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Debatte im StadtratLinke fordert kostenlosen Dom-Eintritt für Kölner

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Ein Domschweizer kontrolliert am Westportal des Kölner Doms Eintrittskarten für die Kathedrale.

Ein Domschweizer kontrolliert am Westportal des Kölner Doms Eintrittskarten für die Kathedrale. Seit 1. Juli werden zwölf Euro pro Person fällig.

Dass der Kölner Dom seit 1. Juli nur noch gegen Eintrittsgeld besichtigt werden darf, hat auch den Stadtrat beschäftigt.

Einen Tag nach der Einführung einer Besichtigungsgebühr für den Kölner Dom hat der Stadtrat am Donnerstag über die Fortführung des städtischen Zuschusses zur Erhaltung der Kathedrale entschieden. Wie berichtet, verlangt das Domkapitel seit dem 1. Juli sowohl von Touristen als auch von Einheimischen zwölf Euro Eintritt pro Person für den Besuch des weltberühmten Bauwerks, es gibt aber auch Ermäßigungen und Ausnahmen.

Vor diesem Hintergrund diskutierte der Stadtrat, ob die Stadt Köln den Dom trotz ihrer Haushaltskrise weiterhin mit 207.000 Euro pro Jahr unterstützen soll, obwohl Kölnerinnen und Kölner inzwischen für den Besuch bezahlen müssen.

Es gebe „zu Recht viel Unmut“ darüber, dass der Dom seit 1. Juli zwölf Euro Eintritt kostet, kritisierte Ratsherr Knut Lennart Scholz (Die Linke). Er beantragte, „den Zuschuss, den wir ans Domkapitel zahlen, an die Bedingung zu koppeln, dass Kölnerinnen und Kölner bei Vorlage eines Ausweisdokumentes kostenfrei in den Dom können“.

Der Grund sei „ganz einfach, dass die Einwohnerinnen und Einwohner Kölns Zutritt zu dem Wahrzeichen haben sollten, das ihre Stadt international bekannt macht“. Das sei auch sinnvoll für Christinnen und Christen in der Stadt, „die zum Beten in den Dom wollen, außerhalb der Gottesdienstzeiten“.

Stadt Köln erlässt dem Domkapitel Grundbesitzabgaben

Dagegen verteidigte Stefanie Ruffen (FDP) die Gewährung des städtischen Zuschusses. Sie sagte: „Das ist unser Dom, der der Kölnerinnen und Kölner. Und Eigentum verpflichtet. Da darf man dann auch mal was dazutun.“ Im Vergleich zu dem, was der Kölner Dom der Stadt einbringe durch den Tourismus, seien 207.000 Euro städtischer Zuschuss pro Jahr „eine vergleichsweise minimale Summe, die seit Ewigkeiten noch nicht aufgestockt wurde“. Etwas flapsig ergänzte Ruffen: „Ich fände es peinlich, wenn wir sagen würden, wir streichen dem Dom die paar Piepen.“

Das wollte Angela Bankert (Die Linke) so nicht stehen lassen. Sie betonte, der Dom generiere ja jetzt zusätzliche Einnahmen. Wenn die Stadt ihren Kostenzuschuss aufrecht erhalte, das Domkapitel aber sage, die Kölnerinnen und Kölner dürften nicht kostenlos rein, dann sei das „eine Kombination, die so nicht geht“.

Am selben Tag streiche der Rat 300.000 Euro aus dem Programm für den Ebertplatz, und da werde „nicht gesagt, das sind ein paar Piepen, das lassen wir. Aber für den Dom, fürs Domkapitel machen wir das, ohne dass wir das mal an konkrete Bedingungen knüpfen“, so Bankert.

Aaron Baron von Kruedener (Die Partei) beantragte, den Zuschuss der Stadt nicht wie geplant für fünf Jahre zu beschließen, sondern ihn auf ein Jahr zu befristen. Dafür fand sich jedoch ebenso wenig eine Mehrheit wie für den Antrag der Linken, den Zuschuss an die Bedingung des freien Eintritts für Bewohner der Stadt Köln zu knüpfen. Am Ende beschloss der Stadtrat bei einigen Enthaltungen und einer Gegenstimme, dem Dom von 2026 bis 2030 weiterhin einen jährlichen Zuschuss von 207.000 Euro zu gewähren.

Dieser Festbetrag setzt sich zusammen aus den Grundbesitzabgaben in Höhe von mindestens 70.000 Euro pro Jahr, die die Stadt Köln dem Domkapitel erlässt, sowie einem Zuschuss in Höhe von rund 137.000 Euro zu den Restaurierungskosten. Die Stadtverwaltung betonte, man habe sorgfältig geprüft, ob der Zuschuss angesichts der städtischen Haushaltskrise weiterhin gezahlt werden dürfe.

Für die Übernahme der Grundbesitzabgaben bestehe „eine vertragliche Verpflichtung“. Die fortlaufende Instandhaltung des Doms durch Restaurierungsarbeiten sei „unerlässlich“, um ihn für die Zukunft zu bewahren, daher sei „die kontinuierliche Gewährung des Zuschusses unentbehrlich“.