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93 Jahre nach der BücherverbrennungTH Köln veranstaltet Aktionen „Gegen das Vergessen“

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Anbringung einer Denkmaltafel für das Bodendenkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 an der Fachhochschule Köln Claudiusstraße am 10.01.2014.

Anbringung einer Denkmaltafel für das Bodendenkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 an der Fachhochschule Köln..

Am 17. Mai 1933 verbrannten am heutigen Campus Südstadt der TH Köln die Nationalsozialisten Werke von 95 Autorinnen und Autoren.

Mit Lesungen, einer symbolischen Putzaktion und einem Podiumsgespräch erinnert die Technische Hochschule Köln am 12. und 13. Mai an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten vor 93 Jahren.

Am 17. Mai 1933 standen auch in Köln Bücher in Flammen: Vor der damaligen „Alten Universität“ in der Claudiusstraße 1 – dem heutigen Campus Südstadt der TH Köln – verbrannten die Nationalsozialisten ihnen verhasste Werke von 95 Autorinnen und Autoren. Deren Namen sind heute auf einem Bodendenkmal am Campus verewigt. Unter dem Motto „Gegen das Vergessen“ führt die Hochschule nun eine zweitägige Veranstaltungsreihe zu dem Tag durch. Der Eintritt ist frei.

Den Auftakt macht am Dienstag, 12. Mai, ab 14 Uhr eine Lesung mit Vortrag zu den historischen Hintergründen am Bodendenkmal vor dem Gebäude Claudiusstraße und im Buchladen „Der andere Buchladen“ am Ubierring 42. Außerdem werden große Bettlaken mit Zitaten der verbrannten Autorinnen und Autoren gestaltet und an der Hochschulmauer aufgehängt.

Podiumsgespräch von TH Köln und Uni Köln  über Meinungsfreiheit und Erinnerungskultur

Am Mittwoch, 13. Mai, findet von 11 bis 16 Uhr unter dem Titel „Asche und Stein“ eine symbolische Putzaktion des Bodendenkmals statt – gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Schülerinnen und Schülern. Begleitet wird sie von einer literarischen Aktion mit Zitaten betroffener Autorinnen und Autoren sowie einer Filmvorführung des Dokumentarfilms „Einmal und nie wieder“ über die Zeitzeugin Marianne Wilke (1929–2023) und ihr antifaschistisches Engagement. Im Anschluss ist Raum für Gespräche. 

Ab 18 Uhr folgt in der Aula am Ubierring 48 das Podiumsgespräch „Vom Sinn und Wert des Erinnerns“, das die TH Köln gemeinsam mit der Universität zu Köln ausrichtet. Nach einer Begrüßung durch TH-Präsidentin Sylvia Heuchemer und einem Impulsvortrag von Alt-Präsident Joachim Metzner diskutieren Expertinnen und Experten – darunter Nina Verheyen und Hans-Peter Ullmann von der Uni Köln – über Meinungsfreiheit, Erinnerungskultur und gesellschaftliches Engagement. (gam)