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Verkehr im BezirkMülheimer Politik setzt sich für Gleis 0 am Bahnhof ein

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Eine Frau und ein Mann stehen auf einem Bahnsteig.

Damit RRX-Züge künftig in Mülheim halten können, muss der Bahnhof ausgebaut werden. Heiner Schwarz und Monika Lungmus setzen sich mit einer Initiative dafür ein.

In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Mülheim beschlossen die Mitglieder einige Anträge zum Thema Verkehr in unterschiedlicher Form.

Der Verkehr im Bezirk beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger von Mülheim täglich. Und auch für die Bezirksvertretung 9 hat das Thema eine hohe Bedeutung: So ist es in ihrer jüngsten Sitzung am Montag bei gleich sechs der sieben beschlossenen Anträge in unterschiedlichen Formen um Verkehrssicherheit, Verkehrsführung und Anbindung gegangen. 

Die BV-Mitglieder beschlossen unter anderem auf Antrag der Fraktionen der SPD und CDU sowie des Einzelmandatsträgers Patrick van den Berg (KSG) einstimmig, dass die Verkehrsführung am Autobahnzubringer der A3 in Mülheim verbessert werden soll. Der Mülheimer Zubringer endet am Clevischen Ring eigentlich in drei Spuren, von denen aus auf den Ring nach rechts in Richtung Stammheim und nach links in Richtung Innenstadt gebogen werden kann. Doch die linke davon ist aktuell gesperrt, das führe zu Rückstau, sagen die BV-Mitglieder.

Sie fordern die Verwaltung auf, diese wieder freizugeben. Dann wäre es möglich, neben der einen Linksabbiegerspur Richtung Innenstadt zwei Rechtsabbiegerspuren Richtung Stammheim zu haben. Das soll auch gefährlichen Spurwechselaktionen vorbeugen. 

Köln-Mülheim: Verkehrsführung am A3-Zubringer soll verbessert werden

Zudem ging es in der Sitzung auch um die Erhöhung der Sicherheit von Fahrradfahrenden und Fußgehenden und ein Antrag soll die Bahn-Anbindung des Bezirks sicherstellen. Bereits seit Jahren setzt sich die Initiative „RRX für Köln-Mülheim“ für den RRX-Halt am Mülheimer Bahnhof ein.

Nun stellt sich die BV auf Antrag von SPD, CDU und van den Berg (KSG) einstimmig hinter die Forderungen der Initiative: Sie fordert die Stadt Köln einstimmig dazu auf, sich im Zweckverband go.Rheinland für den Halt des RRX am Bf Mülheim durch Planung und Bau eines zusätzlichen Gleises am Bf Mülheim, dem Gleis 0, einzusetzen. Die Kapazitätsplanung soll den Halt aller Regionalexpresse, insbesondere des RE 7, berücksichtigen.

Hintergrund ist, dass der Stopp in Mülheim bei Einführung des Rhein-Ruhr-Express auf den Linien RE1 und RE5 zunächst nicht eingeplant war. Dabei ist er für den Stadtteil ein wichtiger Anbindungspunkt. Letztlich wurde der Halt jedoch zumindest für den Vorlaufbetrieb hinzugefügt. Allerdings ist er nicht im Bundesverkehrswegeplan festgelegt. Sobald der richtige Betrieb losgeht, was zunächst für 2030, mittlerweile aber für 2040 angelegt ist, würde nach jetzigem Stand der Halt in Köln-Mülheim wegfallen.

BV-Mülheim setzt sich für Gleis 0 am Bahnhof ein

Grund dafür sei, dass dann vier statt zwei Züge die Stunde fahren sollen und die Infrastruktur nicht mehr ausreichend wäre, weil der Fernverkehr durch einen so häufigen RRX-Halt in Mülheim behindert werden würde. Die Lösung sei laut Initiative ein Ausbau des Mülheimer Bahnhofs, bei dem ein drittes Gleis Richtung Deutz, das sogenannte Gleis 0, eingerichtet wird. Das gab auch der Zweckverband go.Rheinland an, der den Schienenpersonennahverkehr im Rheinland plant und organisiert.

Ohne diesen Ausbau würde Mülheim wichtige Anbindungen nach Deutz und in die Innenstadt, aber auch Richtung Aachen, Düsseldorf und das Ruhrgebiet verlieren. Das will die Initiative und nun auch die Bezirksvertretung Mülheim verhindern. Die Durchsetzung des Projekts sei überfällig und müsse kommen, heißt es in dem Antrag. Deshalb müsse es konsequent im Zweckverband go.Rheinland vorangetrieben werden, „vor diesem Hintergrund sollte die Stadt Köln hier ihren Einfluss geltend machen“. 

Jonas Höltig von den Grünen betonte, dass seine Fraktion den Antrag sehr begrüße: „Die Bahn selbst geht davon aus, dass der Bahnhof Mülheim ein Einzugsgebiet von 400.000 Personen hat, deshalb sollte man eher noch darüber reden, ob nicht auch ein Fernverkehrszug halten könnte, stattdessen müssen wir darum kämpfen, dass der RRX hier hält.“ Es sollten deshalb auch bei der Planung weitere Regionalexpresse berücksichtigt werden, wie der RE7, der durch Mülheim fährt, ohne zu halten.