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Not-OP rettet zwei LebenHochschwangere Kölnerin mit Messer attackiert – Ehemann vor Gericht

Lesezeit 2 Minuten
Der Angeklagte beim Prozessauftakt im Landgericht Köln. Links ein Wachtmeister und der Verteidiger.

Der Angeklagte beim Prozessauftakt im Landgericht Köln. Links ein Wachtmeister und der Verteidiger.

Nur eine Not-OP konnte die Schwangere und das Baby retten. Dem beschuldigten Kölner droht nun die Einweisung in die geschlossene Psychiatrie

Es war der blanke Horror, der sich in einem Mehrfamilienhaus in Müngersdorf abgespielt hat. Offenbar im Wahn attackierte ein Familienvater seine hochschwangere Ehefrau mit einem Messer, nur eine mehrstündige Not-Operation rettete ihr Leben. Gleichzeitig holten die Ärzte das Baby per Kaiserschnitt zur Welt. Am Donnerstag startete vor dem Landgericht der Prozess gegen den Täter.

Köln: Schwangere Ehefrau mit Küchenmesser attackiert

Der 35-Jährige sei überzeugt davon gewesen, dass seine Ehefrau und deren Familie Vorbereitungen träfen, ihm etwas anzutun. Vergangenen September soll er zunächst die gemeinsame Tochter – sie war noch nicht ein Jahr alt – in deren Kinderzimmer gebracht haben. Dann habe sich der gelernte Krankenpfleger seiner Ehefrau genähert, die gerade in der Küche mit dem Abwasch beschäftigt war.

Der Beschuldigte habe zu einem Küchenmesser mit 8,5 Zentimeter langer Klinge gegriffen. „Die wollen mich verrückt machen!“, habe er laut Staatsanwaltschaft gerufen und seiner Frau in die linke Halsseite gestochen. Der Mann habe einen Tötungsvorsatz gehabt und habe auch billigend in Kauf genommen, dass das ungeborene Kind stirbt. Die 34-Jährige war in der 35. Woche schwanger.

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Kölner droht die Einweisung in die geschlossene Psychiatrie

Die Verletzte blutete stark, konnte sich aber wehren, während das Messer noch in ihrem Hals steckte. Sie konnte laut Staatsanwalt Nachbarn auf die Situation aufmerksam machen, der Täter habe dann die Wohnung verlassen. Polizisten nahmen ihn wenig später noch an der Anschrift in Müngersdorf fest. Das Opfer schwebte in akuter Lebensgefahr, da eine Arterie verletzt worden war.

Laut Staatsanwalt leidet der Beschuldigte an einer paranoiden Schizophrenie, die Tat soll er im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit begangen haben. Es sei mit gleichgelagerten Taten zu rechen. „Er ist für die Allgemeinheit gefährlich“, so der Ankläger, daher sei der Beschuldigte in der geschlossenen Psychiatrie unterzubringen. Derzeit sitzt der Mann in der JVA in Untersuchungshaft.

Köln: Ehefrau verweigert im Prozess die Aussage

Die Geschädigte möchte im Prozess nicht als Zeugin aussagen und beruft sich als Ehefrau auf ihr Schweigerecht, wie die Vorsitzende Richterin zum Prozessauftakt mitteilte. Auch der Verlesung von Vernehmungsprotokollen wurde widersprochen. Der Beschuldigte hingegen sagte aus und zeigte sich geständig. „Ich habe mir vorgestellt, dass meine Frau ein Messer hat“, sagte er zur Tatsituation.

Dem Baby geht es dem Vernehmen nach gut. Der Beschuldigte äußerte, Besuch von der Frau und den Kindern im Gefängnis bekommen zu haben. Er habe um Verzeihung gebeten und seine Frau habe das auch getan. Sie wünsche sich laut Aussage des Mannes, dass dieser eine gute Behandlung bekomme – um bald wieder für seine Familie da sein zu können. Der Prozess wird fortgesetzt.

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