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Mutmaßlicher IslamistAfghane späht Kölner Synagoge aus

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Außenansicht der Synagoge auf der Roonstraße in der Kölner Innenstadt.

Außenansicht der Synagoge auf der Roonstraße in der Kölner Innenstadt. 

Der 26-Jährige wurde von der Polizei kontrolliert und ist vorerst auf freiem Fuß. 

Der junge Mann wirkte auffällig. Mit dem Handy stand er nahe der Synagoge an der Kölner Roonstraße und filmte an jenem Donnerstagnachmittag vor zwei Wochen das jüdische Gemeindehaus. Wie unsere Redaktion aus Polizeikreisen erfuhr, wurden Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes über die Videoüberwachungsanlage der Gebetsstätte auf den Unbekannten aufmerksam.

Nach dem Ende der Handyaufnahme begann der Mann, hektisch zu telefonieren. Der Wachdienst der Synagoge informierte die Polizisten, die das jüdische Objekt an der Roonstraße rund um die Uhr überwachen. Die Beamten passten den Verdächtigen ab und stellten ihn zur Rede. Dabei verwickelte er sich in Widersprüche. Bei einer Abfrage im Polizeicomputer stellte sich heraus, dass es sich um den 26-jährigen Afghanen Mohammed S. (Name geändert) handelte. Der Mann ist nach Informationen dieser Zeitung bereits als sogenannter Prüffall Islamismus auffällig geworden.

Ermittler sehen Waffen-Chats ein

Offenbar wollte der mutmaßliche Extremist die jüdische Einrichtung ausspähen. Mit welchem Ziel, wurde nicht bekannt. Fortan übernahm der Staatsschutz den Fall. Der Tatverdächtige erlaubte den Ermittlern ohne Beschluss Einblicke in den Datenverkehr seines Mobiltelefons. Dabei fanden sich Chats, in denen Mohammed S. etliche Schusswaffen verkaufen wollte. Auch hatte er zahlreiche Nachrichten gelöscht, so dass sich nach einer vorläufigen Auswertung keine Videos von der Synagoge fanden. Umgehend erwirkte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss.

In der Wohnung des Beschuldigten wurden ein Laptop, ein Tablet und etliche USB-Sticks sichergestellt, die derzeit analysiert werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelte zunächst nur wegen illegalen Handelns mit Waffen. Die Polizei hat bisher keine Pressemitteilung über das Geschehen herausgegeben. Auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte ein Pressesprecher am Donnerstag den Vorgang. Da sich der Tatverdacht aber bisher nicht erhärten ließ, sei der Mann freigelassen worden.

Familie kommt mit Aufnahmeprogramm nach Deutschland

Pikanterweise profitierten Mohammed S. und seine Familie bereits früh von Aufnahmeprogrammen für gefährdete Afghaninnen und Afghanen. Nach Recherchen dieser Zeitung reiste die achtköpfige Familie bereits im Juni 2013 unter diesem Status nach Deutschland ein. Die Familie geriet in den Genuss von Paragraf 22 Absatz 2 Aufenthaltsgesetz, das eine Wahrung der politischen Interessen Deutschlands vorsieht.

Offenbar hatte der Vater in der Heimat die seinerzeit am Hindukusch stationierten deutschen Einsatzkräfte mit wichtigen Informationen versorgt. Als sich die Gefährdungslage für ihn und seine Angehörigen zuzuspitzen schien, flogen die deutschen Behörden die Familie aus. Laut der Bundesregierung waren vor dem Start eines neu aufgelegten Bundesaufnahmeprogramms im Jahr 2022 bereits 26.000 gefährdete Personen nach Deutschland gelangt. Zeitweilig traten Vorwürfe auf, dass sich unter den gefährdeten Flüchtlingen auch Extremisten das Ticket nach Deutschland erschleichen würden. Die neue schwarz-rote Bundesregierung setzte die Aufnahmeprogramme dann im Mai 2025 allesamt aus. Seither liegen etliche Visaerteilungen und Sicherheitsprüfungen auf Eis.