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Landesverkehrsminister schlagen AlarmSanierung der Strecke Köln-Mainz steht auf der Kippe

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Die Generalsanierung der Bahnstrecke Köln-Bonn-Koblenz-Mainz, hier der  Abschnitt  zwischen den Bahnhöfen Kalscheuren und Brühl steht auf der Kippe.

Die Verkehrsminister von NRW und Rheinland-Pfalz schreiben einen Brandbrief an Bahnchefin Evelyn Palla und den Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU).

Die für das Jahr 2028 geplante Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Köln, Bonn, Koblenz und Mainz steht auf der Kippe. Nach Informationen aus den Verkehrsministerien von NRW und Rheinland-Pfalz soll sie nicht mehr umgesetzt werden.

Das geht aus einem gemeinsamen Schreiben der Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) aus NRW und seines rheinland-pfälzischen Amtskollegen Achim Schwickert (CDU) an Bahnchefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hervor, das dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt.

„Nach verschiedenen Gesprächen in den vergangenen Tagen verdichten sich die Hinweise darauf, dass die geplante Korridorsanierung der Linken Rheinstrecke nicht mehr zur Umsetzung kommt“, heißt es in dem Brief.

Beide Minister äußern darin ihr Unverständnis über ein mögliches Aus und fordern den Bund und die Bahn auf, „kurzfristig von Ihnen eine Klarheit über die für das Jahr 2028 im Rahmen der Korridorsanierung vorgesehenen Investitionen zu erhalten“.

Seit 2016 ein überlasteter Schienenweg

Die linke Rheinstrecke ist auf dem Abschnitt zwischen Hürth-Kalscheuren und Remagen, der ab Februar 2028 als Erster in Angriff genommen werden sollte, bereits seit Dezember 2016 als überlasteter Schienenweg eingestuft.

„Diese hohen Beanspruchungen in Verbindung mit einer generell überalterten und störanfälligen Infrastruktur führen bereits jetzt zu Kapazitätsengpässen durch wiederholte Störungen und vermehrte Ausfälle ganzer Anlagen“, schreiben die Minister. „Stellvertretend kann das Stellwerk Bonn-Bad Godesberg genannt werden, das seit Jahren durch wiederholte Störungen und Ausfälle für eine Vielzahl von Zugausfällen und erhebliche Einschränkungen im Regional- und Fernverkehr auf der linken Rheinstrecke sorgt“, heißt es weiter. „Einen ähnlichen Zwangspunkt stellt die Moselbrücke in Koblenz dar, die ohnehin im Jahr 2028 – verbunden mit einer monatelangen Sperrung – saniert werden muss.“

Auch für den Ausbau des Kölner Bahnknotens sei die Sanierung des Linken Rheins unverzichtbar. Direkt im Anschluss müssten innerhalb von 18 Monaten die Kölner Innenstadtbrücken erneuert werden.

Bis Mitte 2030 keine freien Kapazitäten im Knoten Köln

„Ab spätestens Anfang der 2030er Jahre wird zudem die letzte Baustufe für den Ausbau der S13 realisiert werden müssen. Für eine Verschiebung der für 2028 geplanten Korridorsanierung bestehen damit bis Mitte der 2030er Jahre keine freien Kapazitäten im Knoten Köln“, so die Minister. „Jede Verzögerung würde vor dem Hintergrund der bereits heute bestehenden Kapazitätsengpässe und der fortwährenden betrieblichen Mängel sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr die Leistungsfähigkeit einer der wichtigsten Verkehrsachsen Europas erheblich beeinträchtigen.“

Von einem „Schilda in Rheinkultur“ spricht Rolf Beu, Stadtverordneter der Grünen in Bonn und Fraktionschef im Regionalrat der Bezirksregierung Köln. Eine Verschiebung bedeute, dass die Strecke zweimal gesperrt werden müsse, weil zumindest die Sanierung der maroden Stellwerke unverzichtbar sei.

Eine Sprecherin der DB InfraGo teilte auf Anfrage mit, dass Bund und DB „das Konzept der Korridorsanierungen aktuell weiterentwickeln. Über die Ergebnisse werden wir nach Abschluss der Überarbeitung informieren.“