- Über Köln und die Kölner kann unser Autor Peter Berger manchmal nur den Kopf schütteln – oder schallend lachen.
- In seiner satirischen Köln-Kolumne „Die Woche”, in der er die Nachrichten der vergangenen sieben Tage humoristisch verarbeitet.
- Warum die Kölner Verkehrs-Betriebe plötzlich ihren Humor entdecken.
Köln – Ab sofort wird’s lustig. Die Kölner Verkehrs-Betriebe geben sich ganz cool, präsentieren ihren frisch entdeckten Humor stolz auf Bussen und Bahnen.
Damit die Fahrgäste auch sofort mitkriegen: Wir sprühen nur so vor Selbstbewusstsein. Obwohl das mit dem Sprühen keine so gute Idee ist. Wegen der Nachahmer.
Also wird der Witz geklebt, darf aber auf keinen Fall so klebrig sein wie in Berlin. In der Hauptstadt werden Berliner und Touristen von der Verkehrsgesellschaft unverhohlen aufgefordert: „Benutz mich – Du willst es doch auch!“ Oder: „Auf die Größe kommt es doch an!“
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Nein! Ein derart buntes Treiben darf es in Köln nicht geben. Höchstens an Karneval, wenn die KVB ihren Betrieb grundsätzlich einstellt. In Köln kannst Du ansonsten „alles erreichen, wenn Du nur einsteigst!“ Manchmal sogar den Ticketautomaten, wenn kein Fahrrad den Weg blockiert.
Das klingt ungefähr so sexy, als habe die KVB eine Werbekampagne ihrer Namensvetter aus dem vergangenen Jahrhundert geklaut: von der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. Oder nach einem Kirchenvolksbegehren.
Auf dem Teppich bleiben
Das wäre mal ein Aufschlag: Die KVB ruft zum KVB auf. Im U-Bahnschacht unter dem Dom. Wo sich das Weihwasser kräuselt, wenn die Linie 5 zum Heumarkt rumpelt. Das wäre im wahrsten Sinne des Wortes Kirche von unten. Unter dem Woelki muss die Freiheit wohl grenzenlos sein!
Schade, schade. Für eine „Revolution über Nacht“ seien die Kölner Verkehrs-Betriebe nicht zu haben, sagt deren Chefin Stefanie Haaks. Vielmehr wolle man ein bisschen bunter und selbstbewusster, ein bisschen mutiger und emotionaler werden.
Und ansonsten lieber auf dem Teppich bleiben. Ob Hochflur oder Niederflur spielt dabei keine Rolle, Hauptsache, der Humor ist schön kuschlig.
Na gut! Da müssen sich die Sprüche-Erfinder halt etwas anderes einfallen lassen. Eine Idee hätten wir schon, wenn die neuen 60 Meter langen Einteiler-Züge spätestens zur Fußball-Europameisterschaft 2024 die Ost-West-Achse zwischen Heumarkt und Neumarkt verstopfen, weil drinnen mal wieder zu viel gehüpft wurde.
KVB – jetzt auch durchgehend zu spät.



