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In denkmalgeschütztem GebäudeCafé „Mein Lieber Scholz“ eröffnet an der Aachener Straße

3 min
Inhaberin Ina Koralewski genießt ihre Arbeit im neuen „Café Mein Lieber Scholz“.

Inhaberin Ina Koralewski genießt ihre Arbeit im neuen „Café Mein Lieber Scholz“.

Im denkmalgeschützten Schrankenwärter-Haus an der Aachener Straße gibt’s frisch gerösteten Kaffee, Matcha, Kuchen und Landbrote – samt Güterzügen.

Was für ein Name. Das neue „Café Mein Lieber Scholz“ an der Aachener Straße versetzt auch ohne Koffein oder Zucker die Fantasie zur Rotation. Es handelt sich dabei weder um einen Ex-Kanzler, der in die Gastronomie gewechselt wäre, noch um eine satirische Botschaft an den ehemaligen Staatsdiener. Tatsächlich ist die Einrichtung politisch neutral und verfolgt lediglich die Aktivierung der Genuss-Sinne ihrer Besucherinnen und Besucher.

Inhaberin Ina Koralewski verfolgt im einstigen Stations- und Schrankenwärter-Haus der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn lediglich ihre Passion als Gastgeberin im Wohnzimmer-Ambiente des denkmalgeschützten Baus aus dem Jahr 1954. Nach der Übergabe ihres Café Zweiblatt auf der Dürener Straße an neue Pächter arbeitete Koralewski in den vergangenen drei Jahren als Servicekraft in diversen Locations.

Spontane Café-Gründung: Koralewski backt selbst täglich Kuchen

Als sie von der Vermietung der markanten Immobilie erfuhr, griff die Geschäftsfrau zu: „Ich habe den Leerstand auf meiner Rückfahrt nach Hause aus der Straßenbahn gesehen und habe mich sofort zu einer Café-Eröffnung entschieden“, berichtet die Frechenerin von ihrem spontanen Entschluss, wieder Chefin zu werden und der gepflegten Langeweile ein Ende zu bereiten. Als Ein-Frau-Betrieb übernimmt Koralewski zurzeit die Zubereitung der Speisen und Getränke sowie die Bewirtung. Zur täglichen Arbeit gehören dabei auch bis zu sechs verschiedene selbstgebackene Kuchen. „Was soll ich machen – ich liebe das“, schwärmt die Gastronomin.

Die Gastronomie im einstigen Schrankenwärterhaus ist mit Vintage-Mobiliar gemütlich eingerichtet.

Die Gastronomie im einstigen Schrankenwärterhaus ist mit Vintage-Mobiliar gemütlich eingerichtet.

Neben mehreren ineinanderfließenden Räumlichkeiten sorgt eine Mini-Terrasse direkt an den Gleisen für ungewöhnliche Café-Perspektiven in die Historie der 1893 angelegten Bahnstrecke, auf der nach wie vor Güterzüge verkehren. Ausblicke auf den Stadtteil gewährt ein Tisch in der ersten Etage des Hauses. Für geschäftige Gäste hat die Betreiberin eine Lösung parat: „Wir haben vier extra Plätze für Laptop-User. Da können die Leute ungestört arbeiten. Mehr Raum möchte ich aber nicht dafür abgeben, denn wir sind hier ein Entspannungs- und Begegnungsort.“

Regelmäßige Bilderausstellungen und Lesungen sollen die Location auch für Kunstfreunde bekannt machen. Aktuell tauchen vernebelte Landschaftsimpressionen von Sabine Molderings die Stätte in ein warmes, mystisches Licht von Naturphänomenen. Ach ja, der Name. Ina Koralewski klärt auf: „Das bin einfach nur ich. Mein Mädchenname lautet so. Ein Freund sagte anstatt ‚Mein lieber Scholli‘ ‚Mein lieber Scholz‘ zu mir, wenn er erstaunt war.“


Preise: Ein Stück selbstgebackener Rübli-, Rhabarber-, Himbeer-Philadelphia-, Apfel-Streusel-, oder Pistazienkuchen (vegan) kostet 4,50 Euro. Der Americano und Filterkaffee sind zu je 2,60 Euro erhältlich. Ein Espresso beläuft sich auf 2,30 Euro, der Cappuccino ist für 3,50 Euro, der Kaffee Latte für 4,10 Euro und der Matcha-Latte für 4,30 Euro zu haben. Ein üppig belegtes Landbrot (verschiedene Variationen) wird ab 6,80 Euro zubereitet. Pfannkuchen mit Avocado-Creme sind 9,90 Euro wert.

„Café Mein Lieber Scholz“, Aachener Straße 460, 50933 Köln. Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags 10 bis 17 Uhr.