet bleiben durfte. Gäste konnten zwar dorthin wechseln. Laut Riekenbrauk nutzte aber nur ein Teil der Gäste dieses Angebot: „Wenn man erst einmal aufgestanden ist und die Jacke anhat, ist der Abend für viele eben vorbei.“

Nach einem langjährigen Verfahren ist die Änderung nun möglich. Eine Anwohnerin hatte sich nach Eröffnung über den Lärm beklagt. Daraufhin musste das Brauhaus um 22 Uhr dichtmachen.

Es folgte eine jahrelange Odyssee mit Klage, Prozess, Hin und Her mit den Ämtern und schließlich außergerichtlicher Einigung mit der Stadt. Den Prozess hatten sie vor Jahren verloren, da ihr Bauantrag einige Fehler enthalten hatte, sagt Riekenbrauk. Mittlerweile hat der Gastronom aufgerüstet und das Schallschutzkonzept erheblich ausgebaut: Neue Fenster und ein veränderter Zugang zum Lokal sollen dafür sorgen, dass der Lärm nicht nach außen dringt.

Um den Wechsel zu feiern, lädt das Brauhaus ab Donnerstagabend neun Abende hintereinander zu einer kleinen Lokalrunde ein. Alle Gäste bekommen dann einen Schnaps aufs Haus. Der Zeitpunkt sei bewusst gewählt, so Riekenbrauk. Betreiber, Team und Gäste stoßen um 22.01 Uhr gemeinsam an. „22 Uhr war für unser gesamtes Team neun Jahre lang eine Uhrzeit, die automatisch im Kopf war“, sagt Riekenbrauk. „Deshalb finden wir den Gedanken schön, jetzt ausgerechnet die erste Minute danach zu feiern.“