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Homoerotische Erzählungen aus Köln Kölner Grafiker schreibt als Stephano Gay Romances

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Buch-Autor Stephan Martin Meyer radelt jeden Tag zu seinem Büro. 

Köln-Braunsfeld – Lange Wege mit nachhaltigen Impressionen stehen bei Stephan Martin Meyer auf der Tagesordnung. Per Rad pendelt der 48-Jährige jeden Morgen aus dem Kölner Westen in sein Südstadt-Büro, um einem durchstrukturierten Job nachzugehen, der zugleich Fantasie und Realitätsbewusstsein erfordert. Meyer ist Schriftsteller und gelangte in den vergangenen Jahren mit seinem Partner, dem Illustrator Thorwald Spangenberg, mit Kindersachbüchern zu literarischer Aufmerksamkeit.

Erzählungen über Homosexuelle Erotik

Im renommierten Gerstenberg-Verlag veröffentlichten beide Erzählungen über Zeppelinflüge, Renaissance-Genie Leonardo da Vinci, den Orient-Express sowie ein abenteuerliches Autorennen von Peking nach Paris. Seit vorigem Jahr konzentriert sich der gebürtige Niedersachse auf eine neue Projektreihe, die sich an ein älteres Zielpublikum richtet: Gay Romances.
In seinen Erzählungen aus dem Genre „Homosexuelle Erotik“ möchte Meyer seine Figuren mit authentischen Gefühlen beleben. Zwar erscheinen die Werke unter dem Pseuydonym „Stephano“, doch die Identität des Autors ist kein Geheimnis. „Das mache ich bewusst, um eine klare Trennung zwischen dem Kinderbuchbereich und den Gay Romances zu verdeutlichen. Außerdem gehört Stephano zu meiner Identität“, erklärt der Wahlkölner.

Gay Romances erscheinen bei Books on Demand

Zwar beginne er mit dem Stil-Wechsel quasi einen beruflichen Neuanfang, doch langfristig glaube er an den Erfolg. Dafür setzt Meyer alias Stephano auf ein nachhaltiges Konzept, das Wiedererkennungswerte im Bereich der Buchgestaltung sowie die inhaltliche Komposition der Storys als Einheit erscheinen lassen. Neben dem disziplinierten täglichen Schreiben im Büro des Gemeinschaftsateliers „Kunstraum K5“ gehören dazu unterschiedliche Vertriebspartner seiner Werke.

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In seinem Büro in der Südstadt entstehen die Gay Romances. 

Während die Erzählungen als Printerzeugnis im Sortiment des Selfpublishers „Book on Demand“ (BoD) erscheinen, erfolgen digitale Publikationen ausnahmslos via „Kindle-Unlimited“ auf dem Online-Riesen „Amazon“. Letztere Adresse sei zugänglicher für E-Book-Interessierte, doch das dortige Druckverfahren lasse zu wünschen übrig, berichtet der Autor. Dass er von seinen Tantiemen noch nicht alle Rechnungen bezahlen kann, sorgt Meyer nicht.

Meyer ist auch als freier Grafiker tätig

Als freier Grafiker bietet er die Erstellung eines professionellen Layouts für andere Künstler. Zudem ergeben sich Einnahmen aus Stipendien und der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort). künftig könnten darüber hinaus Lesungs-Honorare fließen. Doch Veranstaltungen sind derzeit noch nicht in Planung.

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Den Einstieg in die miteinander verbundenen Erzählstränge um Haupt-Protagonist Tom bildet die Geschichte „Wellenreiten“, in der es zum erotischen Abenteuer unter besten Freunden kommt. Unabhängig von den Verflechtungen könne man die Bücher unabhängig voneinander lesen, verweist Meyer auf eine Dynamik der Erlebnisse, die auch im wahren Leben nicht strikt linear verlaufen. Viel Auftrieb geben dem Autor Nachrichten seiner Leserschaft, die ihn in seiner Arbeit bekräftigen.

Nach der Lektüre Mut zum Outing

„Vor einigen Monaten schrieb mir ein junger Mann, er hätte meine Bücher förmlich eingesogen und infolgedessen den Mut gehabt, sich als homosexuell zu outen. Da bekomme ich heute noch eine Gänsehaut“, so der Braunsfelder, dessen eigenes Outing als 19-Jähriger erfolgte. Doch auch viele heterosexuelle Leserinnen heben in ihren Mails die einfühlsame schwule Romantik hervor. Im Idealfall will er alle drei Monate ein neues Werk veröffentlichen. Doch das hänge auch von seiner Gemütsverfassung ab. „Manchmal komme ich ins Büro und kriege keinen Satz in den PC,“, sagt Meyer, „aber dann kann ich mich immer noch meiner Steuer oder den Autoren-Aufträgen widmen.“

Das aktuelle Buch „Vorurteile“ erschien als vierter Band der „GayStorys“ im Book On Demand-Verlag, ISBN 978-375-621-827-1