Abo

Aktion im BezirkMülheim setzt ein Zeichen gegen Rassismus

3 min
Schülerinnen und Schüler tragen ein Transparent, auf dem Nelson-Mandela-Schule steht.

Mülheim setzt ein Zeichen gegen Rassismus. Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus haben diverse Schulen, soziale Einrichtungen und Aktive einen Aktionstag in Mülheim veranstaltet.

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus haben Schulen, soziale Einrichtungen und Initiativen in Mülheim einen gemeinsamen Aktionstag organisiert.

„Ich wünsche mir, dass alle angenommen werden, auch wenn sie anders sind. Ich versuche auch, alle so anzunehmen, wie sie sind“, sagt der Grundschüler Mayson. Er steht auf einer Bühne auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln-Mülheim. Neben ihm stehen Mitschülerinnen und Mitschüler von ihm sowie sein Schulleiter Gregor Stiels. Vor ihnen stehen gut 1800 Menschen und hören zu, applaudieren und jubeln laut. „Ich wünsche mir, dass niemand rassistisch ist, auch wenn er selbst Rassismus erlebt hat“, sagt kurz danach Denizha und bekommt ebenfalls zustimmenden Applaus. 

Die Schülerinnen und Schüler der GGS An St. Theresia aus Buchheim eröffneten mit ihren Aussagen und Wünschen die Kundgebung zum Mülheimer Aktionstag anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus. Rund 60 Schulen, soziale Einrichtungen und Aktive aus dem gesamten Bezirk Mülheim haben sich dafür auf dem Bahnhofsvorplatz getroffen. Zuvor waren sie in Demozügen aus allen Veedeln durch Mülheim gezogen. 

Köln-Mülheim: Aktionstag zum Internationalen Tag gegen Rassismus

Die GGS An St. Theresia lief gemeinsam mit der Nelson-Mandela-Schule und weiteren Einrichtungen aus Buchheim über die Bergisch-Gladbacher und die Frankfurter Straße, um sich kritisch zu Rassismus zu äußern. Und so schreien die Kinder „Nein, nein, nein, Rassismus bleibt allein“, „Wir sind alle deutsch“ und „Wir sind top, Rassismus stopp“, während sie mit selbst gebastelten Schildern durch die Straßen Mülheims ziehen.

Sie sind laut, es wird getrommelt und sie ziehen die Aufmerksamkeit auf sich: Vorbeifahrende Autos hupen zustimmend, viele Menschen schauen neugierig aus den Fenstern, kommen aus Geschäften, machen Videos und klatschen. „Es ist wichtig, dass die Kinder sich mit dem Thema auseinandersetzen“, sagt Schulleiter Gregor Stiels. Die Grundschule organisiert seit einigen Jahren regelmäßig Aktionen zum Internationalen Tag gegen Rassismus. Dieses Jahr hätten sich einige weitere Schulen und Einrichtungen gemeldet, dass sie auch was machen wollten. Letztlich haben die Sozialraumkoordinationen des Bezirks den Aktionstag koordiniert.

„Besonders wichtig und bemerkenswert finde ich, dass die Kinder nicht auf andere zeigen, sondern sich selbst reflektieren“, betont Stiels. „Wir können und dürfen uns nicht freisprechen, aber wir können und müssen darüber sprechen, um etwas zu verbessern.“ Und so reflektiert auch Zweitklässler Erdinch auf der Bühne auf dem Bahnhofsplatz: „Rassismus ist in uns allen. Wir können nicht die anderen ändern, aber uns selbst.“ Und so versprechen die Grundschülerinnen und ‑schüler gemeinsam: „Keine Gewalt, keine Beleidigungen, keine Provokation, kein Mobbing, keine Herabwürdigung“ und rufen auf: „Mach doch mit!“

Bezirk Mülheim setzt ein gemeinsames Zeichen gegen Rassismus

Das sei Schule, ist Kurtu Yurtseven überzeugt. Er ist Mülheimer Aktivist bei herkesin meydani, Pate der Katholischen Grundschule Horststraße und spricht zum Aktionstag ebenfalls auf der Bühne: „Klar sind Mathematik und Deutsch wichtig, aber wir sollten Schule häufiger so gestalten.“ Gemeinsam mit Kindern die Stimme zu erheben, ihnen das zu zeigen und laut zu sagen und zu zeigen „Vielfalt ist unsere Stärke“ sei essenziell und ein wichtiges Learning. 

„Mülheim steht einfach für Vielfalt“, betont Yurtseven. „Das Besondere ist nicht in der Sache, die wir betrachten, sondern in unserem Blick. Und für viele ist Mülheim der Ort von schöner Vielfalt, und für andere der Ort von zu viel Vielfalt. Und deshalb ist es wichtig zu zeigen: Es gibt nicht zu viel Vielfalt, solange sie auf Respekt und Menschlichkeit basiert.“ Genau das sollte der Aktionstag vermitteln.

Und so sprachen diverse Menschen auf der Bühne und berichteten von Rassismuserfahrungen. Im Anschluss präsentierten sich zudem verschiedene Einrichtungen und Akteure im VHS-Saal am Wienerplatz und es gab weitere Aktionen und Formate rund um das Thema. Mülheim zeigte sich laut, bunt und gemeinschaftlich, und Yurtseven fragt: „Wo sollen diese Kinder hin? Sie sind Mülheim!“