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Protest gegen ErweiterungAnwohnerinitiative in Niederkassel kritisiert Bezirksregierung wegen Kiesgrube

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Gegen die Erweiterung der nahegelegenen Kiesgrube gibt es in Niederkassel-Uckendorf weiterhin Widerstand.

Gegen die Erweiterung der nahegelegenen Kiesgrube gibt es in Niederkassel-Uckendorf weiterhin Widerstand.

Die Anwohner-Initiative „Orga-Kies“ wehrt sich auch gegen die mittlerweile abgespeckten Pläne zur Erweiterung der Kiesgrube in Niederkassel.

Der Streit über die Pläne der Firma Kieswerk Niederkassel SKB zur Erweiterung der Kiesgrube zwischen Niederkassel-Ort und Uckendorf geht in eine neue Runde. Die Anwohner-Initiative „Orga Kies“, die das Vorhaben des Unternehmens verhindern will, ist mehr als verärgert über Aussagen der Bezirksregierung Köln, wonach die mittlerweile reduzierten Erweiterungspläne jetzt eine Vielzahl der Anforderungen des Teilplans „Nichtenergetische Rohstoffe“ des Regionalplans Köln erfüllen.

Auf Anfrage dieser Zeitung hatte der Sprecher der Bezirksregierung unter anderem gesagt, dass der Antrag auf Erweiterung um nur noch 9,9 statt der ursprünglich beantragten 19 Hektar nicht zuletzt den geforderten Mindestabstand zur Wohnbebauung von 300 Metern einhalte. „Das ist eindeutig falsch“, entgegnet Frank Luther, einer der Initiatoren der „Orga Kies“. Die südöstliche Außengrenze Uckendorfs sei höchstens 220 Meter entfernt, Wohngebäude im Außenbereich sogar nur 170 Meter. „Uns Bürgern Uckendorfs ist es unerklärlich, wie eine Bezirksregierung zu einer solchen Aussage zu einer Regelung kommt, die seit 1972 existiert und dem gesundheitlichen Schutz der Bürger NRWs dient.“

Es entsteht eine separate, vollkommen neue Kiesgrube
Anwohnerinitiative Orga Kies

Nicht nur wegen des ihrer Meinung nach ungenügenden Abstands der Kiesgruben-Erweiterungsfläche zur Uckendorfer Wohnbebauung hält die Bürgerinitiative das Vorhaben der Kieswerk Niederkassel SKB für nicht genehmigungsfähig. Sie bezweifelt grundsätzlich, dass der Erweiterungsantrag überhaupt genehmigungsfähig ist. Die neue Kiesgrube schließe nämlich nicht unmittelbar an das bisherige Betriebsgelände an, auf dem der Kiesabbau inzwischen eingestellt wurde.

„Sie wird über eine 420 Meter lange Stichstraße über Anschüttungen im existierenden See und Abbaggerung im bereits renaturierten Gelände durch einen schluchtartigen Durchbruch erschlossen“, heißt es in einem Schreiben der Initiative an die Redaktion, das die Unterschrift von mehr als 80 Uckendorferinnen und Uckendorfern trägt. „Das bedeutet, es entsteht eine separate, vollkommen neue Kiesgrube.“ Damit entspreche der Antrag des Kiesgrubenbetreibers auch nicht mehr den Vorgaben für Kiesgrubenerweiterungen im Regionalplan Köln.

Der Abbau des Rohstoff in der bisherigen Niederkasseler Kiesgrube wurde mittlerweile eingestellt. Der Betreiber hat deshalb die Erweiterung auf einem angrenzenden Areal beantragt.

Der Abbau des Rohstoff in der bisherigen Niederkasseler Kiesgrube wurde mittlerweile eingestellt. Der Betreiber hat deshalb die Erweiterung auf einem angrenzenden Areal beantragt.

Gegen eine Erweiterung der Kiesgrube spricht für die „Orga Kies“ auch, dass das für die Erweiterung vorgesehene Gelände in vollem Umfang im Wasserschutzgebiet liegt. Zwar plane das Unternehmen den Abbau von Kiessand nicht in Grundwasser führenden Schichten, dennoch könne eine Beeinträchtigung des Trinkwassers nicht ausgeschlossen werden, argumentiert die Initiative. Mögliche Gefahren drohten etwa bei der Wiederbefüllung der Kiesgrube nach dem Ende der Kiessand-Gewinnung.

Für durchaus möglich hält die „Orga Kies“, dass die Erweiterungspläne auch aus anderen Gründen einer möglichen juristischen Überprüfung nicht standhalten. Sie erinnert an ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster, das im Juni den kompletten Regionalplan zunächst mündlich für ungültig erklärt hatte. Die Richter hatten dies unter anderem mit ihrer Auffassung nach nicht mehr aktuellen Prognosen zum künftigen Bedarf an Kies und Sand begründet.

Der Niederkasseler Stadtrat ist gegen die Erweiterungspläne

In Niederkassel will das Kieswerk Niederkassel SKB, eine Tochtergesellschaft der in Rees am Niederrhein ansässigen Holemans GmbH, auf rund 9,9 Hektar mittels Trockenabgrabung in einem Zeitraum von vier bis fünf Jahren rund 800.000 Tonnen Kiessand abbauen. Ursprünglich hatte das Unternehmen sogar geplant, bis zum Jahr 2035 auf 19 Hektar jährlich 100.000 Tonnen des für die Bauindustrie wichtigen Rohstoffs zu gewinnen.

Dieser erste Erweiterungsantrag war im vergangenen Jahr von der Bezirksregierung abgelehnt worden. Die Fläche, für die die Firma SKB eine Erweiterung ihrer vorhandenen Kiesgrube beantragt habe, befinde sich außerhalb der festgelegten Abgrabungsgebiete, hatte die Kölner Behörde zur Begründung erklärt. Dies sei mit den Vorgaben des Teilplans Nichtenergetische Rohstoffe des Regionalplans Köln nicht vereinbar.

Die Niederkasseler Politik teilt die Bedenken der Anwohnerinnen und Anwohner gegen eine Erweiterung der Kiesgrube. Der Stadtrat hat sich bereits klar gegen das Vorhaben positioniert, sowohl in der ursprünglich beantragten als auch in der abgespeckten Variante. Im Genehmigungsverfahren ist die Stadt allerdings nicht beteiligt. Das Votum des Stadtrates hat deshalb lediglich symbolischen Charakter.