Zu viel Eile darf nicht dazu führen, dass das wichtige Projekt am Ende nicht funktioniert. Dann dauert es lieber etwas länger, sagt unser Autor.
PantaleonsviertelNeues Kölner Suchthilfezentrum muss 24 Stunden öffnen


Das erste Kölner Suchthilfezentrum (SHZ) soll auf einer Fläche zwischen dem Perlengraben und der Wilhelm-Hoßdorf-Straße entstehen.
Copyright: Alexander Schwaiger
Die wenigsten Menschen dürften erfreut sein, wenn gegenüber ihrem Wohnhaus ein Hilfszentrum für suchtkranke Menschen gebaut wird. Es liegt auf der Hand, dass das nicht ohne jegliche Folgen bleiben wird und eine Belastung bedeutet. Und es ist nachvollziehbar, dass sich im Pantaleonsviertel nun Unmut breitmacht.
Deshalb ist es wichtig, so transparent damit umzugehen, wie es nur möglich ist, und die Situation nicht zu beschönigen. Denn es ist ohne Zweifel so, dass Köln dieses und mindestens zwei weitere Suchthilfezentren benötigt, um die suchtkranken Menschen von der Straße zu holen und sie bestmöglich zu unterstützen. Davon profitieren die Betroffenen ebenso wie die Anwohner und alle, die in der Kölner Innenstadt unterwegs sind.
Suchthilfezentrum: Betroffene und Anwohner profitieren
Und genau deshalb ist es nicht nachvollziehbar, dass die Stadt Köln nur eine Infoveranstaltung für die Anwohner anbietet, an der aufgrund der begrenzten Saalgröße nicht alle teilnehmen können. Da hilft auch ein Livestream nicht, denn das ist etwas anderes, als persönlich vor Ort mit den Verantwortlichen diskutieren zu können. Eine zweite Veranstaltung wäre eine Lösung gewesen.
Alles zum Thema Neumarkt
- Neumarkt-Zelt im Gespräch Kölner Karnevalsvereine müssen nach Pullman-Aus Alternativen finden
- Pantaleonsviertel Neues Kölner Suchthilfezentrum muss 24 Stunden öffnen
- Neues Suchthilfezentrum Wieviel Zürich noch im Kölner Modell für die Drogenszene steckt
- Buhrufe beim Infoabend Stadt verteidigt Pläne für Suchthilfezentrum – Anwohnende wütend
- Kölner Pantaleonsviertel Aufgeheizte Stimmung beim Info-Abend zum Suchthilfezentrum
- Brief an den OB Sechs Schulleiter lehnen Pläne für Suchthilfezentrum in der Kölner Innenstadt ab
- Unfall in Bayenthal Streifenwagen der Polizei auf Einsatzfahrt in Köln verunglückt
Auch dass die Stadt die Anwohner erstmals kurz vor Weihnachten über den geplanten Standort informiert hat und dass der Stadtrat den Planungsbeschluss bereits am 5. Februar fassen soll, ist unglücklich. Umso wichtiger ist es, dass das neue Suchthilfezentrum direkt zum Start funktioniert und die Belastung für die Anwohner tatsächlich nur minimal sein wird.
Um das sicherzustellen, muss es zwingend einen 24-Stunden-Betrieb an sieben Wochentagen geben – das lehren die Erfahrungen aus Zürich und dem Kölner Drogenkonsumraum am Neumarkt. Lieber geht das Zentrum ein paar Monate später an den Start, als dass Schnelligkeit zum Misserfolg führt.
