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Maurice Winter schreibt an die DBAktuelle Lage für Leichlingen ist „unbefriedigend“

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Baustelle

Die Umbauarbeiten auf dem Bahnhofsvorplatz laufen, während Leichlingens Bürgermeister Druck auf die Bahn macht.

Die Bahn kann 100 Meter Schallschutzwand am Ziegwebersberg nicht wie geplant bauen.

Nicht mal mehr eine Woche, dann ist die Sanierung des Bahnkorridors Hagen-Wuppertal-Köln vorbei. Seit Februar hatte die DB Infrago die Strecke komplett auf Vordermann gebracht, der Preis dafür war, dass in diesen fünf Monaten unter anderem in Leichlingen kein Zug hält. Und bis zur vergangenen Woche lief das für Leichlingen auch ohne Pannen.

Dann kam aber eine Pressemitteilung von der Bahn. Die Botschaft: Man kann 100 Meter Schallschutzwand am Ziegwebersberg nicht wie geplant bauen, wegen „unerwartet anspruchsvoller Bodenverhältnisse“. Jetzt hat sich deshalb Leichlingens Bürgermeister Maurice Winter eingeschaltet und einen offenen Brief an die DB Infrago geschrieben.

„Auch wenn ich Verständnis für die komplexen Abstimmungs- und Planungsprozesse habe, die derartige Arbeiten erfordern, empfinde ich die aktuelle Lage dennoch als unbefriedigend“, schreibt Winter. Was er meint: Wegen der unerwarteten Bodenverhältnisse hätte die Bahn eine ungeplante Bohrpfahlgründung vornehmen müssen. Dafür braucht man aber spezielle Geräte und der Vorgang dauert länger. Und: Dafür müsste man die Gleise sperren, was wiederum Abstimmungen im Bahnverkehr bedürfe, die über Jahre im Voraus geplant werden müssten. So hatte es die Bahn mitgeteilt. Also in Kürze: Wann die 100 Meter Schallschutzwand im südlichen Abschnitt der dafür insgesamt vorgesehenen Fläche gebaut werden kann, ist nicht absehbar und wird Jahre dauern.

Denkbar ungünstig

Für die Menschen in Leichlingen ist das „eine denkbar ungünstige Situation“, wie Winter sagt. Besonders für die, die im Gravenberger Weg in den Hausnummern 32, 34, 36 und 38 wohnen. Die machten sich nachvollziehbare Sorgen, sagt der Bürgermeister. Deshalb bittet Winter, „die Umplanung der Maßnahme schnellstmöglich vorzunehmen“. Er will einen konkreten Zeitplan von der Bahn, „damit die Betroffenen nicht unnötig lang im Ungewissen verharren müssen“.

Für die Zukunft seien drei weitere Schallschutzwände in Leichlingen geplant, so Winter. Das könnte man doch verbinden. Zumal, so sagt er, die Bahn die Planung für diesen Abschnitt gerade ohnehin an die tatsächlichen Bodenverhältnisse anpasse und prüfe, wann man die 100 Meter nachholen könne. Nur: Die drei weiteren Wände sollen erst Anfang der 2030er-Jahre gebaut werden. Deshalb appelliert er an die Bahn, „etwaige früher infrage kommende Zeitfenster für eine Sperrung gründlich und wohlwollend zu prüfen, damit die Fertigstellung der letzten 100 Meter möglichst zeitnah erfolgen kann“.

Lärmsituation verschlechtert sich

Die Bahn hatte mitgeteilt, dass sich die Lärmsituation für die Anwohnerinnen und Anwohner der fehlenden 100 Meter nicht verschlechtern werde. Das reicht Winter aber nicht. Daher pocht er darauf, dass die DB Infrago, wie sie auch zugesagt hatte, prüft, ob man an den betroffenen Häusern zum Beispiel mit Schallschutzfenstern nachrüsten könne. Der Bürgermeister bittet zudem „dringend“ darum, dass eine neue Schalluntersuchung, die die Bahn für die neue Planung in Aussicht gestellt hat, schnellstmöglich erfolgt, „damit Ängste um erhöhte Lärmbelastung rasch aus dem Weg geräumt werden und entsprechende passive Schutzmaßnahmen frühzeitig in Angriff genommen werden können“.

Zum Abschluss äußert Winter Verständnis dafür, dass bei großen und komplexen Bauvorhaben immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann. Das weiß die Stadt am besten, denn sie baut derzeit den Bahnhofsvorplatz um, was sich aber verzögert, weil man unbekannte Kabel gefunden und es zu viel geregnet hat. Der Bürgermeister wisse auch, dass die DB Infrago nichts an den neuen Gegebenheiten ändern könne. Aber deshalb sei eine enge Kommunikation umso wichtiger und ebenso, dass man jetzt eine möglichst schnelle Zeitschiene festlege: „Ich bitte daher um gründliche, wohlwollende Prüfung sowie möglichst kurzfristige weiterführende Informationen zum Maßnahmenverlauf.“