Vor drei Jahren führte die Verwaltung den reduzierten Jahresbeitrag für Rentner ein. Jetzt will sie ihn wieder zurücknehmen.
Kölner StadtbibliothekRentner sollen künftig doppelt so viel zahlen – „Das trifft die Falschen“

Der Kölner Stadtrat (Archivfoto) muss noch darüber abstimmen.
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Die Stadtverwaltung will Rentnerinnen und Rentner ab möglichst 1. Januar 2026 den reduzierten Jahresbeitrag für die Nutzung der Stadtbibliothek streichen. Sie sollen wie reguläre Mitglieder jährlich 30 statt 15 Euro und damit doppelt so viel wie bisher zahlen. Die Verwaltung spricht von einer „vertretbaren Anpassung“.
Schon bei der Aufstellung des Doppelhaushaltes für 2025 und 2026 sind demnach „Konsolidierungsvorschläge“ geprüft worden. „Ganz explizit sollten auch Beitragserhöhungen zur Finanzierung der notwendigen Angebote vorgenommen werden“, teilte die Stadt mit.
Seniorenvertreterin ist „nicht begeistert“
Felicitas Vorpahl-Allweins, Sprecherin der Seniorenvertretung der Stadt Köln, sagte am Donnerstag: „Das trifft die Falschen, und begeistert bin ich davon nicht. Es gibt nicht nur Rentner, die viel Geld haben.“ Die Seniorenvertretung vertritt laut städtischer Internetseite „die Interessen der älteren Generation gegenüber politischen Gremien und Einrichtungen, die für Seniorinnen und Senioren wichtig sind“.
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Die Stadtbibliothek Köln bietet den Menschen laut eigener Aussage über 850.000 Medien in der Zentralbibliothek und den elf Stadtteilbibliotheken.
Rat soll am 16. Dezember entscheiden
Noch ist die Verdopplung der Jahresbeiträge für Rentner und Pensionäre aber nicht fix. Zunächst beraten die verschiedenen Fachausschüsse des Rates darüber, bevor das Gremium am 16. Dezember abstimmen soll.
Die Stadt erhofft sich jährliche Mehreinnahmen von 71.790 Euro. Vorpahl-Allweins sagte: „Das ist im Vergleich zu anderen Summen ein Kleckerbetrag.“ Zur Einordnung: Die Finanzlücke für den Haushalt 2025 beträgt nach der neuen Prognose 582 Millionen Euro.
Die Verwaltung verteidigte die Verdopplung mit dem Blick in andere Städte. „Wie der interkommunale Vergleich zeigt, ist eine pauschale, das heißt einkommensunabhängige Beitragsermäßigung für Rentner und Pensionäre unüblich.“ In Düsseldorf beispielsweise zahlen sie 20 Euro pro Jahr, in Essen 22 Euro. In Bonn sind es 30 Euro.
Vor drei Jahren die Gebühren reduziert
Die Stadt betonte, dass Rentner mit geringen Einkommen über den Köln-Pass aber weiterhin einen reduzierten Betrag von zehn Euro zahlen könnten. Den Köln-Pass können unter anderem Menschen erhalten, die Grundsicherung beziehen.
Wie berichtet, hatte die Stadt die Gebühren für die Nutzung zum Jahr 2023 für alle regulären Nutzerinnen und Nutzer reduziert – und zwar von 38 auf 30 Euro. Damals bezeichnete die Verwaltung die 38 Euro im Vergleich mit anderen Städten als „hochpreisig.“
Zweite Neuerung geplant
In diesem Zuge führte sie neben anderen Neuerungen unter anderem den ermäßigten Beitrag für Rentner ein, dem jetzt nach drei Jahren wieder das Aus droht. Die neue Gebührenordnung ging damals von einer Reduzierung der jährlichen Einnahmen von rund 530.000 Euro aus.
Die zweite geplante Neuerung ab dem 1. Januar 2026 ist die Anhebung, wenn Nutzer ab 21 Jahren ihre Medien zu spät zurückgeben. Der Säumniszuschlag soll von einem Euro pro Woche und Medium auf 1,50 Euro steigen. Die Stadt erhofft sich so weitere Einnahmen von 81.090 Euro jährlich. Insgesamt sollen die beiden Anhebungen damit 152.880 Euro einbringen.
Die Verwaltung betonte: „Die soziale Staffelung und die grundsätzliche Festschreibung der Mitgliedsbeiträge für Vollzahlende bei 30 Euro pro Jahr hat sich bewährt und sollte aus Sicht der Stadtbibliothek unbedingt beibehalten werden.“

