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Baustelle ohne VorwarnungBrauweilerstraße am Bahnhof in Köln-Lövenich wird zum Nadelöhr

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Baustelle am Bahnhof Lövenich

Baustelle auf der Brauweilerstraße am Bahnhof Lövenich

Nur die Anwohner erhielten eine Information über die Arbeiten, obwohl der Autoverkehr die Hauptverkehrsachse nur eingeschränkt nutzen kann.

Seit Ende Juni hat sich die Brauweilerstraße am Bahnhof Lövenich zu einem Nadelöhr für den Auto- und Radverkehr entwickelt. Die Hauptverkehrsachse ist derzeit nur noch einspurig befahrbar, weil das Mobilitätsdezernat die Bushaltestellen neu gestalten und eine Verkehrsinsel bauen lässt. Der Verkehr wird mithilfe einer provisorischen Ampel an der Baustelle vorbeigeführt, sodass die Auto- und Radfahrer in der Gegenrichtung jeweils warten müssen.

Vollsperrung in den Sommerferien

Während der Sommerferien, die am 20. Juli beginnen, soll die Brauweilerstraße außerdem voll gesperrt sein. Die genaue Dauer ist unklar – die Stadt spricht von „rund zwei Wochen“, nennt aber weder Start- noch Enddatum. Die Bauarbeiten sollen bis zum 1. September andauern.

Obwohl es sich um eine große Baustelle mit erheblichen Einschränkungen handelt, kamen die Arbeiten für die Verkehrsteilnehmer überraschend. Die Stadt Köln hatte diese lediglich den direkt betroffenen Anwohnern mitgeteilt – eine darüber hinausgehende Ankündigung blieb jedoch aus. Die Straße sei nicht Teil des mobilitätsrelevanten Verkehrsnetzes, weshalb es dazu keine Pressemeldung in der Rubrik „Baustellen in den Stadtteilen“ gegeben habe, teilt das Mobilitätsdezernat auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Am Bahnhof halten neun Buslinien

Diese Einschätzung des Mobilitätsdezernats überrascht, ist der Bahnhof Lövenich doch ein Knotenpunkt, an dem insgesamt neun Buslinien halten. Die Brauweilerstraße verbindet überdies den Stadtteil Lövenich mit der Aachener Straße und somit mit den Autobahnen 1 und 4. Besonders widersprüchlich ist, dass das Mobilitätsdezernat den Anwohnern dazu rät, den Bereich „nach Möglichkeit weiträumig zu umfahren“.

Neben Auto- und Radfahrern sind auch die Fahrgäste der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) und der S-Bahn von den Arbeiten betroffen. Die Bushaltestelle am Bahnhof Lövenich in Fahrtrichtung Brauweiler ist aufgrund der Baustelle um 150 Meter nach Norden verschoben worden – ein Hinweisschild dafür ist im Bereich der ehemaligen Haltestelle aber nicht zu finden. Fahrgäste irren deshalb umher und müssen sich notgedrungen gegenseitig auf den Standort der Ersatzhaltestelle aufmerksam machen. Erschwerend kommt hinzu, dass vorübergehend einer von zwei Aufgängen zu den S-Bahn-Gleisen gesperrt ist. „Das ist hier alles etwas chaotisch“, sagt eine Passantin beim Vor-Ort-Besuch dieser Redaktion.

Am Ende soll das Baustellen-Chaos Verbesserungen mit sich bringen. Die Stadt Köln erneuert die Bushaltestellen am Bahnhof, um sie barrierefrei auszubauen. „Dadurch können an den Haltestellen zukünftig alle Menschen, auch beispielsweise Rollstuhlfahrende oder Eltern mit Kinderwagen, sicher und selbstständig in die Busse ein- und aussteigen“, sagt ein Stadtsprecher.

Auf den Gehwegen werden zudem taktile Leitelemente eingebaut, damit sehbehinderte Menschen sich besser orientieren und den Weg zur Bushaltestelle und zum Bahnhof Lövenich finden können. Darüber hinaus ist eine neue Querungshilfe in Form einer Verkehrsinsel geplant, um Fußgängern das sichere Überqueren der Brauweilerstraße zu erleichtern.