In Köln führen die sogenannten „Zu verschenken“-Boxen zu heftigen Debatten. Nachfolgend einige der geäußerten Meinungen.
Ärger in den VeeedelnKölner rechnen mit „Zu verschenken“-Trend ab

„Zu verschenken“: Kassetten liegen auf einer Mauer. Wer Interesse hat, kann sie mitnehmen.
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Ein Bügelbrett auf dem Bürgersteig, ein defekter Drucker in einem Karton oder altes Geschirr in einer Einfahrt. Solche „Zu verschenken“-Boxen sind im Kölner Stadtbild allgegenwärtig.
Doch wo verläuft die Grenze zwischen Nachhaltigkeit und unerlaubter Müllbeseitigung? Darüber sind sich die Menschen sehr uneinig.
Geldstrafen für „Zu verschenken“-Boxen sind möglich
Die Einwohner von Köln sind mit dem Anblick vertraut: Eine Kiste steht auf dem Gehweg, versehen mit einem handgeschriebenen Zettel – „Zu verschenken“. Diese ursprünglich gut gemeinte Handlung führt mittlerweile in vielen Kölner Stadtvierteln zu erheblichen Auseinandersetzungen.
Besonders aus Nippes, Ehrenfeld, Lindenthal und Sülz mehren sich die Klagen. Die Stadtverwaltung Köln und auch die AWB positionieren sich dazu eindeutig.
Cordula Beckmann, die Sprecherin der AWB, bekräftigt: „Das Thema illegaler Müll beschäftigt die AWB tagtäglich – die ‚Zu verschenken‘-Kisten nehmen in der Tat zu.“ Die Intention sei zwar positiv, die Ausführung aber oft schlecht. Sie erklärt, dass Regen und Zerstörungswut selbst intakte Gegenstände unbrauchbar machen, was für die Stadtreinigung mehr Arbeit bedeutet.
Vorsicht ist geboten: Wer seine Sachen einfach auf den Bürgersteig platziert, dem droht eine Geldstrafe von bis zu 300 Euro. Die Stadtverwaltung betont, dass die Sicherheit und der barrierefreie Zugang auf Fußwegen Priorität haben.
Die Leserinnen und Leser von EXPRESS.de äußern ihre Meinung dazu unverblümt. Hier sind einige der Reaktionen:
Scharfe Kritik an den „Zu verschenken“-Boxen
Nippes platzt aus den Nähten: „Auf der Hartwichstraße oder der Nohlstraße in Nippes ist das ja fast schon normal, dass Verschenken-Kisten überall abgestellt werden. Schuhe, die kaputt sind, Spielzeug, was kaputt ist – bzw. Gläser, Teller, quasi der halbe Hausstand. Wenn jemand einen AWB-Termin zur Abholung von Sperrmüll vereinbart hat, explodiert quasi der Sperrmüll, weil das halbe Viertel Sperrmüll dazustellt.“
Doppelmoral in Ehrenfeld: „Die Leute sind einfach zu faul, die Sachen zu entsorgen. In Ehrenfeld/Neuehrenfeld steht in jeder Straße irgendwas. Sind aber dieselben Leute, die fürs Klima auf die Straße gehen, aber ihren Müll wild entsorgen. Die Doppelmoral in Köln ist 'ne Katastrophe.“
Harte Worte aus Köln: „Die Leute werden bequem und ignorant. Koste es, was es wolle. Hauptsache, ich hab' meinen Dreck aus der Bude. Man sollte denen den Müll wieder in die Bude schmeißen.“
Lindenthal hat die Nase voll: „Ja, das nervt mich auch. In Lindenthal beobachte ich diese Entwicklung auch schon seit einer ganzen Weile. Das ist eine nervige Unsitte geworden. Es gibt ja genug andere Möglichkeiten, um alte Sachen loszuwerden. Zum Beispiel, Sperrmüll, eBay, Sozialkaufhaus, Trödelmarkt.“
Matschiger Müll nach dem Regen: „Auch bei uns in Lindenthal nervt es mittlerweile. Nach einem Regen ist zudem alles durchnässt und es sieht echt nicht schön aus. Für mich eine neue Art (Unart) seinen Müll zu entsorgen! Dann bitte doch online verschenken und solange zu Hause behalten. Eigentlich müsste dieses Vorgehen verboten werden! Wir haben gerade unsere Alt-Sachen ganz normal über den Sperrmüll entsorgt. Wo ist das Problem?“
Positive Stimmen zur „Zu verschenken“-Kultur
Eine abwägende Meinung kommt aus Sülz: „Ich finde es toll, wenn kleine Gegenstände, die gut erhalten sind, zum Verschenken herausgestellt werden. Hier ein Beispiel: Hatte selber neue Scheibenwischer. Durch Pkw-Wechsel konnte ich diese nicht mehr gebrauchen. Nachdem ich diese in einem Karton mit anderen gut erhaltenen Teilen herausgestellt hatte, erfreute sich ein älterer Herr an den Scheibenwischern. Fazit: Alles hat zwei Seiten. Wenn die zu verschenkenden Gegenstände gut erhalten sind, ist es super. Das ist Nachhaltigkeit. Aber leider gibt es auch immer wieder einen Personenkreis, der dies ausnutzt, um seinen Sperrmüll auf einfache Art zu entsorgen. Ich wohne in Sülz in unmittelbarer Nähe vom Beethovenpark. Es wäre schön, wenn die Anwohner dafür sensibilisiert werden können, was wirklich noch brauchbar ist und was in den Müll gehört.“
Solange es geordnet zugeht, gibt es kein Problem: „Warum sollte man sich darüber ärgern? Man kann zumindest einen Karton mit ‚Zu verschenken‘-Schild von Sperrmüll unterscheiden. Hier stehen ziemlich oft Kartons neben der Haustür. Sollte am Abend von dem Kram was übrig bleiben, dann geht’s ab in den Müll. Wir haben damit keine Probleme.“ (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
