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Kritik an Eintritt für den DomOtt fordert Sonderregelung für Bürger aus NRW

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Menschen stehen Schlange vor dem Kölner Dom - ab dem 1. Juli 2026 sind 12 Euro Eintritt zu entrichten.

Menschen stehen Schlange vor dem Kölner Dom - ab dem 1. Juli 2026 sind 12 Euro Eintritt zu entrichten.  

Touristen zahlen  seit Monatsbeginn 12 Euro Eintritt für den Dom. Ist das fair gegenüber den Einheimischen? SPD-Fraktionschef Jochen Ott fordert, dass der Dom samstags für Menschen aus NRW kostenlos zugänglich sein soll.

Der Besuch des Kölner Doms soll an einem Tag in der Woche für Menschen aus NRW kostenfrei bleiben – das fordert Jochen Ott, Fraktionschef der SPD im Düsseldorfer Landtag und Spitzenkandidat der Sozialdemokraten bei der Landtagswahl, in einem Brief an den Kölner Dompropst Guido Assmann.

In dem Schreiben, das dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ in Kopie vorliegt, heißt es,  der Kölner Dom sei „für viele Menschen aus NRW tatsächlich nicht allein klassisches Besuchsziel, sondern fester Bestandteil eines Familienausflugs“ nach Köln. „Wer mit Kindern, Angehörigen oder Freunden in der Stadt unterwegs ist, schaut häufig spontan im Dom vorbei – als Ort der Ruhe, der Einkehr und der gemeinsamen Erfahrung“, erklärte Ott.

Der nun eingeführte Dom-Eintritt verändere „diesen niedrigschwelligen Zugang spürbar“. Ott schlägt daher ein modifiziertes Vorgehen vor, das einen kostenlosen  Dom-Besuch für Menschen aus NRW weiterhin ermöglichen soll: „Dies könnte beispielsweise durch einen regelmäßigen NRW-Tag pro Woche – etwa samstags – erfolgen, an dem der Eintritt grundsätzlich frei ist“, erklärte der SPD-Fraktionschef. „Ein solcher Tag könnte zugleich als niedrigschwelliger kultureller Begegnungsraum dienen und gerade in heißen Sommerperioden auch als ,Cooling Zone‘ für Besucherinnen und Besucher der Innenstadt einen zusätzlichen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen“, fügte Ott hinzu.

Ein NRW-Tag mit freiem Eintritt würde „der besonderen Rolle des Doms als kurkölnisches Zentrum“ ebenso gerecht wie seiner heutigen Funktion als Ort lebendiger Alltagskultur. „Es verbindet historische Verantwortung mit moderner sozialer Teilhabe und stärkt die Identifikation der Menschen in Nordrhein-Westfalen mit diesem herausragenden Weltkulturerbe“, sagte Ott.

Der Kölner Dom sei über Jahrhunderte nicht nur die Kathedrale der Stadt Köln, sondern das geistliche Zentrum des Kurfürstentums Köln gewesen – eines Territoriums, das weite Teile des heutigen Nordrhein-Westfalens umfasste. „In diesem Sinne ist der Dom ein gemeinsames kulturelles Erbe der Menschen in unserem Land. Wer in NRW lebt und den Kölner Dom besuchen möchte, ist deshalb kein Tourist, sondern Teil dieser gemeinsamen Geschichte“, betonte der Herausforderer von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bei der Landtagwahl im nächsten Jahr.

Der Kölner Dom kostet seit Mittwoch 12 Euro Eintritt für Touristen. Mit dem zusätzlichen Geld soll eine Kostenlücke bei der Finanzierung der Kathedrale geschlossen werden. Die Kirchenverantwortlichen sprechen von einem Defizit in Millionenhöhe. Am Tag nach der Einführung des Eintrittsgelds blieb der Dom vergleichsweise leer.

SPD-Politiker Ott erklärte, ihm sei bewusst, dass der Erhalt und die Pflege des Doms „erhebliche finanzielle und organisatorische Anforderungen“ mit sich bringen würden. „Gerade deshalb erscheint es sinnvoll, über differenzierte Zugangsmodelle nachzudenken, die kulturelle Offenheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander verbinden“, erklärte der frühere Messdiener.

Der Erhalt und Betrieb des Doms kosten laut Kirchenangaben rund 44000 Euro pro Tag. Drastische Preissteigerungen bei Energie, Löhnen und Baumaterialien vergrößerten zuletzt die Finanzierungslücke. Der Eintritt für Gottesdienste, Sakramente und das stille Gebet über einen abgetrennten Bereich am Nord- bzw. Westportal bleibt weiterhin für Besucher kostenlos.