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Bittere BilanzZüge in NRW noch unpünktlicher als vor einem Jahr

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Verpätungen bei der Bahn

S-Bahnen und Regionalzüge waren im ersten Halbjahr 2026 in Nordrhein-Westfalen noch einmal unpünktlicher. (Archivbild)

Baustellen, defekte Signale, ausgefallene Züge: Der Bahnverkehr in NRW war im ersten Halbjahr 2026 noch einmal unpünktlicher. Vor allem in den Ballungszentren stößt das Schienennetz an seine Grenzen.

Die Pünktlichkeit von S-Bahnen und Regionalzügen in Nordrhein-Westfalen hat sich im ersten Halbjahr weiter verschlechtert. Das geht aus vorläufigen Zahlen des Kompetenzcenters Integraler Taktfahrplan NRW hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Rund 30 Prozent aller Züge fuhren demnach zwischen Januar und Juni ihrem Fahrplan hinterher. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2025 waren rund 25 Prozent der S-Bahnen und Regionalzüge verspätet, doch auch das war damals schon ein Rekordwert. Im Jahr 2020 waren lediglich 13,2 Prozent der Züge unpünktlich. Als verspätet gilt ein Zug in NRW, wenn er mindestens vier Minuten hinter seinem Zeitplan herfährt.

Als Hauptgrund für die Probleme nennt die Branche das vielerorts sanierungsbedürftige Schienennetz. Ein weiteres Problem ist die hohe Auslastung vieler Strecken. Dadurch sorgen Verspätungen im Fernverkehr sofort für Probleme bei Nahverkehrszügen, die auf der gleichen Strecke fahren. Denn Regionalzüge müssen verspätete ICE in der Regel vorlassen.

Verspätungen vor allem auf stark genutzten Linien

Besonders groß sind die Probleme seit Jahren bei den Regionalexpress-Linien. Dort fuhr den vorläufigen Zahlen zufolge im ersten Halbjahr 2026 mehr als jeder dritte Zug (36 Prozent) seinem Fahrplan hinterher. Im Vorjahreszeitraum waren es noch rund 33 Prozent. Die RE-Züge fahren oft weite Strecken durch mehrere störungsanfällige Knotenpunkte an Rhein und Ruhr - und sind deshalb besonders häufig verspätet.

Die unpünktlichste RE-Linie war im ersten Halbjahr der Dortmund-Siegerland-Express (RE34) von Dortmund durch das Sauerland nach Siegen. Rund 61 Prozent der Züge konnten dort ihren Fahrplan nicht einhalten. Große Probleme gab es auch weiterhin beim Rhein-Haard-Express (RE2) von Düsseldorf über Essen und Münster nach Osnabrück. Rund 55 Prozent der Züge kamen dort zu spät.

Bahnverkehr in NRW

Vor allem in den Ballungsräumen sind Regionalexpress-Linien wie der Rhein-Ruhr-Express (RRX) regelmäßig verspätet. (Archivbild)

Auch auf mehreren anderen Linien mit hohem Fahrgastaufkommen war nicht einmal jeder zweite Zug pünktlich: Unter anderem auf den Linien RE5 (Koblenz-Köln-Wesel), RE11 (Düsseldorf-Hamm-Kassel) und RE99 (Siegen-Frankfurt) fuhren weniger als 50 Prozent der Züge zu den im Fahrplan vorgesehenen Zeiten.

Etwas besser sah es bei den S-Bahnen aus: Dort waren von Januar bis Juni 24 Prozent der Züge unpünktlich. Vor einem Jahr waren es bei den S-Bahnen noch rund 20 Prozent. Die pünktlichste Linie in NRW war die S4 zwischen Dortmund und Unna - dort fuhren nur rund zwei Prozent der Züge verspätet.

Viele Baustellen: Reisende müssen öfter auf Busse ausweichen

Nicht berücksichtigt sind in dieser Verspätungsstatistik die deutlich längeren Fahrzeiten, die Bahnreisende auch wegen der vielen Baustellen im Schienennetz einplanen müssen. Auf mehreren wichtigen Strecken fuhren im ersten Halbjahr nur Ersatzbusse und keine Züge - unter anderem wegen der Generalsanierung der Strecke Köln-Wuppertal-Hagen.

Rund 17 Prozent aller Zugfahrten, die eigentlich laut Plan vorgesehen waren, fielen im ersten Halbjahr komplett aus. Bei 12 Prozent aller geplanten Fahrten waren Baustellen der Grund für den Zugausfall.

Knapp fünf Prozent der Züge fielen aber auch kurzfristig aus. Am häufigsten gab es in diesen Fällen technische Probleme am Schienennetz oder an einem Zug, wie aus den Zahlen hervorgeht. Ausgefallene Züge fließen nicht in die Pünktlichkeitsstatistik ein. (dpa/red)